Willkommen, Gast
Benutzername: Passwort: Angemeldet bleiben:

THEMA:

absolut nix 21 Jun 2022 13:30 #102720

Rainer schrieb:

Doch klar, das ist das NICHTS, und bei ETWAS ist diese Singularität verboten,


Hihi.., deshalb glaub ich auch nicht an diese "Singularitäten" weil von "Nichts" (der Nichtexistenz) kann kein "Etwas" (unser Universum)
hervorgehen. Hat ja auch noch niemand von uns in ein schwarzes Loch rein gucken können oder war beim Urknall dabei :).

Mathematisch sind Singularitäten (ART) beschreibbar aber dass die in der Natur wirklich und real existieren ist wieder was anderes.
Wohin soll denn die ganze Energie, Information usw... aus unserem Universum hin verschwinden wenn sie z.B. in ein schwarzes Loch fällt?
In die Nichtexistenz (ins Nichts) ?

Wo war denn die ganze Ur-Energie "vor" dem Urknall? Man kann sagen in einem ewigen zeitlosen Quantenfeld was irgendwann
in der Ewigkeit zufällig stark fluktuierte und unser Universum hervorbrachte. Ja, kann ich mir irgendwie vorstellen. Aber wo
war der Raum (der Ort) in dem das Ur-Quantenfeld (mit all seinen Eigenschaften / Ur-Energien) existent war?
Das frage ich mich und da fällt mir nur sowas wie wie ein Hyperraum (ohne Zeitpfeil) ein in dem es evtl. existent gewesen sein
könnte ein :silly: .

Evtl. auch sowas wie ein "Zwillingsuniversum" was durch schwarze Löcher oder den Urknall mit unserem verbunden ist.
Aus dem einen Universum raus (schwarze Löcher), in das andere (aus unserer Sicht weiße Löcher) wieder hinein...
Sozusagen ein ewiges hin und her.

LG
Einszweidrei, im Sauseschritt ! Läuft die Zeit; wir laufen mit (Wilhelm Busch)
Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft blind (Albert Einstein)




Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

absolut nix 21 Jun 2022 13:37 #102722

@badhofer

Man kann eine Einheit eindeutig definieren aber hat ein Messproblem.

Man könnte definieren, ein Meter ist 1000 Fe-Atome in einer Gerade Linie bei 273 °K. Die Temperatur und Gerade Linie auch definieren. Theoretisch ist es dann eindeutig. Aber man hat bei genauen Messungen Probleme. Das ist kein Beweis, dass die Natur unvollkommen ist.

Makroskopisch sieht es sehr Deterministisch aus. Keiner hat bisher eine Unregelmäßigkeit (Anomalie) beobachtet, oder es ist sehr unwahrscheinlich (QM) aber so, dass es keine sichtbare entscheidende Auswirkung hat.

Die Natur ist Deterministisch (Es sieht so aus.), besonderes Makroskopisch. Es gibt wenige Ausnahmen, die z.B. durch Zufälle (meist mikroskopische) oder durch QM-Wahscheinlichkeiten zustande kommen. Man könnte von einer Perfektion sprechen. Auch das Vorhandensein von Zufällen könnte zu dieser Perfektion gezählt werden.

Wir haben ein Universum mit Bestandteilen und mikroskopischen Zufällen (wie es aussieht), das sehr gut funktioniert. Ein chaotisches Universum ohne erkennbare Regeln wäre unvollkommen.

Was willst Du denn beweisen? Das Universum ist fehlerhaft und unvollkommen, und deshalb müssen etwas tun? Wie oft gibt es makroskopische Fehler und in welcher Art und Weise? Kennst Du Beispiele?
Folgende Benutzer bedankten sich: Rainer Raisch

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

absolut nix 21 Jun 2022 14:51 #102732

Hi wI01,
ich schrieb

Sonni1967 schrieb:

LogicalJusticeWarrior schrieb:
die tatsächliche Natur bleibt aber deterministisch.

Ich glaub als Laie sie scheint nur so. Wäre sie in allen Belangen kausal vorherbestimmt so wäre sie wie eine Maschine
(wie ein riesiges Uhrwerk), in jedem Augenblick könnte man die Zukunft aus der Vergangenheit berechnen und alles
wäre voraussagbar. Es würde nur das "Gesetzt" herrschen und sowas wie Freiraum gäbe es nicht mehr.
So ist das aber nicht (auch nicht im Makrokosmos). Als gutes Beispiel kann man hier die Mutation in der biologischen
Evolution sehen. Ein Kopierfehler des Bauplans bei der Zellteilung bewirkt etwas ganz neues und das kann man nicht
vorausberechnen. Es gibt irgendwie "Fehler" in der Natur allgemein.


Du:

Dieses Argument kann man sehr gut widerlegen.
Man kann die Zukunft deshalb nicht berechnen, weil auch in einem determinierten Universum der Mensch eben nicht alle Faktoren kennt. Im Normalfall werden so viele Faktoren einfließen, die ein Mensch nie für möglich erachtet.


Das ist logisch, wir könnten selbst wenn wir in einem rein determinierten Universum leben sollten niemals alle Faktoren kennen oder berechnen können.
Das könnte evtl. nur der laplacesche Dämon (aber der scheint ja durch die Unschärferelation widerlegt).
Zumindest hat man wissenschaftlich in all den Jahren bei Quantenprozessen noch keine verborgenen Parameter gefunden.

Ich denke aber auch dass unser Universum in seinem Weg durch die Zukunft hauptsächlich durch die Naturgesetzte gesteuert wird.
Sie sind richtungsgebend (geben Rahmenbedingungen), sind übergeordnet aber lassen trotzdem einen großen "Spielraum" zu
so dass sich das Universum auf verschiedenen Wegen entfalten kann (aber letztendlich führen "alle Wege nach Rom").
Früher oder später ..., von der Einfachheit hin zu immer mehr Komplexität.

Innerhalb der "Spielwiese" der Naturvorgaben gibt es aber Gegebenheiten die ungewiss sind z.B. Instabilitäten, Kippunkte, in
der biologischen Evolution Fehler (Mutationen) im Kopiervorgang, usw.... .

Es gibt auch viele Gegebenheiten in unserem Universum die sich nicht im Voraus berechnen lassen und dazu zählen zum Beispiel
emergente Phänomene durch komplexe Systeme. Da tauchen durch Wechselwirkungen ganz neue Eigenschaften auf die
sich nicht auf die einzelnen Eigenschaften von Teilsystemen / Bestandteilen zurückführen lassen:

Emergenz Als Gegenmodell zum Determinismus hat sich der Begriff der
Emergenz als Erklärungsmuster komplexer Systeme etabliert. Emergentes Verhalten
liegt dann vor, wenn aus einer Summe von Einzelkomponenten ein übergeordnetes
System generiert wird, deren Eigenschaften ein qualitatives Mehr schaffen als es die
Summe der Eigenschaften der Teilsysteme für sich alleine hätte erzeugen können.

