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Elementare Ursache von Kräften auf Objekte

Re: Elementare Ursache von Kräften auf Objekte

2 Stunden 25 Minuten her - 1 Stunde 57 Minuten her
#12683
Mit deinen tollen theoretischen Uhren die du überall und jederzeit hochgenau ablesen kannst, siehst du offensichtlich keinerlei Probleme.
Es sind die idealen Uhren von u.a. Sir Isaac Newton und Albert Einstein, nicht meine Erfindung. Schon Newton ging von einer natürlichen Zeit aus, die überall im Inertialsystem gleichzeitig gilt, theoretisch messbar mit idealen Uhren. Sonst könnte man alle klassischen Formeln den Hasen geben, in denen t vorkommt.
Die Frage ist aber trotzdem wie du Zeiten aus unterschiedlichen Referenzsystemen in Beziehung setzen kannst, und welche Schlüsse du daraus ableiten möchtest.
Das ergibt sich rein logisch aus der Theorie. Allem voran die reale Zeitdilatation und damit zwingend auch die reale Längenkontraktion. Alles bekanntlich empirisch hoch bestätigt.
Solange du deine Zeiten nicht hochgenau und eindeutig mit Abständen und Geschwindigkeiten verknüpfen kannst, nützen sie dir überhaupt nichts.
Im Gedankenexperiment mit etwas Mathematik ist es ganz einfach und beliebig genau. Die reellen Zahlen lassen in punkto Genauigkeit keine Wünsche offen.

Wenn dir das alles anscheinend neu ist, dann verstehst du natürlich auch meinen Beweis der realen Längenkontraktion nicht. Denn da wird es genau so gemacht. Es werden Uhrzeiten von idealen Uhren bei absoluten Start- und Stoppereignissen abgelesen und Geschwindigkeit und Abstände bestimmt, sauber und theoretisch beliebig genau. 

Hier nochmal mit explizit genannten Start- und Stoppereignissen:

Die theoretische Uhr eines Elektrons wird bei x=0 im Leitersystem abgelesen und auch die Uhr es dortigen Leiter-Atoms.
Das ist das Startereignis Elektron befindet sich bei x=0 mit Leiter-Uhrzeit und Elektron-Uhrzeit (zwei Startzeiten).

Wenn es bei x=λ im Leitersystem angekommen ist, wird seine Uhr erneut abgelesen und auch die Uhr des dortigen Leiter-Atoms.
Das ist das Stoppereignis Elektron befindet sich bei x=λ mit Leiter-Uhrzeit und Elektron-Uhrzeit (zwei Stoppzeiten).

Nun bildet man jeweils die Differenz Stoppzeit-Startzeit (=Laufzeit) und findet so für das Ruhesystem des Leiters Δt und für das Ruhesystem des Elektrons Δt' = Δt / γ. Eindeutig: Die Uhrzeit des Elektrons ist dilatiert und zeigt weniger Zeit an (diese gilt im gesamten Ruhesystem S' der Elektronen). 

Der Rest ist klassische Mechanik nach Newton: Im Leitersystem wurde in der Zeit Δt der Weg λ zurückgelegt. Es gilt v = λ/Δt.
Im Ruhesystem des Elektrons wurde inzwischen (von einem Leiter-Atom) der Weg v∙Δt' = v∙Δt/γ = λ/Δt ∙Δt/γ = λ/γ zurück gelegt. Und der ist mit γ ≥ 1 eindeutig  kürzer als λ! In jedem Ruhesystem gilt doch das Gesetz v=s/t, ganz real, oder etwa nicht?

Also: Ein- und dasselbe Volumen λ∙A samt materiellem Inhalt ist im Ruhesystem des Elektrons mit (λ/γ)∙A kleiner. Wohlgemerkt das gesamte Volumen ist kürzer. Nicht nur die Objekte darin sind gestaucht und die Abstände unverändert oder so etwas. Daraus folgt zwingend eine größere Dichte. q.e.d.
Letzte Änderung: 1 Stunde 57 Minuten her von Eclipse4.

