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Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 19:09 #82535

Im Sommer hieß es zuerst, bis 1000 Neuinfektionen am Tag hätten die Gesundheitsämter alles im Griff.

Vieleicht war das zu dem Zeitpunkt auch so. Die Gesundheitsämter waren da noch unvorbereitet auf die Herausforderung.

Als die überschritten waren hieß es, bis 4000 Neuinfektionen am Tag hätten die Gesundheitsämter alles im Griff.

Koinzidenz? Die 1000 wurden später überschritten; waren die Gesundheitsämter zwischenzeitlich untätig? Ich denke nicht.
Aber tatsächlich waren die irgendwann nicht mehr in der Lage jeden Kontakt nachzuverfolgen.

Ich hatte von Anfang an den Eindruck das es primäres Ziel der Coronabekämpfung war das Gesundheitswesen nicht zu überlasten.
Ohne irgendwelche Maßnahmen wäre das sicher geschehen (wie in anderen Ländern zu sehen war). Ich meine das zumindest dieses Ziel bisher erreicht wurde und darüber sollten wir froh sein.

Zweite Ziel sollte sein wieder jeden einzelnen Fall nachverfolgen zu können um die flächendeckenden Lockdownmaßnahmen aufheben zu können.
Dieses Ziel wurde leider nicht erreicht -- was nicht verwundert denn das Nachvollziehen einer einzelnen Infektionskette dürfte ein ziemlich personalintensives Unterfangen sein. (Kenn mich leider nicht aus wie sowas bisher gemacht wurde)

PS:
Aus eigener Erfahrung:
Ich wurde im Dezember erst zwei Wochen nach meinem positiv-Test durch den Hausarzt vom Gesundheitsamt angerufen und nach meinem Befinden befragt -- allerdings ohne das man sich für eine mögliche Quelle der Infektion interessiert hätte. Ich erhielt quasi gleichzeitig mit der Quarantäneanordnung die Aufhebung derselben weil die Infektion tatsächlich schon über drei Wochen zurück lag. Klar, es gab einfach zuviele Fälle im Landkreis und mein Hausarzt hatte mich schon darauf vorbereitet.
assume good faith

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Letzte Änderung: von Merilix.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 19:25 #82536

Brauchen wir staatlich angeordnete Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung (der sogenannte Lockdown) oder kann das die Bevölkerung eigenverantwortlich regeln, lautet eine hier diskutierte Frage.

Interessant ist ein Blick auf die Nutzung der Corona-Warnapp. Sie wurde 26 Mio mal heruntergeladen.

Zwischen Sep 2020 und Mar 2021 wurden 500.000 positive Testergebnisse an die Nutzer übermittelt. In 60% der Fälle gaben die Nutzer ihr positives Ergebnis in die App ein. In 40% der Fälle, das sind immerhin 200.000 Infektionen, taten das die Nutzer nicht.

Über deren Motive kann man nur spekulieren, mir fallen direkt mehrere Möglichkeiten ein. Diese 200.000 Menschen hätten also einen aktiven Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten können, aus meiner Sicht müssen, sie hätten ihre Mitmenschen schützen können. Sie taten das nicht.

Soviel zum Thema Eigenverantwortung. 40% sind verdammt viel.
"Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen." (Bertolt Brecht 1898 - 1956, deutscher Dramatiker)
"Alle Modelle sind falsch, aber mit manchen kann man ganz gut rechnen" (frei nach George Box 1919-2013, britischer Statistiker)
"Vergeuden Sie Ihre Zeit nicht mit Erklärungen. Menschen hören immer nur das, was sie hören wollen" (Paulo Coelho, 1947 - , brasilianischer Schriftsteller)

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Letzte Änderung: von gaston.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 19:34 #82537

Merilix schrieb: Ich hatte von Anfang an den Eindruck das es primäres Ziel der Coronabekämpfung war das Gesundheitswesen nicht zu überlasten.

Bei exponentieller Ausbreitung kann das nie funktionieren. Es wäre bestenfalls ein Glücksspiel. Bei einer ständigen Fallverdopplung ist man da extrem schnell bei einem unrealistisch hohen Bedarf an Betten und Personal.

Merilix schrieb: Zweite Ziel sollte sein wieder jeden einzelnen Fall nachverfolgen zu können um die flächendeckenden Lockdownmaßnahmen aufheben zu können.

Das kann eigentlich immer nur erstes Ziel sein. Sobald die Gesundheitsämter überlastet sind, ist ja ein Kippunkt erreicht, der die Dynamik sofort stark in die Höhe treibt. Je länger man dann mit Gegenmaßnahmen wartet, destso unangenehmer wird die Sache. Der Aufwand dazu steigt ja wegen des Fehlens der Nachverfolgung dann noch einmal überproportional. Ziemlich egal, ob dann noch eine neue Virenvariante dazu kommt oder nicht.



Und wenn ich mir die Grafik so anschaue, dann würde ich einmal behaupten, dass eine Inzidenz unter 35 noch lange nicht reicht um das Problem in den Griff zu bekommen. Den kleinen Hubel bei 5 haben die Gesundheitsämter noch geschafft. Aber auch nur einmal. Anfang des Jahres hat man wohl angefangen die Gesundheitsämter auf einen halbwegs brauchbaren Zustand hin zu digitalisieren. Viel zu spät.

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Letzte Änderung: von Pferdefuss.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 19:37 #82538

In 40% der Fälle, das sind immerhin 200.000 Infektionen, taten das die Nutzer nicht.

Seltsam... Woher weis man das? Woher weis man das die 40% die ihre Daten nicht eingegeben haben sollen infiziert waren? Kann die App hellsehen? Übermittelt die App nicht eingegebene Daten trotzdem ohne Einverständnis?
Derartige Aussagen machen mich irgendwie hellhörig und stutzig.