Dieser Entstehungsprozess lässt sich nicht mehr bezogen auf seine ursprünglichen
Teilsysteme rückkoppeln und steht daher im Gegensatz zu deterministischen
Modellen. Emergente Systeme sind nicht durch Zerlegung beschreibbar oder
reduzierbar.

Über emergente Qualitäten etwas Neues zu erzeugen, könnte auch als das
eigentliche Ziel des architektonischen Entwurfs bezeichnet werden. Kompositorische
Entwurfsstrategien sind dazu aus sich heraus nicht in der Lage, denn man kann
Emergenz nicht gestalten. Man kann lediglich Ausgangsbedingungen definieren und
diese sich dann entfalten lassen. Entwerfen beschränkt sich in diesem Fall lediglich
auf die Auswahl der Teile und die Spekulation über deren eventuelle emergente
Verhaltensweise durch Interaktion.


www.kpluse-arch.uni-wuppertal.de/fileadm...%A4_Raum/pdf/ENM.pdf

Sowas ist nicht im voraus berechenbar (ich denke auch nicht für den laplaceschen Dämon) weil da entsteht was ganz neues durch
Interaktion und Informationsaustausch und evtl. entstehen dabei auch neue Gesetzte, hmmm...

Ich finde Gedanken sind auch irgendwie emergente Phänomene ( plötzliche Ideen, Eingebungen, Wissensblitze, Intution...).
Die lassen sich nicht im voraus mathematisch berechnen (genauso wenig wie das Auftauchen von Bewusstsein auf dieser Erde).
Unser Bewusstsein ist aber nicht getrennt von dem restlichen Universum, es ist aus ihm hervorgegangen und wir sind ein Teil
von ihm.

Unser Universum ist viel mehr wie nur ein rein deterministisch funktionierender Uhr-Apparat.
Naja, an persönliche Schicksale glaube ich trotzdem (aber das hat andere Gründe).

LG
Einszweidrei, im Sauseschritt ! Läuft die Zeit; wir laufen mit (Wilhelm Busch)
Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft blind (Albert Einstein)




Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Letzte Änderung: von Sonni1967.

absolut nix 21 Jun 2022 14:54 #102733

  • Rainer Raisch
  • Rainer Raischs Avatar
  • Offline
  • Forum Elite Mitglied
  • Forum Elite Mitglied
  • Eine Formel sagt mehr als 100 Bilder.
  • Beiträge: 4945
  • Dank erhalten: 580

Was willst Du denn beweisen?

Wenn ich nicht irre, dann geht es irgendwie um den Urknall. Klar mus dieser eine Bühne haben, um stattfinden zu können, egal wie diese aussieht und ob wir uns diese vorstellen können.

Diese Lücke schließt ja die Ewige Inflation, die annimmt. dass das Universum als Blase in einem Vakuum hoher Enegiedichte entstanden ist. Und wieder fast egal, ob dieses nun vier Raumdimensionen besitzt oder mehr oder weniger.
Vorsicht, ich schreibe vereinfacht ohne Wurzelzeichen ³x=³√x , wenig Klammern 1/4r²π=1/(4r²π) , statt Vektorpfeil v¹=v⃗ Funktionen bzw Argumente kennzeichne ich mit einem Punkt f.(x)=f(x)

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Letzte Änderung: von Rainer Raisch.

absolut nix 21 Jun 2022 16:42 #102737

  • UN
  • UNs Avatar
  • Offline
  • Forum Meister
  • Forum Meister
  • Beiträge: 446
  • Dank erhalten: 206
Sonni1967 schrieb in Kommentar #102732:

"...so dass sich das Universum auf verschiedenen Wegen entfalten kann (aber letztendlich führen "alle Wege nach Rom").
Früher oder später ..., von der Einfachheit hin zu immer mehr Komplexität."


Auch der US-amerikanische theoretische Physiker Dr. Sean Carroll hat sich dazu Gedanken gemacht, wie nämlich die Komplexität im Universum zunächst ansteigt und dann abfällt [rote Kurve], während die Entropie (welche die Verlaufsrichtung eines Wärmeprozesses kennzeichnet) kontinuierlich zunimmt [blaue Gerade].


www.umwelt-wissenschaft.de/forum/naturwi...g-und-entropie#77845

Thomas schrieb damals in Kommentar #77853 zum Thema "Ordnung und Komplexität im zeitlich fortschreitenden Universum" folgendes:
"Das Diagramm mit den zwei Kurven, das den Zusammenhang zeigt zwischen Order und Complexitiy im zeitlichen Verlauf, verweist eindeutig auf den Zusammenhang zwischen der Abnahme der Ordnung einerseits und der Zunahme der Komplexität andererseits, wobei letztere ein Maximum erreicht, um dann wieder abzunehmen.
Klar, wenn den Energiequellen (Sternen) der Brennstoff ausgeht, dann wird natürlicherweise auch die Zunahme der Komplexität der Strukturen zurück gehen, um dann sogar auch wieder abzunehmen. Die Komplexität der Strukturen bleibt also nicht erhalten!
Die Strukturen zerfallen wieder! Klar, ein Haus oder ein Auto halten ja auch nicht ewig und wenn wir zu dessen Erhalt noch so viel Energie rein stecken!"

www.umwelt-wissenschaft.de/forum/naturwi...g-und-entropie#77853
“…and isn't faith believing all power can't be seen”

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Letzte Änderung: von UN.

absolut nix 21 Jun 2022 21:02 #102753

  • Rainer Raisch
  • Rainer Raischs Avatar
  • Offline
  • Forum Elite Mitglied
  • Forum Elite Mitglied
  • Eine Formel sagt mehr als 100 Bilder.
  • Beiträge: 4945
  • Dank erhalten: 580

wie nämlich die Komplexität im Universum zunächst ansteigt und dann abfällt

Das ist eigentlich nicht richtig bzw der falsche Aspekt, denn die Entropie nimmt immer zu. Komplexität ist dabei ein subjektiver Begriff.

Das liegt daran, dass die Entropie für Gravitation und andere Wechselwirkungen mit der Dichte steigt (Potentialverlust, Bindungsenergie) und ansonsten (Thermodynamik) anders herum.

Carroll erklärt dies in seinen Videos aber schon anschaulich finde ich, nur ist es dennoch leicht misszuverstehen. Ich muss bei Carroll für die Nuancen jedenfalls immer sehr aufmerksam hinhören. Josef hat den Unterschied in einem Video recht gut betont, fand ich.
Vorsicht, ich schreibe vereinfacht ohne Wurzelzeichen ³x=³√x , wenig Klammern 1/4r²π=1/(4r²π) , statt Vektorpfeil v¹=v⃗ Funktionen bzw Argumente kennzeichne ich mit einem Punkt f.(x)=f(x)

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Letzte Änderung: von Rainer Raisch.

absolut nix 21 Jun 2022 22:11 #102759

  • UN
  • UNs Avatar
  • Offline
  • Forum Meister
  • Forum Meister
  • Beiträge: 446
  • Dank erhalten: 206
Rainer Raisch schrieb in Kommentar #102753:

Josef hat den Unterschied in einem Video recht gut betont, fand ich.