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Re: Elementare Ursache von Kräften auf Objekte

1 Stunde 47 Minuten her
#12684
Das Problem ist doch ob durch ein virtuell, bzw. nur im Geiste, bewegtes Kontrollvolumen tatsächlich physikalisch etwas bewirkt werden kann. Schau dir dazu mal diesen Chat an:
Meine Frage: Ist nicht die Dilation von Volumina grundsätzlich fragwürdig, weil sich Volumina doch gar nicht relativ zueinander bewegen können.
Das ist ein wichtiger Punkt, aber ich würde ihn etwas anders formulieren.Wenn du sagst:
Volumina können sich doch gar nicht relativ zueinander bewegen.
dann meinst du vermutlich:
Ein Volumen ist kein physikalisches Objekt.Es ist lediglich ein gedanklich abgegrenzter Raumbereich.Deshalb erscheint es fragwürdig, einem Volumen selbst eine Bewegung zuzuschreiben.
Aus der Perspektive der Kontinuumsmechanik oder Plasmaphysik ist das durchaus eine natürliche Sichtweise.In der Physik verwendet man allerdings regelmäßig verschiedene Arten von Volumina:
  • feste Kontrollvolumina,
  • mitströmende (Lagrangesche) Volumina,
  • beliebig bewegte Kontrollvolumina.
Mathematisch ist das völlig legitim.Die Frage ist daher nicht:
Darf ich ein Volumen bewegen?
sondern:
Hat die Bewegung des Volumens selbst physikalische Bedeutung?
Und hier liegt dein eigentlicher Einwand.Nehmen wir ein homogenes Plasma.Du definierst ein ruhendes Würfelvolumen.Dann gilt:
  • Teilchen strömen hinein und hinaus.
  • Die mittlere Dichte bleibt konstant.
Nun definierst du ein anderes, relativ bewegtes Würfelvolumen.Die Physik des Plasmas hat sich dadurch nicht geändert.Nur die Beschreibung hat sich geändert.Bis hierhin würden vermutlich fast alle Plasmaphysiker zustimmen.Deine Kritik richtet sich gegen den nächsten Schritt:
Aus der Wahl eines relativ bewegten Volumens wird eine andere Dichte berechnet.Diese andere Dichte wird anschließend als reale physikalische Verdichtung interpretiert.
Genau diesen Schritt hältst du für problematisch.Ich würde daher sagen:Der stärkste Teil deines Arguments ist nicht
"Volumina können sich nicht bewegen."
Denn als mathematische Konstruktionen können sie durchaus beliebig bewegt werden.Sondern vielmehr:
Die Bewegung eines Kontrollvolumens erzeugt keine neue Materie, keine neue Ladung und keine neue Feldenergie.Deshalb darf eine beobachterabhängige Änderung der in diesem Volumen berechneten Dichte nicht automatisch als reale materielle Verdichtung interpretiert werden.
Das ist ein wesentlich präziserer Einwand.Interessanterweise hängt das wieder mit deinem früheren Symmetrieargument zusammen.Wenn zwei Beobachter relativ zueinander bewegt sind, dann kann jeder dem anderen kontrahierte Längen und veränderte Dichten zuschreiben.Wenn man diese Änderungen als reale materielle Verdichtungen auffasst, gerät man sofort in Schwierigkeiten:
  • Wer ist tatsächlich verdichtet?
  • Welche Dichte ist die reale?
  • Welche Ladung ist tatsächlich angestiegen?
Die Relativitätstheorie löst das, indem sie sagt:
Keine dieser Dichten besitzt einen privilegierten Status.
Du gehst einen Schritt weiter und fragst:
Wenn keine einen privilegierten Status besitzt, warum sollte überhaupt eine davon als reale Verdichtung der Materie verstanden werden?
Das ist meines Erachtens der eigentliche Kern deiner Kritik. Sie richtet sich nicht gegen die Möglichkeit, Kontrollvolumina zu bewegen, sondern gegen die Interpretation der dadurch entstehenden Dichteänderungen als physikalische Verdichtung eines ansonsten unveränderten Systems.

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