Merilix schrieb: Ich hatte von Anfang an den Eindruck das es primäres Ziel der Coronabekämpfung war das Gesundheitswesen nicht zu überlasten.

Bei exponentieller Ausbreitung kann das nie funktionieren. ... Bei einer ständigen Fallverdopplung ist man da extrem schnell bei einem unrealistisch hohen Bedarf an Betten und Personal.

Das hängt zunächst davon ab wie lange die Verdoppelung braucht. Verdoppelung alle 14 Tage ist nicht gut, Verdoppelung alle 6 Monate gibt Zeit zum Gegensteuern um aus dem exponentiellen Wachstum rauszukommen. -- Und darum geng es ja gerade im Frühjahr 2020, das Infektionsgeschehen zu verlangsamen damit das Gesundheitswesen aufrüsten kann um der Lage gewachsen zu bleiben.

Merilix schrieb: Zweite Ziel sollte sein wieder jeden einzelnen Fall nachverfolgen zu können um die flächendeckenden Lockdownmaßnahmen aufheben zu können.

Das kann eigentlich immer nur erstes Ziel sein. Sobald die Gesundheitsämter überlastet sind, ist ja ein Kippunkt erreicht, der die Dynamik sofort stark in die Höhe treibt.

Seltsame Prioritätensetzung du hast... Natürlich muss es immer erst darum gehen den Patienten helfen zu können die Jetzt dringend Hilfe brauchen (Gesundheitswesen). Das Nachverfolgen der Ursachen von Amts wegen (Gesundheitsämter) kommt dann logischerweise erst an zweiter Stelle.
assume good faith

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Letzte Änderung: von Merilix.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 19:49 #82540

Seltsam... Woher weis man das? Woher weis man das die 40% die ihre Daten nicht eingegeben haben sollen infiziert waren?


Ich unterstelle, dass die Gesundheitsämter im Rahmen Ihrer Kommunikation mit der infizierten Person abfragen, ob sie die App nutzt. Es braucht ja auch den Freischaltcode zur Eingabe des Positivergebnisses, damit kein Missbrauch mit Falschmeldungen betrieben wird.
"Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen." (Bertolt Brecht 1898 - 1956, deutscher Dramatiker)
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Letzte Änderung: von gaston.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 20:07 #82542

Seltsam... Woher weis man das? Woher weis man das die 40% die ihre Daten nicht eingegeben haben sollen infiziert waren?

Ich unterstelle, dass die Gesundheitsämter im Rahmen Ihrer Kommunikation mit der infizierten Person abfragen, ob sie die App nutzt. Es braucht ja auch den Freischaltcode zur Eingabe des Positivergebnisses, damit kein Missbrauch mit Falschmeldungen betrieben wird.

Gute Antwort.
Ich kann mich allerdings nicht erinnern danach gefragt worden zu sein... besitze allerdings auch kein Smartphone -- Gedächtnislücke somit nicht ausgeschlossen^^
assume good faith

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Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 20:50 #82550

Merilix schrieb: Und darum geng es ja gerade im Frühjahr 2020, das Infektionsgeschehen zu verlangsamen damit das Gesundheitswesen aufrüsten kann um der Lage gewachsen zu bleiben.

Das hat aber keiner gemacht. Wie oft soll ich das denn noch bringen. Die Ordinate in der Grafik ist logarithmisch eingeteilt. Eine Gerade entspricht damit einer Exponentialfunktion in der gängigen Darstellung.



Wir hatten ab Mitte Juli praktisch nur noch exponentiell steigende Fallzahlen.
Die Verdopplungszeit lag da schon bei etwa 4 Wochen. www.power2world.net/viewtopic.php?f=15&t=124&p=1448#p1448 . Dass die im Herbst noch einmal steigen wird, war abzusehen. Wir hatten das Verdopplungszeiten von etwa 2 Wochen.

Merilix schrieb: Seltsame Prioritätensetzung du hast... Natürlich muss es immer erst darum gehen den Patienten helfen zu können die Jetzt dringend Hilfe brauchen (Gesundheitswesen). Das Nachverfolgen der Ursachen von Amts wegen (Gesundheitsämter) kommt dann logischerweise erst an zweiter Stelle.

Patienten die gar nicht erst von dem Virus generiert werden, brauchen auch keine Hilfe. Die Nachverfolgung soll ja Patienten und damit auch Intensivfälle verhindern. Nur was da noch durchschlüpft oder durch unvorhergesehene Situationen generiert wird, würde dann noch im Krankenhaus landen. Und den unvorhergesehenen Fall haben wir durch die Mutation doch auch gerade.

Alles Andere ist unrealistisch, zumal das Virus die Verdopplungszeit ja vorgibt.

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Letzte Änderung: von Pferdefuss.

Covid-19 Erfahrungen 03 Apr 2021 08:31 #82564

Unabhängig von IT-technischen und sonstigen Defiziten ist eine Corona-Nachverfolgung durch Gesundheitsämter generell nur teilweise möglich. Daher halte ich Schwarz-Weiß Betrachtungen hier generell für falsch.

Wenn ein Infizierter beispielsweise mit dem Bus zur Arbeit gefahren ist, dann lässt sich nicht nachverfolgen, ob er jemand angesteckt hat (ist auch mit Maske möglich). Man kann ja nicht einmal ermitteln, wer alles zu der Zeit im selben Bus saß und wo.

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Letzte Änderung: von ClausS.

Covid-19 Erfahrungen 03 Apr 2021 08:52 #82565

ClausS schrieb: Unabhängig von IT-technischen und sonstigen Defiziten ist eine Corona-Nachverfolgung durch Gesundheitsämter generell nur teilweise möglich. Daher halte ich Schwarz-Weiß Betrachtungen hier generell für falsch.