Könntest du bitte das entsprechende Video von Josef Gaßner verlinken?
“…and isn't faith believing all power can't be seen”

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

absolut nix 22 Jun 2022 08:07 #102767

  • Rainer Raisch
  • Rainer Raischs Avatar
  • Offline
  • Forum Elite Mitglied
  • Forum Elite Mitglied
  • Eine Formel sagt mehr als 100 Bilder.
  • Beiträge: 4945
  • Dank erhalten: 580
Dieses zB und wohl das ausführlichste:
www.uwudl.de/component/k2/entropie-infor...josef-m-gassner.html
Vorsicht, ich schreibe vereinfacht ohne Wurzelzeichen ³x=³√x , wenig Klammern 1/4r²π=1/(4r²π) , statt Vektorpfeil v¹=v⃗ Funktionen bzw Argumente kennzeichne ich mit einem Punkt f.(x)=f(x)

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Letzte Änderung: von Rainer Raisch.

absolut nix 22 Jun 2022 10:28 #102796

Was willst Du denn beweisen? Das Universum ist fehlerhaft und unvollkommen, und deshalb müssen etwas tun?

„Können wir die Welt verstehen?“ Das ist die zentrale Frage. Ich behaupte, ja, wir können sie verstehen, vorausgesetzt, wir fangen ganz von vorne an. „Absolut nix“ steht für „ganz vorne“, denn das ist das einzige, wo sich nicht mehr die Frage stellt: „Was war davor?“

Die Erkenntnis, dass es „absolut nix“ niemals gegeben hat können, zeigt, dass es immer schon ein ETWAS gegeben hat müssen. Dieses ETWAS zerstört die Vollkommenheit eines „absoluten nix“ und verursacht damit das fundamentalste aller Naturgesetze, nämlich die „Unvollkommenheit“ Das ETWAS kann sich seinem verursachten Prinzip selbst auch nicht entziehen und ist damit ebenfalls unvollkommen. Die Unvollkommenheit beherrscht alles, auch unser Leben.
.

Wie oft gibt es makroskopische Fehler und in welcher Art und Weise? Kennst Du Beispiele?

Beispiele findest du genug in deinem eigenen Leben. Wenn du dein gesamtes Leben immer wieder und immer wieder herunterlaufen lässt, dann erkennst du die vielen Unvollkommenheiten in den Details in deinem Leben. Und je mehr du erkennst, dass diese Unvollkommenheiten im Detail keine von dir verursachten Fehler waren, sondern dir vom fundamentalsten aller Naturgesetze aufgezwungen worden sind, desto mehr erkennst du, wie (fast) vollkommen eigentlich dein Leben im großen und ganzen ist. Je mehr du das erkennst, desto mehr fällt der Druck aus deinem Leben.
.
Ohne etwas wäre nicht einmal nichts

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Letzte Änderung: von badhofer.

absolut nix 22 Jun 2022 12:50 #102805

Beispiele findest du genug in deinem eigenen Leben. Wenn du dein gesamtes Leben immer wieder und immer wieder herunterlaufen lässt, dann erkennst du die vielen Unvollkommenheiten in den Details in deinem Leben.

Deine Beispiele sind über die Menschen, die wir intern noch nicht genug kennen. Welche Fehler kennst Du bei anderen Objekten?
Mir ist keine Fehler bei diesen Objekten bekannt. Wenn es bei ihnen kaum oder nichts vorkommt, dann liegt die Fehler bei Menschen nicht in „absolut nix“ und nicht an Deiner Hypothese.

Nehmen wir an, es gibt kleine nicht-bemerkbare Fehler und kaum sichtbare Veränderungen oder Fehler bei anderen Nicht-Lebewesen. Warum soll es bei den Menschen solche große Wirkungen haben, die Du meinst?

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

absolut nix 22 Jun 2022 15:17 #102810

Nehmen wir an, es gibt kleine nicht-bemerkbare Fehler und kaum sichtbare Veränderungen oder Fehler bei anderen Nicht-Lebewesen. Warum soll es bei den Menschen solche große Wirkungen haben, die Du meinst?

Weil in den Naturgesetzen kein Mechanismus existiert, der diese sogenannten "Fehler" behebt, denn sonst würden sich die Naturgesetze selbst beheben. Nur der Mensch ist sich dessen nicht bewusst, dass diese Fehler keine wirklichen Fehler sind, sondern systembedingte Unregelmäßigkeiten in der Regelmäßigkeit (Ausnahmen von der Regel). Durch das Beheben dieser Strukturfehler vermehren sie sich und fangen an, Wirkung zu zeigen.
Ohne etwas wäre nicht einmal nichts

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Letzte Änderung: von badhofer.

absolut nix 22 Jun 2022 17:34 #102814

  • wl01
  • wl01s Avatar
  • Offline
  • Forum Meister
  • Forum Meister
  • Beiträge: 887
  • Dank erhalten: 142

Weil in den Naturgesetzen kein Mechanismus existiert, der diese sogenannten "Fehler" behebt, denn sonst würden sich die Naturgesetze selbst beheben. Nur der Mensch ist sich dessen nicht bewusst, dass diese Fehler keine wirklichen Fehler sind, sondern systembedingte Unregelmäßigkeiten in der Regelmäßigkeit (Ausnahmen von der Regel). Durch das Beheben dieser Strukturfehler vermehren sie sich und fangen an, Wirkung zu zeigen.

Das Problem ist nur, dass in den Naturgesetzen kein Mechanismus existiert, der aufzeigt, was ein Fehler ist. Wenn es einen Fehler gäbe, würden ihn, so wie Du es richtig bemerkst, die Naturgesetze selbst beheben.
So ist eine solche "Unregelmäßig" (ich sage lieber "Spieltrieb des Universums" dazu), dann entweder kein Fehler, oder eben nicht vorhanden im Sinne der Naturgesetze. Ein Fehler wäre beispielsweise, wenn ein Ergebnis der Naturgesetze nicht funktionsfähig wäre, nur, dann eliminiert dies die Natur selbst.
MfG
WL01
Folgende Benutzer bedankten sich: aHaBotX

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

absolut nix 22 Jun 2022 23:34 #102824

Hi wI01,
ich schrieb

Sonni1967 schrieb:

LogicalJusticeWarrior schrieb:
die tatsächliche Natur bleibt aber deterministisch.

Ich glaub als Laie sie scheint nur so. Wäre sie in allen Belangen kausal vorherbestimmt so wäre sie wie eine Maschine
(wie ein riesiges Uhrwerk), in jedem Augenblick könnte man die Zukunft aus der Vergangenheit berechnen und alles
wäre voraussagbar. Es würde nur das "Gesetzt" herrschen und sowas wie Freiraum gäbe es nicht mehr.
So ist das aber nicht (auch nicht im Makrokosmos). Als gutes Beispiel kann man hier die Mutation in der biologischen
Evolution sehen. Ein Kopierfehler des Bauplans bei der Zellteilung bewirkt etwas ganz neues und das kann man nicht
vorausberechnen. Es gibt irgendwie "Fehler" in der Natur allgemein.


Du:

Dieses Argument kann man sehr gut widerlegen.
Man kann die Zukunft deshalb nicht berechnen, weil auch in einem determinierten Universum der Mensch eben nicht alle Faktoren kennt. Im Normalfall werden so viele Faktoren einfließen, die ein Mensch nie für möglich erachtet.


Das ist logisch, wir könnten selbst wenn wir in einem rein determinierten Universum leben sollten niemals alle Faktoren kennen oder berechnen können.
Das könnte evtl. nur der laplacesche Dämon (aber der scheint ja durch die Unschärferelation widerlegt).
Zumindest hat man wissenschaftlich in all den Jahren bei Quantenprozessen noch keine verborgenen Parameter gefunden.

Ich denke aber auch dass unser Universum in seinem Weg durch die Zukunft hauptsächlich durch die Naturgesetzte gesteuert wird.
Sie sind richtungsgebend (geben Rahmenbedingungen), sind übergeordnet aber lassen trotzdem einen großen "Spielraum" zu
so dass sich das Universum auf verschiedenen Wegen entfalten kann (aber letztendlich führen "alle Wege nach Rom").
Früher oder später ..., von der Einfachheit hin zu immer mehr Komplexität.

Innerhalb der "Spielwiese" der Naturvorgaben gibt es aber Gegebenheiten die ungewiss sind z.B. Instabilitäten, Kippunkte, in
der biologischen Evolution Fehler (Mutationen) im Kopiervorgang, usw.... .

Es gibt auch viele Gegebenheiten in unserem Universum die sich nicht im Voraus berechnen lassen und dazu zählen zum Beispiel
emergente Phänomene durch komplexe Systeme. Da tauchen durch Wechselwirkungen ganz neue Eigenschaften auf die
sich nicht auf die einzelnen Eigenschaften von Teilsystemen / Bestandteilen zurückführen lassen:

Emergenz Als Gegenmodell zum Determinismus hat sich der Begriff der
Emergenz als Erklärungsmuster komplexer Systeme etabliert. Emergentes Verhalten
liegt dann vor, wenn aus einer Summe von Einzelkomponenten ein übergeordnetes
System generiert wird, deren Eigenschaften ein qualitatives Mehr schaffen als es die
Summe der Eigenschaften der Teilsysteme für sich alleine hätte erzeugen können.

Dieser Entstehungsprozess lässt sich nicht mehr bezogen auf seine ursprünglichen
Teilsysteme rückkoppeln und steht daher im Gegensatz zu deterministischen
Modellen. Emergente Systeme sind nicht durch Zerlegung beschreibbar oder
reduzierbar.

Über emergente Qualitäten etwas Neues zu erzeugen, könnte auch als das
eigentliche Ziel des architektonischen Entwurfs bezeichnet werden. Kompositorische
Entwurfsstrategien sind dazu aus sich heraus nicht in der Lage, denn man kann
Emergenz nicht gestalten. Man kann lediglich Ausgangsbedingungen definieren und
diese sich dann entfalten lassen. Entwerfen beschränkt sich in diesem Fall lediglich
auf die Auswahl der Teile und die Spekulation über deren eventuelle emergente
Verhaltensweise durch Interaktion.


www.kpluse-arch.uni-wuppertal.de/fileadm...%A4_Raum/pdf/ENM.pdf

Sowas ist nicht im voraus berechenbar (ich denke auch nicht für den laplaceschen Dämon) weil da entsteht was ganz neues durch
Interaktion und Informationsaustausch und evtl. entstehen dabei auch neue Gesetzte, hmmm...

Ich finde Gedanken sind auch irgendwie emergente Phänomene ( plötzliche Ideen, Eingebungen, Wissensblitze, Intution...).
Die lassen sich nicht im voraus mathematisch berechnen (genauso wenig wie das Auftauchen von Bewusstsein auf dieser Erde).
Unser Bewusstsein ist aber nicht getrennt von dem restlichen Universum, es ist aus ihm hervorgegangen und wir sind ein Teil
von ihm.

Unser Universum ist viel mehr wie nur ein rein deterministisch funktionierender Uhr-Apparat.
Naja, an persönliche Schicksale glaube ich trotzdem (aber das hat andere Gründe).

LG


Ich stimme fast allem zu was du beschrieben hast, klar kann man menschliche Sprache Interpretieren und den Worten unterschiedlichen Bedeutungen beimessen. Das was ich anzweifle ist die Aussage: "Unser Universum ist viel mehr wie nur ein rein deterministisch funktionierender Uhr-Apparat". Auch in einem deterministischen Weltbild von Allem (oder eben den Uhr-Apparat), kann sich doch das Bewusstsein ausreichend oder teilweise abgrenzen von eben diesem, sodass ein freier Wille existieren kann. Ich sehe bisher keinen Beweis der den freien Willen in einer nichtdeterministischen Welt größer macht als in einer deterministischen.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

absolut nix 22 Jun 2022 23:44 #102826

Sonni1967 schrieb in Kommentar #102732:

"...so dass sich das Universum auf verschiedenen Wegen entfalten kann (aber letztendlich führen "alle Wege nach Rom").
Früher oder später ..., von der Einfachheit hin zu immer mehr Komplexität."