Die Gesundheitsämter haben eine Schlüsselfunktion. Dort laufen viele relevante Informationen zum Infektionsgeschehen zusammen. Die müssen auch sortieren und weiterverteilen. Das kann man doch nur so betrachten, dass die auch dazu in die Lage versetzt werden müssen.

ClausS schrieb: Wenn ein Infizierter beispielsweise mit dem Bus zur Arbeit gefahren ist, dann lässt sich nicht nachverfolgen, ob er jemand angesteckt hat (ist auch mit Maske möglich). Man kann ja nicht einmal ermitteln, wer alles zu der Zeit im selben Bus saß und wo.

Da sind wir dann wieder beim Thema Elektronik zur Nachverfolgung. Aber alles was in der Richtung entwickelt wird, wird doch nichts anderes machen als zunächst einmal Informationen an das Gesundheitsamt zu übermitteln.

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Letzte Änderung: von Pferdefuss.

Covid-19 Erfahrungen 03 Apr 2021 09:13 #82567

Unabhängig von IT-technischen und sonstigen Defiziten ist eine Corona-Nachverfolgung durch Gesundheitsämter generell nur teilweise möglich. Daher halte ich Schwarz-Weiß Betrachtungen hier generell für falsch.

Wenn ein Infizierter beispielsweise mit dem Bus zur Arbeit gefahren ist, dann lässt sich nicht nachverfolgen, ob er jemand angesteckt hat (ist auch mit Maske möglich). Man kann ja nicht einmal ermitteln, wer alles zu der Zeit im selben Bus saß und wo.

Wir haben uns in Deutschland nun mal dazu entschieden, dem Schutz persönlicher Daten Vorrang zu geben gegenüber dem Infektionsschutz. Technisch wäre deutlich mehr machbar als heute bei uns, andere Länder machen uns das vor, aber wir wollen es nicht. So geht halt Demokratie.
"Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen." (Bertolt Brecht 1898 - 1956, deutscher Dramatiker)
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Covid-19 Erfahrungen 03 Apr 2021 09:56 #82568

Wir haben uns in Deutschland nun mal dazu entschieden, dem Schutz persönlicher Daten Vorrang zu geben gegenüber dem Infektionsschutz.


Das ist unhaltbarer Unsinn. Der Infektionsschutz hat momentan in allen Lebensbereichen Vorrang und es werden alle anderen Grundrechte dafür massiv eingeschränkt, z.B. auch das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung durch Anwesenheitsliste die überall geführt werden etc. Der Staat muss aber wo immer möglich auch die anderen Grundrechte ermöglichen. Es gibt nun einmal keine „Grundrechte-Hierarchie“, die sind laut GG grundsätzlich erst einmal alle gleichrangig. (Wobei Infektionsschutz an sich nicht mal ein Grundrecht ist.)

So geht halt Demokratie.


Ja, genau, so geht Demokratie. Und ich bin froh, in einer solchen Demokratie zu leben.
The truth is often what we make of it; you heard what you wanted to hear, believed what you wanted to believe.

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Letzte Änderung: von Arrakai.

Covid-19 Erfahrungen 03 Apr 2021 10:59 #82569

Das ist unhaltbarer Unsinn.

Diese Einschätzung teile ich nicht. Ich bin im Gegenteil davon überzeugt, dass die Ausschöpfung der technischen Möglichkeiten Menschenleben retten, schwere Erkrankungen reduzieren und einschränkende Maßnahmen auf mittlere Sicht abkürzen würde.

Und ich bin froh, in einer solchen Demokratie zu leben.

Me too.
"Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen." (Bertolt Brecht 1898 - 1956, deutscher Dramatiker)
"Alle Modelle sind falsch, aber mit manchen kann man ganz gut rechnen" (frei nach George Box 1919-2013, britischer Statistiker)
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Covid-19 Erfahrungen 03 Apr 2021 11:08 #82571

Es gibt nun einmal keine „Grundrechte-Hierarchie“, die sind laut GG grundsätzlich erst einmal alle gleichrangig.


Doch gibt es .

Die Menschenwürde ist einerseits der zentrale und höchstrangige Wert des Grundgesetzes und geht allen anderen vor und ist mit keinem anderen Verfassungsgut abwägbar. Auch dem Recht auf Leben oder dem Schutz des Staates geht sie vor. Selbst wenn sie andererseits kein Grundrecht im engeren Sinne ist, lässt sich ohne Weiteres ein starker und in jeder Situation wirksamer Achtungs- und Schutzanspruch gegenüber dem Staat ableiten.

de.wikipedia.org/wiki/Grundrechte_(Deutschland)

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Letzte Änderung: von heinzendres.

Covid-19 Erfahrungen 03 Apr 2021 11:52 #82573

Gelöscht. Ich verstehe nicht genau warum, aber bei meiner Bearbeitung wurde ein zweiter Beitrag angelegt...
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Letzte Änderung: von Arrakai.

Covid-19 Erfahrungen 03 Apr 2021 12:19 #82575

Es gibt nun einmal keine „Grundrechte-Hierarchie“, die sind laut GG grundsätzlich erst einmal alle gleichrangig.


Doch gibt es .


Wie du unschwer selbst an deinem eigenen Zitat erkennen kannst, ist die Menschenwürde an sich kein Grundrecht. Es ist viel mehr so, dass die Grundrechte dafür da sind, die Menschenwürde zu schützen. Insofern kannst und musst du Grundrechte gegeneinander abwägen, um den bestmöglichen Schutz der Menschenwürde zu sichern. Und bei dieser Abwägung aller (grundsätzlich gleichrangigen) Grundrechte hat der Schutz des Lebens eben keinen Vorrang vor anderen Grundrechten. Deshalb darfst du lebensverlängernde oder gesundheitserhaltende Maßnahmen ablehnen und deshalb sind Abtreibungen unter genau definierten Bedingungen erlaubt.