Auch der US-amerikanische theoretische Physiker Dr. Sean Carroll hat sich dazu Gedanken gemacht, wie nämlich die Komplexität im Universum zunächst ansteigt und dann abfällt [rote Kurve], während die Entropie (welche die Verlaufsrichtung eines Wärmeprozesses kennzeichnet) kontinuierlich zunimmt [blaue Gerade].


www.umwelt-wissenschaft.de/forum/naturwi...g-und-entropie#77845

Thomas schrieb damals in Kommentar #77853 zum Thema "Ordnung und Komplexität im zeitlich fortschreitenden Universum" folgendes:
"Das Diagramm mit den zwei Kurven, das den Zusammenhang zeigt zwischen Order und Complexitiy im zeitlichen Verlauf, verweist eindeutig auf den Zusammenhang zwischen der Abnahme der Ordnung einerseits und der Zunahme der Komplexität andererseits, wobei letztere ein Maximum erreicht, um dann wieder abzunehmen.
Klar, wenn den Energiequellen (Sternen) der Brennstoff ausgeht, dann wird natürlicherweise auch die Zunahme der Komplexität der Strukturen zurück gehen, um dann sogar auch wieder abzunehmen. Die Komplexität der Strukturen bleibt also nicht erhalten!
Die Strukturen zerfallen wieder! Klar, ein Haus oder ein Auto halten ja auch nicht ewig und wenn wir zu dessen Erhalt noch so viel Energie rein stecken!"

www.umwelt-wissenschaft.de/forum/naturwi...g-und-entropie#77853


Das ist ja auch ein wichtiges Argument gegen eine Entität die irgendwas "determiniert" auch wenn das was existiert determiniert ist. Die Regeln die das Universum beschreiben werden vom jetzigen Zeitpunkt, zurückgerechnet immer einfacher, bis sie maximal einfach sind. Da gibt es dann kein Bewusstsein mehr. Weil das viel zu komplex wäre. Daher muss sich auch niemand in der Willensfreiheit eingeschränkt fühlen.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

absolut nix 23 Jun 2022 04:08 #102828

  • wl01
  • wl01s Avatar
  • Offline
  • Forum Meister
  • Forum Meister
  • Beiträge: 887
  • Dank erhalten: 142

Das ist ja auch ein wichtiges Argument gegen eine Entität die irgendwas "determiniert" auch wenn das was existiert determiniert ist. Die Regeln die das Universum beschreiben werden vom jetzigen Zeitpunkt, zurückgerechnet immer einfacher, bis sie maximal einfach sind. Da gibt es dann kein Bewusstsein mehr. Weil das viel zu komplex wäre. Daher muss sich auch niemand in der Willensfreiheit eingeschränkt fühlen.

Das ist m.A. korrekt, dass dies für eine Determinierung spricht.
Allerdings sind in diesem Fall (Caroll) die Grundsätze des Urknalls und des Standardmodells hinterlegt worden, die solche eine Entwicklung erst aufzeigen bzw. nahelegen.
Aber selbst dann, ist nicht sicher, ob sich nicht eine Entität in den Anfängen des Universums gebildet hat (vielleicht ein Quantencomputer aus verschränkten Licht- oder Tachyonenquanten). Und diese Entität hätte nur ein Ziel, Informationen zu sammeln (und zu verarbeiten).
Aber wenn Du von "Entität" sprichst, geht doch jeder davon aus, dass diese Entität ohnedies vor dem Urknall bestanden hat und von "außerhalb" des Universums agiert,.. und Lemaître würde hüpfen vor Freude.....:P :lol:
MfG
WL01

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Letzte Änderung: von wl01.

absolut nix 23 Jun 2022 12:53 #102831

Ein Determinismus schließt jeglichen Zufall aus. Der Zufall ist aber ein fundamentaler Bestandteil dieser Welt, da es ihn schon vor dem Urknall gegeben hat. Mangels an Platzierungs-Kriterien befindet sich nämlich das ETWAS an einer zufälligen Stelle im NICHTS (im „Meer“ von den unendlich vielen Möglichkeiten). Aber man muss das Prinzip schon sehr gut kennen, um zu erkennen, was das bedeuten soll.

Ich schreibe schon über 30 Jahre an dieser Geschichte. Vor längerer Zeit habe ich zufällig in einem Krankenschwesterforum folgendes gefunden. Eine 17-jährige Krankenschwester hat (ungefähr) zu dieser Geschichte, die sie auch verlinkt hatte, geschrieben:
„Hallo Leute, wisst ihr eh, dass wir alle eine „Macke“ haben? Nein, nicht was ihr denkt. Das Universum hat einen Fehler, denn sonst würde es nicht existieren. Wir als Teil des Universums haben diesen Fehler auch. Also, wenn nicht immer alles perfekt läuft, denkt euch nichts dabei. Das muss so sein. Nichts kann perfekt sein."

Diese Krankenschwester hat alles verstanden und ich staune heute noch, mit welch wenigen und einfachen Worten sie den gesamten Sachverhalt beschrieben hat. Das ist wirklich genial. Ich glaube, wir denken viel zu kompliziert um den Brei herum.
.
Ohne etwas wäre nicht einmal nichts

Folgende Benutzer bedankten sich: Rainer Raisch

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

absolut nix 23 Jun 2022 14:01 #102832

  • UN
  • UNs Avatar
  • Offline
  • Forum Meister
  • Forum Meister
  • Beiträge: 446
  • Dank erhalten: 206
...würde nur nicht davon sprechen wollen, dass das Universum einen "Fehler" hat bzw. "unvollkommen" ist, sondern eher von Asymmetrien und Unbestimmtheit (ganz im Sinne von Werner Heisenberg). Asymmetrien und Unbestimmtheit im Universum waren als grundlegende Prinzipien von Anfang an vorhanden.
“…and isn't faith believing all power can't be seen”

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

absolut nix 23 Jun 2022 15:22 #102839

Ein Determinismus schließt jeglichen Zufall aus. Der Zufall ist aber ein fundamentaler Bestandteil dieser Welt, da es ihn schon vor dem Urknall gegeben hat.

Im Allerkleinsten existiert geregelter Zufall, und wenn es überhaupt ein echter Zufall wäre. Aber auch können die Computer Zufällige Werte erstellen, die echt aussehen.

Wenn es echte Zufälle gibt, dann könnte die Vorhersage für die Zukunft bei einigen wenigen Themen nicht möglich sein, also dann per Definition kein deterministisches Universum. Aber es gilt für wenige Voraussagen.

Die Zufälle bei Teilchen und sehr seltene makroskopische Zufälle gemäß QM könnten keinen Einfluss auf unserem Leben haben. Wir beobachten, dass jede makroskopische Veränderung/Reaktion durch eine Aktion hervorgerufen wird.
Die Meisten von Menschen denken aber, dass sie in der Lage sind Veränderungen ohne Aktionen auszulösen.

Wenn man von Fehlern sprechen könnte, findet man sie bei Quanten und nicht bei makroskopischen Objekten wie die Menschen.
Ja, es läuft in unserem Leben vieles nicht perfekt. Ein Gericht könnte z.B. nicht perfekt schmecken. Liegt es aber an der Fehlerhaftigkeit des Universums? Nein.
Man würde irgendwann in der Lage sein so das Gehirn künstlich beeinflussen, dass es perfekt befunden wird.

Die Motivationen bei der Evolution sind das Leiden und das Glück, sonst würde es keine hochentwickelten Lebewesen geben. Die Reden mit der Perfektion usw. werden deshalb ein Thema, da es „Leiden“ gibt. Irgendwann wird sich der Mensch selbst technisch so verändern (Mutieren), dass es dieses Problem nicht mehr existiert.
Die Menschen, die religiös oder metaphysisch denken, verneinen es geärgert sofort ohne eine Begründung.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Letzte Änderung: von Jamali.

absolut nix 24 Jun 2022 05:36 #102860

...würde nur nicht davon sprechen wollen, dass das Universum einen "Fehler" hat bzw. "unvollkommen" ist, sondern eher von Asymmetrien und Unbestimmtheit (ganz im Sinne von Werner Heisenberg). Asymmetrien und Unbestimmtheit im Universum waren als grundlegende Prinzipien von Anfang an vorhanden.

Da hast du natürlich vollkommen recht. Der Begriff „Fehler“ trifft nicht im Geringsten zu. Es ist jedoch so, dass die ganze Geschichte nicht für wenige interessant ist, sondern für alle relevant. Und die meisten können mit den Begriffen „Asymmetrien oder Unbestimmtheiten im Sinne Heisenbergs“ nichts anfangen. Der Begriff „Fehler oder fehlerhaft“ ist jedoch in unserem Sprachgebrauch allgemein verständlich. Auch wenn er in diesem Fall falsch ist, weist er auf das richtige hin.

Jedem Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann. Die Unvollkommenheit zu beschreiben ist natürlich auch nur unvollkommen möglich (no na).
Ohne etwas wäre nicht einmal nichts

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

absolut nix 24 Jun 2022 07:53 #102863

  • aHaBotX
  • aHaBotXs Avatar
  • Offline
  • Forum Spezialist
  • Forum Spezialist
  • nullius in verba
  • Beiträge: 1020
  • Dank erhalten: 41

... Auch wenn er in diesem Fall falsch ist, weist er auf das richtige hin. ...


So oft wie die Leute jetzt schon auf deinem Fehler hängen geblieben sind und es nicht weiter geht würde ich sagen das genau dieser "fehler" eben nicht auf das Richtige hinweist.
Es ist einfach nur überflüssig.
"Essentially all models are wrong, but some are useful."
George E.P. Box

"Wenn es nur eine Wahrheit gäbe, warum können wir dann 1000 Bilder zum gleichen Thema malen?"
Pablo Picasso (1881-1973)

"Zu nah an der Wahrheit, Zu nah am Leben, Zu penetrant um Ignoriert zu werden."
Böhse Onkelz (1996)

Only This eXist.
OTX = Quant = Römisches Dodekaeder = realAtom

oA = oldÄther = RaumZeit = Quantenschaum

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

absolut nix 24 Jun 2022 08:04 #102864

  • wl01
  • wl01s Avatar
  • Offline
  • Forum Meister
  • Forum Meister
  • Beiträge: 887
  • Dank erhalten: 142

... Auch wenn er in diesem Fall falsch ist, weist er auf das richtige hin. ...


So oft wie die Leute jetzt schon auf deinem Fehler hängen geblieben sind und es nicht weiter geht würde ich sagen das genau dieser "fehler" eben nicht auf das Richtige hinweist.
Es ist einfach nur überflüssig.

Eben. Ich vergleiche das mit einem Fehler beim Ablauf eines Computerprogrammes.
Wenn ein wirklich schwerer Fehler auftreten würde, würde das Programm den Ablauf sofort stoppen. Analog müsste das Universum stoppen oder sich nicht weiterentwickeln. Da es dies jedoch nicht tut, gibt es eben keinen Fehler, oder aber der Fehler ist eben nicht so schwerwiegend, dass das Universum sofort untergeht. Und aus diesem Grund können wir uns gemütlich zurücklehnen und den Spieltrieb des Universums genießen. Denn auch "deterministische Unzulänglichkeiten" erweitern den Informationsgehalt des Universums und erbringen neue, innovative Ergebnisse. Das nennt man eben Evolution.
MfG
WL01

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Letzte Änderung: von wl01.

absolut nix 24 Jun 2022 08:48 #102870

  • aHaBotX
  • aHaBotXs Avatar
  • Offline
  • Forum Spezialist
  • Forum Spezialist
  • nullius in verba
  • Beiträge: 1020
  • Dank erhalten: 41

..."deterministische Unzulänglichkeiten" ...


Das ist aber ein Menschliches Problem und dem Universum ist gar nicht bewusst das es das geben könnte.
"Essentially all models are wrong, but some are useful."
George E.P. Box

"Wenn es nur eine Wahrheit gäbe, warum können wir dann 1000 Bilder zum gleichen Thema malen?"
Pablo Picasso (1881-1973)

"Zu nah an der Wahrheit, Zu nah am Leben, Zu penetrant um Ignoriert zu werden."
Böhse Onkelz (1996)

Only This eXist.
OTX = Quant = Römisches Dodekaeder = realAtom

oA = oldÄther = RaumZeit = Quantenschaum

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

absolut nix 24 Jun 2022 13:38 #102885

So oft wie die Leute jetzt schon auf deinem Fehler hängen geblieben sind und es nicht weiter geht würde ich sagen das genau dieser "fehler" eben nicht auf das Richtige hinweist.

Genau. Darauf wurde auch schon oft zu Recht hingewiesen. Nur wenn man weiß, wie es gemeint ist, und das ist leider nicht, was man allgemein unter einem "Fehler" versteht, dann wird ein Schuh draus.

Gemeint ist ja, das einfach etwas fehlt in einem Muster oder so. Wenn ein Künstler auf eine völlig weiße Leinwand eine einzige rote Kreisfläche malt, dann ist der Kreis im Badhoferschen Sinn ein "Fehler" im Weiß. Weiß wäre das normale "Muster". Man kann natürlich auch sagen, das Weiße außenrum ist ein "Fehler" im Rot, wenn man Rot als das normale Muster ansieht.

Das ist alles so trivial, dass ich nur staune, dass man daraus eine große Philosophie stricken will und hier seitenlang darüber schreibt. Als ob eine solche Philosophie nicht schon längst erfunden wäre, z.B. Yin/Yang usw.

Das "Problem" ist doch einfach ein Psychologisches: Die Evolution hat den Menschen so geprägt, dass er immer und überall Muster erkennt und erkennen will, selbst wenn gar keine da sind. Was nicht ins Muster passt, wird auffällig und gehasst oder geliebt, naja.

Trotz der Trivialität – oder vielleicht sogar gerade deswegen – ist es schon nützlich, wenn man sich diesen psychologischen Mechanismus mal klar macht... immerhin entstehen Rassismus, Ausgrenzung, Krieg und solche Dinge aus dem Musterdenken, bzw. Nichtdenken, Querdenken...
Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Letzte Änderung: von Steinzeit-Astronom.

absolut nix 24 Jun 2022 14:15 #102887

UN schrieb:

Auch der US-amerikanische theoretische Physiker Dr. Sean Carroll hat sich dazu Gedanken gemacht, wie nämlich die Komplexität im Universum zunächst ansteigt und dann abfällt [rote Kurve], während die Entropie (welche die Verlaufsrichtung eines Wärmeprozesses kennzeichnet) kontinuierlich zunimmt [blaue Gerade].