Darum geht es doch die ganze Zeit. Also was willst du jetzt mit dem Zitat genau aussagen?

PS.: Klar ist, dass der Schutz des Lebens in der Praxis tendenziell höher bewertet wird. Das fließt dann in die Abwägung zwangsläufig mit ein, Richter und Politiker sind ja auch nur Menschen. Das halte ich persönlich auch für legitim, solange der Rest zumindest angemessen berücksichtigt wird.
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Letzte Änderung: von Arrakai.

Covid-19 Erfahrungen 03 Apr 2021 16:32 #82577

Ich habe hier einen sehr guten Artikel gelesen über das Tübinger Modell: www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/c...1fchA7?ocid=msedgdhp

Lisa Federle wirkt nervös. Zum ersten Mal seit Tagen, wenn nicht seit Wochen. Grund, unruhig zu sein, hat die Notärztin allemal. Innerhalb einer Woche hat sich die Inzidenzzahl in ihrer Stadt verdoppelt. Dieses Schicksal teilt Tübingen zwar mit vielen anderen Orten in Deutschland, aber Tübingen war in jüngster Zeit nicht irgendeine Stadt, sondern so etwas wie ein deutscher Hoffnungsschimmer. Und Federle ist nicht irgendeine Medizinerin, sondern die Initiatorin des Tübinger Modellversuchs.

Hier wollten sie zeigen, dass ein wenig Normalität wieder möglich ist – auch trotz Corona, und zwar wenn viel und gründlich getestet wird. Denn hier dürfen Geschäfte, Restaurants und Theater derzeit öffnen. Und nun das. Plötzlich wird die Stadt ebenfalls zum Sorgenfall. Die Aussicht auf Normalität trieb zuletzt mehrere tausend Touristen nach Tübingen. Womöglich zu viele. „Wenn Tübingen es nicht schafft, die Infektionszahlen zu senken, wäre es mir lieber, wenn wir pausieren“, sagt Federle. Ihre Besorgnis hört man selbst durchs Telefon.

Doch so weit ist es noch nicht. Wie es aussieht, soll das Projekt mit verschärften Sicherheitskontrollen an Ostern fortgeführt werden, erzählt die Ärztin. Dennoch hat die Stadt beschlossen, am Ostersamstag keine Touristen in der Stadt willkommen zu heißen. „Wir sagen immer wieder: Bitte kommt nicht nach Tübingen“, sagt Federle. Auch Oberbürgermeister Boris Palmer, der gemeinsam mit Federle als Begründer des Projekts gilt, warnt bereits via Facebook. „Wenn der Versuch wegen Überfüllung endet, wird das nur dazu führen, dass bei euch daheim länger alles zu bleibt. Also bitte, die Reise nach Tübingen erst nach der Impfung. Nicht jetzt.“

Doch es sind eben nicht nur Touristen und Tagesgäste, die für steigende Inzidenzen sorgen. Immer mehr Menschen versuchen die Regeln zu umgehen, berichtet Federle. Einige ignorierten die Maskenpflicht, andere versammeln sich „in Trauben auf der Treppe vor der Stiftskirche, ohne Abstand und ohne negativen Test“. Denn testen lassen muss sich nur, wer im Café Platz nimmt oder einen Laden betritt. Vielleicht ist auch das eine harte, aber wichtige Lehre: Wer öffnet, sendet das Signal, alles sei gut, alles vorbei.

Geringe Infektionszahlen seien die wichtigste Voraussetzung für Lockerungen, erklärt Federle. Öffnungspläne anderer Kommunen, die dem Beispiel folgen wollten, beunruhigen sie deshalb. „Wenn man jetzt mit einer Öffnung beginnt, kriegt man das Infektionsgeschehen nicht in den Griff“, sagt die Tübinger Notärztin mit Blick auf die Vorhaben im Saarland und in Nordrhein-Westfalen. Eine breit angelegte Teststrategie sei nicht so leicht zu installieren.

Federle weiß, wovon sie spricht. Sie hat bereits im März vergangenen Jahres eine Teststrategie aufgebaut. Damals fuhr sie mit ihrem Arztmobil, in dem sie 2015 noch Geflüchtete medizinisch versorgt hatte, zu Alten- und Pflegeheimen und testete dort Anwohner und Pfleger auch ohne Verdacht oder Symptome. Für ihren Einsatz verlieh ihr der Bundespräsident im Oktober das Bundesverdienstkreuz.

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Covid-19 Erfahrungen 03 Apr 2021 19:39 #82581

Die Sorge die sie jetzt haben kann ich gut nachvollziehen:

Dennoch hat die Stadt beschlossen, am Ostersamstag keine Touristen in der Stadt willkommen zu heißen. „Wir sagen immer wieder: Bitte kommt nicht nach Tübingen“, sagt Federle. Auch Oberbürgermeister Boris Palmer, der gemeinsam mit Federle als Begründer des Projekts gilt, warnt bereits via Facebook. „Wenn der Versuch wegen Überfüllung endet, wird das nur dazu führen, dass bei euch daheim länger alles zu bleibt. Also bitte, die Reise nach Tübingen erst nach der Impfung. Nicht jetzt.“


Von daher wundert es mich auch sehr, dass das ganze Saarland nächste Woche (ab 6. April ) zur Modellregion werden soll. Öffnungen über Testungen. Gegen den Rat von Professor Thorsten Lehr, der ja an der dortigen Uni tätig ist. Im Saarland gibt es dann noch eine Besonderheit. Dort ist nämlich der Anteil  „südafrikanischen oder brasilianischen Virusvariante“ ziemlich hoch.


ibb.co/nzqDKhb

www.sr.de/sr/home/nachrichten/politik_wi...aarbruecken_100.html

Im Bundesschnitt spielen derzeit eigentlich nur der Wildtyp und die englische Mutation eine Rolle.
ibb.co/8bk0zmd

www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges...blob=publicationFile


Derzeit liegt die Inzidenz im Saarland bei etwa 82. Wenn die bis Dienstag nicht bis 100 kommt, dann wird der Versuch wohl gestartet.