Mag sein dass die Kurve der Komplexität irgendwann ( wenn die letzten Sterne erloschen sind) wieder abnimmt und die Entropie nimmt
ja sowieso in unserem beobachtbaren Universum immer zu.

Die Frage ist halt : Wenn unser Universum z.B. den Wärmetod stirbt:
Wo bleibt da die Information über alles was darin je existierte erhalten? Information soll ja eine Erhaltungsgröße sein und soll auch nicht verloren gehen.

Vielleicht ist sie irgendwie abgespeichert am Rande von Raum und Zeit (Ereignishorizont schwarzer Löcher oder am kosmischen
Ereignishorizont). Wäre das so, so würde nichts verloren gehen was je existiert hätte. Alles wäre irgendwie noch da und das glaube ich
und finde es ist ein schöner Gedanke.

Du zitiertest Thomas:

Die Komplexität der Strukturen bleibt also nicht erhalten!


Aber evtl. die Informationen darüber und das ist das Wichtigste. Evtl. leben wir ja wirklich in einem holographischen Universum.

In diesem Video hatte ein Wissenschaftler berechnet:

Seinen Anfang nahm das Universum als eine 2 Dimensionale Scheibe in der alle Informationen enthalten waren.
Diese Daten interagierten miteinander und wurden immer komplexer. Irgendwann reichte die 2 Dimensionalität nicht
mehr aus und notwendig wurde eine 3-dimensionale Kugel. Damit begann die Uhr (des Universums wie wir es kennen)
an zu ticken.




(Ab ca 21:00).

Vielleicht war der Urknall nur der Übergang von der 2. zu der 3. Dimension und gerade expandiert / emergiert es hin
zu einer4 Dimension ( wer weiß es schon).

Wenn das so wäre (unser Universum vergisst nix) so trägt jeder die Verantwortung für seine Handlungen. Dann sind
sie für immer und ewig eingebrannt im großen Internet der Wirklichkeit. Da passe ich heute auf dass ich es so gut wie möglich
hinbekomme ( aber grrrr..., , ging mir oft daneben).

Hihi..., LG
Einszweidrei, im Sauseschritt ! Läuft die Zeit; wir laufen mit (Wilhelm Busch)
Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft blind (Albert Einstein)




Folgende Benutzer bedankten sich: UN

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Letzte Änderung: von Sonni1967.

absolut nix 24 Jun 2022 14:37 #102889

LogicalJusticeWorrior schrieb:

Das was ich anzweifle ist die Aussage: "Unser Universum ist viel mehr wie nur ein rein deterministisch funktionierender Uhr-Apparat".


Ich denke unsere Welt besteht aus Systemen und deren Wechselwirkungen. Unser Universum ist dynamisch, entwicklungsfähig,
lässt Freiraum für Veränderung, lässt Freiraum für Neues, ist flexibel, hat die Fähigkeit zu emergieren und vieles mehr.
Kurz: Es ist entwicklungsfähig.

Das alles passt für mich nicht in ein Weltbild eines mechanischen Uhrwerkes. Ein mechanisches Uhrwerk ist einfach nur starr.
Nix kann sich da entwickeln, verändern oder was neues hervorbringen.

Deshalb denke ich:
Es gibt / gab (von Anfang an ) gewisse Naturprinzipien die vorgegeben waren aber innerhalb derer viele große Freiheitsräume.

LG
Einszweidrei, im Sauseschritt ! Läuft die Zeit; wir laufen mit (Wilhelm Busch)
Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft blind (Albert Einstein)




Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Letzte Änderung: von Sonni1967.

absolut nix 24 Jun 2022 15:04 #102890

UN schrieb:

..würde nur nicht davon sprechen wollen, dass das Universum einen "Fehler" hat bzw. "unvollkommen" ist, sondern eher von Asymmetrien und Unbestimmtheit (ganz im Sinne von Werner Heisenberg)


Das Leben wurde von unserem Universum hervorgebracht und darum muss man die Biologie auch mit hereinbeziehen.
Sie ist aus der kosmischen Evolutionsgeschichte ja hervorgegangen und da kann man durchaus von "Fehlern" sprechen.

In der Biologie gibt es Fehler (wie will man sie anders benennen). Es ist die Mutation. Sie ist ein Fehler in der -Gen-Kopie-
die zu neuen körperlichen Merkmalen führt. Meistens sind die tödlich aber manchmal haben sie nützliche Eigenschaften
(längere Flügel, buntere Farben usw...).

Wäre die Biologie fehlerlos gewesen dann hätte sich nichts verändert. Lebewesen hätten sich niemals anpassungsfähig an
veränderte Umweltbedingungen in der Natur anpassen können (die sich ja stets verändert).

Wir sind (noch nicht fertige) Geschöpfe des Universums welches uns hervorgebracht hat und mit
Sicherheit nicht getrennt von ihm (und mit ganz großer Sicherheit noch nicht fertig und perfekt).


Ich glaube es ist so wie es mal Antoine de Saint Exupery beschrieb:

Ich bin der Fehler in der Rechnung. Ich bin das Leben.


LG
Einszweidrei, im Sauseschritt ! Läuft die Zeit; wir laufen mit (Wilhelm Busch)
Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft blind (Albert Einstein)




Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

absolut nix 24 Jun 2022 16:42 #102893

  • UN
  • UNs Avatar
  • Offline
  • Forum Meister
  • Forum Meister
  • Beiträge: 446
  • Dank erhalten: 206
Hallo Sonni1967,

Wie immer interessante Gedanken, vielen Dank.

Das Video aus deinem obigen Kommentar #102887 schaue ich mir am Wochenende gleich mal in voller Länge an, obgleich man skeptisch sein darf, ob das holographische Universum tatsächlich die physikalische Realität beschreibt oder vielleicht doch nicht mehr ist als eine Hypothese und mathematische Spielerei...
www.uwudl.de/fragen/67-holographisches-p...f-m-gassner.html#536

Im Video Einsteins Quantenrätsel (ab 54:07) hier wird jedenfalls vom theoretischen Physiker Prof. Sean Carroll gemutmaßt, daß vielleicht Quantenverschränkung (Quantum Entanglement) das große Geheimnis ist und die wahre Struktur des Universums bilden könnte und Professor Dijkgraaf lässt seinen Gedanken vor dem Institute for Advanced Study in Princeton, USA freien Lauf und spekuliert über das holographische Universum an der Tafel. 