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Letzte Änderung: von Pferdefuss.

Covid-19 Erfahrungen 04 Apr 2021 09:53 #82594

Die Sorge die sie jetzt haben kann ich gut nachvollziehen


Zugegeben, das bereitet auch mir Sorgen. Wie es Winfried Kretschmann so schön zum Thema Modellgebiete gesagt hat: „Aber ich meine, das ganze Saarland ist damit nicht gemeint gewesen. Auch wenn das klein ist.“

Dort ist nämlich der Anteil „südafrikanischen oder brasilianischen Virusvariante“ ziemlich hoch.


Ganz aktuell sind die Zahlen ja nicht. Bei der momentan vorherrschenden Dynamik wäre der jetzige Anteil natürlich sehr interessant. Ich denke zumindest die ursprüngliche Variante dürfte mittlerweile auch im Saarland praktisch verdrängt worden sein. Der Schwund war in der Vergangenheit Woche für Woche erheblich, man sieht das ja auch in der Grafik für‘s gesamte Bundesgebiet. Ich hoffe, dass B 1.1.7 auch die anderen Mutanten dominieren wird, noch haben diese wegen der schleppenden Impfkampagne keinen nennenswerten Vorteil.

Wobei die Impfung wohl gegen die brasilianische Variante noch recht gut wirkt, gegen die südafrikanische allerdings erheblich weniger:

Bei der Schutzwirkung durch die Impfung gab es jedoch überraschende Unterschiede. Die Seren von Pa­tienten, die mit BNT162b2 oder AZD1222 geimpft waren, zeigten in den Neutralisationstests zwar eine um den Faktor 3 abgeschwächte Wirkung gegen die Linie P.1. Sie erzielten damit aber noch ein gleich starke Schutzwirkung wie gegen die britische Variante B.1.1.7.

Die Schutzwirkung gegen die südafrikanische Variante B.1.351 war dagegen um den Faktor 7,6 (BNT162­b2) und 9 (AZD1222) abgeschwächt. Pollard führt dies auf die unterschiedlichen Mutationen der Linie P.1 und der Variante B.1.351 außerhalb der Rezeptorbindungsstelle zurück.


www.aerzteblatt.de/nachrichten/122229/SA...riante-aus-Brasilien
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Letzte Änderung: von Arrakai.

Covid-19 Erfahrungen 05 Apr 2021 18:47 #82630

Ich habe noch eine aktuellere Auswertung gefunden.

ibb.co/K2zYQ42

www.sr.de/sr/home/nachrichten/politik_wi...aarbruecken_100.html

Man muss da allerdings aufpassen. Dargestellt ist nur der Anteil vom Regionalverband Saarbrücken. Anscheinend ist die südafrikanische Mutation dort aus irgend einem Grund besonders stark aufgetreten und ist inzwischen wieder stark zurückgegangen. Im gesamten Saarland war der Rückgang nicht so stark.

Die Entwicklung im Regionalverband deckt sich - zumindest von der Tendenz her - mit Beobachtungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) für das gesamte Saarland. Auch hier zeigen die Daten für die dritte Märzwoche (KW 11) einen weiteren Anstieg der B.1.1.7-Fälle, während die Zahl der Neuinfektionen mit der südafrikanischen Variante B.1.351 gesunken ist - wenn auch nicht so stark wie im Regionalverband.
www.sr.de/sr/home/nachrichten/politik_wi...aarbruecken_100.html



Ich hab gesehen, den Bericht über die besorgniserregenden Varianten gibt das RKI wöchentlich heraus. Da sind auch Länderspezifische Daten zu den Mutationen drin. Das Saarland hat nach wie vor mit Abstand den größten Anteil an der südafrikanischen Variante  B.1.351.

ibb.co/YpcFf0w

www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges...blob=publicationFile

Im gesamten Saarland gab es merkwürdiger Weise erst in KW12 einen recht starken Rückgang. Bei der Variante B.1.1.7 laut Tabelle im Bericht auch. Ich denke, da stimmt was mit den Daten nicht.
Folgende Benutzer bedankten sich: Arrakai

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Letzte Änderung: von Pferdefuss.

Covid-19 Erfahrungen 13 Apr 2021 11:02 #82848

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Ich schreibe mal meine persönlichen Erfahrungen, mit denen ich diesen Thread eröffnet habe, fort, auch wenn sich der Schwerpunkt dieses Threads etwas verlagert hat - finde ich persönlich aber gut, wenn ein Mehr an Information kommt.

Mein Vertrauen in Politiker ist weiter gesunken. Oder besser ausgedrückt: Ich halte die meisten in Sachen Pandemie für definitiv überfordert. Die zwei Tage Präsenzunterricht meiner Tochter vor den Osterferien nach Monaten mit reinem Homeschooling fanden nicht statt. Nicht weil jemand besonnen reagiert hätte, sondern weil direkt vorher unser Kreis nach 3 Tagen mit Inzidenz über 100 und erwarteter Steigerung zum Hochinzidenzgebiet erklärt wurde vom Kreis und die Verfügung des Landesministeriums dafür eindeutig ist = Szenario C, Homeschooling. Viele Eltern hätten ihre Kinder allerdings so oder so zu Hause behalten.

Eine weitere Verfügung sagt, Präsenzunterricht nur mit verpflichtenden 2 x Schnelltests in der Woche. Die Schule sagt, muss vorm Schulbeginn an festgelegten 2 Tagen in der Woche zu Hause erfolgen. Erziehungsberechtigte unterschreiben, dass mit negativem Ergebnis getestet wurde. Wie man den Schülern beibringt, dass sie richtig testen? Ist entfallen, sollte in der Woche vor den Osternferien geübt werden. Die Schnelltests liefert die Schule wöchentlich, dafür sind in der Schule feste 2 Schulstunden an einem Tag in der Woche vorgesehen. Vor dem ersten Schulbeginn müssen die Tests dafür von der Schule abgeholt werden trotz Hochinzidenzgebiet. In zwei Gruppen, jeweils an einem Tag. Also für jeweils 500 Schüler an einem Schuleingang an einem Tag. Ok, sofern die es draußen machen und Abstandsregeln eingehalten werden. Andere Schulen haben beschlossen, dass die Verteilung auf diese Art und Weise zu gefährlich ist und schicken per Post.

So weit, so gut, oder schlecht. Nun hat heute das Bundeskabinett die neuen Notbremse Gesetzesänderungen auf den Weg gebracht. Notbremse für die Schulen? Nein. Das Gegenteil. Homeschooling erst ab einer Inzidenz von 200. Aber Ausgangssperre 21 bis 5 Uhr ab 100. Wer kann mir das erklären? Schnelltestpflicht in der Schule, 3 x die Woche.

Das macht mir richtig Sorgen. Wie sieht es denn mit den Schnelltests bei Schülern überhaupt aus? Allgemein, die werden hier wie bekannt mit Stäbchen in die Nase gemacht. Wie sagte ein Arzt? Richtig sicher ist das eigentlich nur, wenn beim Einführen es weh tut und mindestens eine Träne im Auge erscheint. So war es bei mir und meiner Familie mit den PCR Tests, die geschultes Personal vorgenommen hat. Reicht das? Nein, denn so ein Schnelltest schlägt nur bei einer vergleichsweise hohen Virenlast an. Die, so haben erste Untersuchungen und Studien an Schülern ergeben, bei denen grundsätzlich oft nicht erreicht wird. Eine erste Zahl war, nur ein Fünftel erkannte Infektionen. Anstecken können die aber trotzdem, insbesondere mit der hier bei uns inzwischen zu drei Vierteln vertretenen Variante B1.1.7. Ein Journalist hat es in einem ersten Kommentar zu den geplanten Gesetzesänderungen treffend beschrieben: Gestorben wird in der Familie. Denn da sind die meist noch lange nicht geimpften Eltern. Da ich selbst Covid-19 hatte, mache ich mir um mich weniger Sorgen. Aber meine Frau ist in ähnlichem Alter.

Die Verantwortung, ob der Test richtig und überhaupt ausgeführt wurde, liegt jetzt bei den Eltern - wenn die Ausführung so bleibt, wie in der Schule meiner Tochter angekündigt. Und wenn man als Eltern Einwände hat? - Kann man das Testen ablehnen und muss dann die Kinder zu Hause behalten. Der Kultusminister hat für diesen Fall die Präsenzpflicht ausgesetzt. Und dann? Bleibt das Kind zu Hause, aber ohne Homeschooling seitens der Schule, da ja Präsenzunterricht ist.

Mich beschleicht das extrem ungute Gefühl, dass mit diesen Gesetzesvorlagen eine Zeitbombe gelegt wurde.

Ja, ich kenne auch die Ausführungen von Kinderpsychologen und anderen, dass mit dem Dauerhomeschooling viele Kinder einen psychischen Knacks bekommen und andere abgehängt werden. Aber als Alternative mehr tote Eltern?

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Covid-19 Erfahrungen 13 Apr 2021 12:01 #82849

Mein Vertrauen in Politiker ist weiter gesunken.


Meines leider auch...

So weit, so gut, oder schlecht. Nun hat heute das Bundeskabinett die neuen Notbremse Gesetzesänderungen auf den Weg gebracht. Notbremse für die Schulen? Nein. Das Gegenteil. Homeschooling erst ab einer Inzidenz von 200. Aber Ausgangssperre 21 bis 5 Uhr ab 100. Wer kann mir das erklären?


Das kann sicher niemand erklären. Dass die Grenzen so gewählt wurden, wie sie gewählt wurden, ist eine Festlegung, die mir nicht wissenschaftlich fundiert erscheint. Die Abstufung, was bei welchem Wert erlaubt ist, erscheint mir zudem recht willkürlich zu sein. Und dass es überhaupt eine Ausgangssperre gibt, im ürbrigen ebenfalls.

www.sueddeutsche.de/meinung/corona-gesun...ngssperren-1.5263227

Selbst Aerosol-Forscher sagen ja, dass man sich draußen treffen kann. Es wäre mir viel lieber, das wäre in einem sinnvollen Umfang gestattet, als dass man die Leute nach drinnen treibt, wo das Infektionsrisiko ca. 1000 mal höher ist. Wer sich illegal treffen will, der trifft sich dann eben von 20:55 bis 5:05 drinnen statt draußen. Was wirklich fatal wäre.

www.sueddeutsche.de/wissen/aerosole-chri...-infektion-1.5262008

Ich glaube, wenn man hier mehr erlauben würde, dann wären wieder mehr Menschen bereit, sich an die wirklich wichtigen Regeln zu halten...

Richtig sicher ist das eigentlich nur, wenn beim Einführen es weh tut und mindestens eine Träne im Auge erscheint. So war es bei mir und meiner Familie mit den PCR Tests, die geschultes Personal vorgenommen hat.


Das gilt aber tatsächlich nur für den PCR-Test. Bei einem Selbst-/Schnelltest wendest du ihn falsch an, falls es weh tut. Meine Schwägerin ist beim DRK und führt Schnelltests in einem Testcenter durch. Außerdem war ich selbst bereits einige Male bei Tests (in einem anderen Testcenter, hier vor Ort). Das Stäbchen wird nicht sehr tief eingeführt, das kitzelt eher, ich musste niesen. Ich denke, das kriegen Eltern und Schüler ganz gut hin.