Mit besten Grüßen und Wünschen,
UN
“…and isn't faith believing all power can't be seen”
Folgende Benutzer bedankten sich: Sonni1967

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Letzte Änderung: von UN.

absolut nix 24 Jun 2022 17:14 #102898

wl01 schrieb:
Ich vergleiche das mit einem Fehler beim Ablauf eines Computerprogrammes.
Wenn ein wirklich schwerer Fehler auftreten würde, würde das Programm den Ablauf sofort stoppen. Analog müsste das Universum stoppen oder sich nicht weiterentwickeln. Da es dies jedoch nicht tut, gibt es eben keinen Fehler, oder aber der Fehler ist eben nicht so schwerwiegend, dass das Universum sofort untergeht

Das Universum macht überhaupt keine Fehler, weder leichte noch schwerwiegende. Es ist lediglich in sich nicht absolut. Denn das Prinzip der Unvollkommenheit hat es schon vor dem Urknall gegeben und dieses Prinzip ist deshalb in allem folgenden auch enthalten, auch in unserem täglichen Leben.
.

Steinzeit-Astronom schrieb:
Wenn ein Künstler auf eine völlig weiße Leinwand eine einzige rote Kreisfläche malt, dann ist der Kreis im Badhoferschen Sinn ein "Fehler" im Weiß.

Der Kreis ist kein Fehler im Weiß, sondern ein Fehler in der Absolutheit. Das ist ein ganzen entscheidender Unterschied. Denn würde der Künstler einen zweiten Kreis malen, dann wäre nach deiner Version ein zweiter Fehler im Kreis. Der zweite Kreis bewirkt jedoch überhaupt nichts, denn die Absolutheit hat der erste Kreis bereits zerstört.
.

Steinzeit-Astronom schrieb:
Das ist alles so trivial, dass ich nur staune, dass man daraus eine große Philosophie stricken will und hier seitenlang darüber schreibt. Als ob eine solche Philosophie nicht schon längst erfunden wäre, z.B. Yin/Yang usw.

Das ist wirklich erstaunlich, dass man das schon seit dreitausend Jahren kennt, es jedoch im täglichen Leben bis heute nicht beachtet wird. Yin Yang hat man genauso ver-zeremonisiert und ver-ritualisiert, genauso wie das das christliche Abendland mit vielen ihrer Weisheiten gemacht hat.
.

Sonni1967 schrieb;
Information soll ja eine Erhaltungsgröße sein und soll auch nicht verloren gehen.

Solange die Information, dass sich im NICHTS ein ETWAS befindet, nicht verloren geht, solange kann auch keine Information im Universum verloren gehen. Denn das Prinzip, das vor dem Urknall war, bleibt auch nach dem Urknall erhalten. Und die Information, dass sich ein ETWAS im NICHTS befindet, könnte nur dann verloren gehen, wenn das ETWAS aus dem NICHTS verschwinden würde. Das ist jedoch nicht möglich, denn ohne ETWAS wäre dann nicht einmal NICHTS.
.
Ohne etwas wäre nicht einmal nichts

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Letzte Änderung: von badhofer.

absolut nix 24 Jun 2022 18:05 #102906

  • aHaBotX
  • aHaBotXs Avatar
  • Offline
  • Forum Spezialist
  • Forum Spezialist
  • nullius in verba
  • Beiträge: 1020
  • Dank erhalten: 41

... Denn das Prinzip der Unvollkommenheit hat es schon vor dem Urknall gegeben...


Bis hier hin bin ich bei dir.

... und dieses Prinzip ist deshalb in allem folgenden auch enthalten, auch in unserem täglichen Leben. ...


Das glaube ich so nicht!


Vor dem Urknall gibt es einen Wiederspruch ALLES = NICHTS und dieser Wiederspruch wird durch eine Reaktion (den Urknall) aufgelöst.
Somit ist alles nach dem Urknall perfekt darin den Wiederspruch von Vorher aufzulösen.


So oft wie die Leute jetzt schon auf deinem Fehler hängen geblieben sind und es nicht weiter geht würde ich sagen das genau dieser "fehler" eben nicht auf das Richtige hinweist.

...


Das mit dem Zitieren üben wir aber noch mal! Kleiner HTML Kurs Gefällig?
"Essentially all models are wrong, but some are useful."
George E.P. Box

"Wenn es nur eine Wahrheit gäbe, warum können wir dann 1000 Bilder zum gleichen Thema malen?"
Pablo Picasso (1881-1973)

"Zu nah an der Wahrheit, Zu nah am Leben, Zu penetrant um Ignoriert zu werden."
Böhse Onkelz (1996)

Only This eXist.
OTX = Quant = Römisches Dodekaeder = realAtom

oA = oldÄther = RaumZeit = Quantenschaum

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Letzte Änderung: von aHaBotX.

absolut nix 26 Jun 2022 02:52 #102969

Ein Determinismus schließt jeglichen Zufall aus. Der Zufall ist aber ein fundamentaler Bestandteil dieser Welt, da es ihn schon vor dem Urknall gegeben hat. Mangels an Platzierungs-Kriterien befindet sich nämlich das ETWAS an einer zufälligen Stelle im NICHTS (im „Meer“ von den unendlich vielen Möglichkeiten). Aber man muss das Prinzip schon sehr gut kennen, um zu erkennen, was das bedeuten soll.

Ich schreibe schon über 30 Jahre an dieser Geschichte. Vor längerer Zeit habe ich zufällig in einem Krankenschwesterforum folgendes gefunden. Eine 17-jährige Krankenschwester hat (ungefähr) zu dieser Geschichte, die sie auch verlinkt hatte, geschrieben:
„Hallo Leute, wisst ihr eh, dass wir alle eine „Macke“ haben? Nein, nicht was ihr denkt. Das Universum hat einen Fehler, denn sonst würde es nicht existieren. Wir als Teil des Universums haben diesen Fehler auch. Also, wenn nicht immer alles perfekt läuft, denkt euch nichts dabei. Das muss so sein. Nichts kann perfekt sein."

Diese Krankenschwester hat alles verstanden und ich staune heute noch, mit welch wenigen und einfachen Worten sie den gesamten Sachverhalt beschrieben hat. Das ist wirklich genial. Ich glaube, wir denken viel zu kompliziert um den Brei herum.
.


"Der Zufall ist aber ein fundamentaler Bestandteil dieser Welt, da es ihn schon vor dem Urknall gegeben hat."

Wenn das wo man das ETWAS platzieren kann ein Kreis wäre, bleibt alles deterministisch auch wenn die Ermittlung der konkreten Stelle für uns eventuell nicht möglich ist. Aber offensichtlich waren hier auch Forenteilnehmer vor dem Urknall dabei. Daher verbeuge ich ich ehrfürchtig und verabschiede mich in die Unendlichkeit! Beam me up scotty!
Folgende Benutzer bedankten sich: Steinzeit-Astronom

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Letzte Änderung: von LogicalJusticeWarrior.

logo

Große Zellgasse 79
85049 Ingolstadt