Reicht das? Nein, denn so ein Schnelltest schlägt nur bei einer vergleichsweise hohen Virenlast an. Die, so haben erste Untersuchungen und Studien an Schülern ergeben, bei denen grundsätzlich oft nicht erreicht wird. Eine erste Zahl war, nur ein Fünftel erkannte Infektionen.


Hast du eine Quelle für diese Zahlen? Das würde mich interessieren. Daten zur Validität von Antigenschnelltests bei (asymptomatischen) Kindern kenne ich keine und konnte sie jetzt auf die Schnelle auch nicht finden. Bei Erwachsenen sind die Tests schon recht brauchbar.
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Letzte Änderung: von Arrakai.

Covid-19 Erfahrungen 13 Apr 2021 15:23 #82851

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Und dass es überhaupt eine Ausgangssperre gibt, im ürbrigen ebenfalls.

Sehe ich ähnlich. Ich vermute einen anderen Hintergrund. Verstöße gegen Abstandsregeln und Treffen sind nicht so leicht aufzufinden. Eine Ausgangssperre ist viel leichter überprüfbar.

Das gilt aber tatsächlich nur für den PCR-Test. Bei einem Selbst-/Schnelltest wendest du ihn falsch an, falls es weh tut.

Da gibt es unterschiedliche Meinungen. Meine Infos diesbezüglich sind z.B. von Dr. Martin Karsten:

www.rbb-online.de/rbbpraxis/rbb_praxis_s...siko-sicherheit.html

Kommt wohl auch auf den Test an. In einem Kindergarten hier in der Nähe müssen die Kinder nach Anleitung erst schneuzen, dann den Teststab benutzen. Damit soll der Schleim vor Abnahme von hinten nach vorn befördert werden.

Hast du eine Quelle für diese Zahlen?

Den sogenannten österreichischen Gurgeltest, die Auswertung vor den Osterferien:

start.univie.ac.at/fileadmin/user_upload...gelstudie_3Runde.pdf

Gegurgelt wird da aber nur für das PCR Monitoring, die Antigen-Tests werden mit Stäbchen ausgeführt.

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Covid-19 Erfahrungen 13 Apr 2021 16:30 #82853

Und dass es überhaupt eine Ausgangssperre gibt, im ürbrigen ebenfalls.

Sehe ich ähnlich.

Ja, das ist der Gipfel... oder wenn nicht, was kommt als Nächstes? Fußfesseln, Nasenklammern, Knebel, Gasmasken? Die sollen lieber Impfstoff besorgen und aufhören, das Volk zu gängeln. :angry:
Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

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Covid-19 Erfahrungen 13 Apr 2021 22:20 #82858

Jetzt kommen die Aerosolwissenschaftler endlich dazu, der Bundeskanzlerin ihre Einschätzung in einem Brief mitzuteilen.
Das Virus ist etwa 1/10000 mm groß.
Das ist 100 mal kleiner als ein Staubkorn!
Ist es einmal in der Umwelt, dann sitzt es auf ausgehusteten Tröpfchen, deren Wasseranteil schnell verdunstet.
Übrig bleiben die Viruspartikel, die sich jetzt frei bewegen können, von Wind und Wetter verstreut werden.
Die Ansteckungswahrscheinlichkeit hängt unmittelbar mit der Viruskonzentration zusammen.
In geschlossenen Räumen hoch, im Freien niedrig.
Warum ist dieser Grundzusammenhang nicht längst Allgemeingut unseres Wissens.
Lüften, aersoltaugliche Luftfilter in geschlossenen Räumen und jetzt im Frühjahr wieder vermehrt draußen sein, das wird die Infektionszahl automatisch erniedrigen.
Ist ja bei den Grippeviren auch so.
Der höher werdende UV Anteil der Sonnenphotonen wird tatkräftig mithelfen.

Hab ich schon vor einem Jahr schon so festgehalten, hat nur niemand darauf geachtet.
Eine nüchterne, physikalische Betrachtungsweise allein der Größenverhältnisse würde oft grundlegende Einsichten liefern, die gar keiner Studien bedürften.

Thomas

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Covid-19 Erfahrungen 14 Apr 2021 10:13 #82861

Die Stadt Wiesbaden beginnt nun (meines Wissens als erste deutsche Kommune) damit, die Abwässer auf Covid19-Viren zu untersuchen. Die Methode wurde schon vor langer Zeit von der TU Darmstadt entwickelt und ist im Ausland im Einsatz.

Mit dieser Untersuchung kann man den Viren-Mix erkennen, also die Anteile der Wuhan-Grundform, der britischen, der südafrikanischen, der brasilianischen, der ...-Variante. Man sieht neben den personenbezogenen Tests, ob und in welchen Bereichen sich Fallzahlen verändern. Außerdem besteht die Chance, durch Vergleich der amtlicherseits festgestellten Fallzahlen ein Gespür für die realen Fallzahlen und damit für die Dunkelziffer zu bekommen.

Eigentlich nicht zu verstehen, weshalb man erst jetzt diesen Indikator in die Lagebeurteilung einbezieht. Und das auch nur in einer einzigen Stadt. Das passt aber in das Bild der zeitlupenhaften Entscheidungsprozesse.
"Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen." (Bertolt Brecht 1898 - 1956, deutscher Dramatiker)
"Alle Modelle sind falsch, aber mit manchen kann man ganz gut rechnen" (frei nach George Box 1919-2013, britischer Statistiker)
"Vergeuden Sie Ihre Zeit nicht mit Erklärungen. Menschen hören immer nur das, was sie hören wollen" (Paulo Coelho, 1947 - , brasilianischer Schriftsteller)
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Covid-19 Erfahrungen 14 Apr 2021 14:57 #82864

Die Ansteckungswahrscheinlichkeit hängt unmittelbar mit der Viruskonzentration zusammen.
In geschlossenen Räumen hoch, im Freien niedrig.


Deshalb müsste man jetzt die Strategie fahren, private Treffen entweder zu verhindern oder zumindest möglichst vollständig von geschlossenen Räumen in die Öffentlichkeit zu verlagern (und auch dort natürlich mit Abstand und Maske). Die Notbremsen-Maßnahmen sollte genau diesem Ziel dienen.

Der höher werdende UV Anteil der Sonnenphotonen wird tatkräftig mithelfen.


Wirkt dieser Anteil auch innerhalb geschlossener Räume oder absorbieren Fenster UV-Strahlung? Nur wenn die UV-Strahlung auch innerhalb geschlossener Räume wirkt, hat sie einen Effekt.

Vermehrtes Lüften aufgrund höher werdender Temoeraturen hilft natürlich auch.

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Covid-19 Erfahrungen 14 Apr 2021 17:00 #82867

Deshalb müsste man jetzt die Strategie fahren, private Treffen entweder zu verhindern oder zumindest möglichst vollständig von geschlossenen Räumen in die Öffentlichkeit zu verlagern (und auch dort natürlich mit Abstand und Maske). Die Notbremsen-Maßnahmen sollte genau diesem Ziel dienen.


Ja genau, aber das tun sie ja leider gerade nicht. Ganz im Gegenteill, eine Ausgangssperre wird für mehr Begegnungen in Innenräumen sorgen. Genauso wie das Schließen von Zoos, Freilichtmuseen, etc.

Und es werden auch weitere Chancen verpasst, z.B. könnten m.E. mehr Sportarten erlaubt werden. Das fördert die Gesundheit und Jugendliche können sich austoben. Selbst eine Öffnung der Außengastronomie wäre laut Experten eine Option. Wer draußen einen Kaffee trinken kann, geht nicht zu den Nachbarn nach drinnen um dort einen Kaffee zu trinken.

Ich denke, dort wo möglich sollten die Regelungen großzügig sein, damit die Menschen ihr Bedürfnis nach Sozialkomtakten und Bewegung befriedigen können. Dafür die sinnvollen Regeln wirklich konsequent anwenden. Und auch die Arbeitgeber besser in die Pflicht nehmen.
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Letzte Änderung: von Arrakai.

Covid-19 Erfahrungen 14 Apr 2021 20:43 #82872

Claus,
wenn du dich unter einer Glasscheibe in die Sonne legst, wird dir wahrscheinlich sehr warm, aber braun wirst du da nicht.
Glas ist für UV Strahlung undurchlässig. Die UV - Photonen werden im Glas absorbiert und in niederfrequente Infrarotphotonen umgewandelt und wieder abgestrahlt.

Ein nennenswerter UV Anteil spielt in Räumen keine Rolle.

Erst im Freien wirkt die UV Strahlung der Sonne zerstörerisch auf die chemischen Bindungen der Hüllen der Viren und auch auf die Chemie der inneren DNA.

Wenn jetzt die Durchlüftung der Räume zunimmt, verursacht durch höhere Außentemperaturen im Frühjahr, dann wird die Ansteckungsgefahr erniedrigt, zum einen wegen der Konzentratiotsabnahme der Viren und zum anderen wegen der Zerstörung derselben durch die UV-Anteile der Sonne.

Deshalb sind Ausgangssperren eher Kontraproduktiv.

Wenn man die Eigenschaften dieser Partikel nicht hinreichend verstanden hat, dann führt das zu falschen Schlussfolgerungen und am Ende zu falschen Entscheidungen.

Nochmal: die geschlossenen Räume sind gefährlich, nicht die freien Räume an der frischen Luft.

Thomas

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Covid-19 Erfahrungen 15 Apr 2021 11:13 #82887

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Nachtrag zu meinem Beitrag. Nach der Bundesnotbremse gehen Schulen erst ab einer Inzidenz von 200 in das Homeschooling. Wenn sie denn und genau so kommt. Heute hat Niedersachsen verlautbart, dass man weiterhin, auch wenn die Notbremse Gesetz wird, an der Inzidenz 100 festhalte bezüglich Homeschooling. Zumindest für die nächsten 3 Wochen. Scheint so, dass das entsprechende Bundesgesetz von den Ländern zwar nicht mit lascheren Maßnahmen ausgehebelt werden kann, schärfere Maßnahmen aber weiterhin möglich sind.

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Covid-19 Erfahrungen 15 Apr 2021 13:07 #82889

Nachtrag zu meinem Beitrag. Nach der Bundesnotbremse gehen Schulen erst ab einer Inzidenz von 200 in das Homeschooling. Wenn sie denn und genau so kommt. Heute hat Niedersachsen verlautbart, dass man weiterhin, auch wenn die Notbremse Gesetz wird, an der Inzidenz 100 festhalte bezüglich Homeschooling. Zumindest für die nächsten 3 Wochen. Scheint so, dass das entsprechende Bundesgesetz von den Ländern zwar nicht mit lascheren Maßnahmen ausgehebelt werden kann, schärfere Maßnahmen aber weiterhin möglich sind.


Sofern das Gesetzt kommt, wird das nicht gehen. Außer natürlich, das Gesetz würde entsprechende Ausnahmen explizit zulassen. Was natürlich lächerlich wäre, da dieses Gesetzt den "Flickenteppich" ja gerade abschaffen soll... Ansonsten gilt: Bundesrecht bricht Landesrecht. Falls die Notbremse hierzu eine abschließende Regelung enthält, darf kein Land davon abweichen. Weder in die eine, noch in die andere Richtung. Sollte das Land Niedersachsen das nicht einsehen, dann werden die Gerichte das letzte Wort haben.
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