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Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 08:45 #82497

Ich befürchte, die bisherigen kleinen Impferfolge gehen jetzt auch noch den Bach runter. [...] Und nun das: Eine Empfehlung ohne jede wissenschaftliche Evidenz. Ohne wenigstens sinnvoll zu differenzieren, denn es betrifft ja eigentlich nur Frauen unter 55 und nicht alle unter 60. Und da nur wenige Promille, Ibuprofen ist wahrscheinlich gefährlicher.

Ja, und die Bevölkerung wird für dumm verkauft. Statt die Leute mal aufzuklären, was eine W'scheinlichkeit von 1 zu 1 Mio eigentlich bedeutet: Es bedeutet so gut wie unmöglich. Aber wo kämen wir da hin, wenn man die Leute darüber aufklärte, dass ihre Chancen auf irgend einen Gewinn (unterm Strich) beim Lotto oder einer Klassenlotterie so hundsmieserabel sind, dass sie das Geld besser gleich zum Fenster rauswerfen? Warum lässt man die ImpflingInnen nicht selber entscheiden, ob sie das Minimalrisiko – nachdem man es verständlich erklärt hat – eingehen wollen oder nicht? Nein, das muss alles von oben diktiert werden nach Altersklassen, heute so, morgen anders, und übermorgen wieder anders...

Da platzt einem echt die Hutschnur!

Kann ich nicht anders sagen, ja.
Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

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Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 08:46 #82498

Exponentiell wäre der 7-Tage-Schnitt unten nicht so eckig und er wäre jetzt bei weit über 30000.


Man sieht es am besten am R-Wert. Anfang der Woche 0,97, momentan 0,99. Letzte Woche war er glaube ich an einem Tag 1,01. Das passt ganz gut dazu, dass in der Grafik mehr oder minder eine Gerade zu sehen ist.
The truth is often what we make of it; you heard what you wanted to hear, believed what you wanted to believe.

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Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 08:51 #82499

Kann ich nicht anders sagen, ja.


Bei der Erstimpfung kann man m.E. noch sicherheitshalber sagen, dass man was anderes nimmt. Weshalb selbst ein so kleines Risiko eingehen? Also wie gesagt, von mir aus Frauen unter 55 kein AZ. Aber bei der Zweitimpfung?! Ich ärgere mich noch immer.
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Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 08:58 #82500

Steinzeit-Astronom schrieb:  In diesen Grafiken sieht man nur ganz kurze Strecken mit exponentiellem Wachstum. Schau genau hin. Nicht alles, was von weitem wie eine Exponentialfunktion aussieht, ist auch eine. Nach der Wende unten sieht man höchstens ganz kurz etwas wie exponentiell (direkt beim starken Knick).

Unter Laborbedingungen kann man in der Petrischale Vermehrungsraten mit ziemlich exakten Exponentialfunktionen reproduzieren. In der Praxis treten hier aber nie exakte Exponentialfunktionen auf. Die sind immer von irgendwelchen Störfunktionen überlagert. Die zugrundeliegende Funktion ist aber immer die, nach der sich ein Virus nun einmal unter bestimmten Bedingungen verhält. Wenn man genug Daten zu den überlagernden Störungen hätte, dann könnte man sicher auch die exakte zugrunde liegende Exponentialfunktion ermitteln. Wahrscheinlich machen das einige Statistiker sogar. Aber wen interessiert das eigentlich in der alltäglichen Praxis? In der Technik ist das Ausfiltern von Störsignalen Gang und Gäbe. Da ist es auch nötig, weil man das zu Grunde liegende Signal Augenscheinlich oft schon gar nicht mehr erkennt. Aber hier wäre doch nichts anderes als Erbsenzählerei.

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Letzte Änderung: von Pferdefuss.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 09:16 #82502

Vielleicht macht es Sinn, sich die Empfehlungen der STIKO im Original und im Wortlaut anzuschauen

www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/F...net092#FAQId15294220
"Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen." (Bertolt Brecht 1898 - 1956, deutscher Dramatiker)
"Alle Modelle sind falsch, aber mit manchen kann man ganz gut rechnen" (frei nach George Box 1919-2013, britischer Statistiker)
"Vergeuden Sie Ihre Zeit nicht mit Erklärungen. Menschen hören immer nur das, was sie hören wollen" (Paulo Coelho, 1947 - , brasilianischer Schriftsteller)

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Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 09:39 #82503

Vielleicht macht es Sinn, sich die Empfehlungen der STIKO im Original und im Wortlaut anzuschauen

www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/F...net092#FAQId15294220


Dort steht unter Punkt 5 im Wesentlichen das, was Arakki in #82495 geschrieben hat, nämlich eine Empfehlung ohne wissenschaftliche Evidenz:


5. Hinsichtlich der zweiten Impfstoffdosis für jüngere Personen, die bereits eine erste Dosis der COVID-19 Vaccine Vaxzevria (AstraZeneca) erhalten haben, gibt es noch keine wissenschaftliche Evidenz zur Sicherheit und Wirksamkeit einer gemischten Impfserie. Bis entsprechende Daten vorliegen empfiehlt die STIKO für Personen <60 Jahre anstelle der zweiten Vaxzevria-Impfdosis von AstraZeneca eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs 12 Wochen nach der Erstimpfung zu verabreichen. Weiterhin empfiehlt die STIKO eine Studie, die immunologische Effekte nach dem heterologen Impfschema untersucht.

Die STIKO empfiehlt also am 1. April ein bestimmtes Vorgehen (ohne wissenschaftliche Evidenz zur Sicherheit und Wirksamkeit) und zusätzlich noch eine Studie, die dann zeigen soll, ob das empfohlene Vorgehen sicher und wirksam war :lol:. April-Scherz?

Zum Glück macht die EU Fortschritte bei der Impfstoff-Verteilung ;) . Anders als mit Humor kann man das wirklich nicht mehr ertragen.
Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

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Letzte Änderung: von Steinzeit-Astronom.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 09:43 #82504

Vielleicht macht es Sinn, sich die Empfehlungen der STIKO im Original und im Wortlaut anzuschauen

www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/F...net092#FAQId15294220


Für mich als Laie hört sich die Empfehlung der STIKO völlig unverständlich an, nach AstraZeneca die Zweitimpfung mit anderen Impfstoffen zu machen. Auch nach Aussage der STIKO gibt es hierfür keine Studien.

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Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 10:02 #82505

Exponentiell wäre der 7-Tage-Schnitt unten nicht so eckig und er wäre jetzt bei weit über 30000.

Was erwartest du eigentlich? Das die Maßnamen zur Vermeidung eines ungebremsten exponentiellen Wachstums absolut nichts bringen? Die Kunst ist doch die Anzeichen frühzeitig zu erkennen und zu handeln.. ggf auch gegen den Widerstand derer die erst die Katastrophe selbst erleben müssen bevor sie es glauben^^.

Das die Pandemie durch eine Exponentialfunktion zu beschreiben ist (keinesfalls durch eine lineare!) liegt in der Natur der Sache und sollte hier unstrittig sein.
Die Frage kann nur lauten welche Faktoren wie stark auf den Exponenten wirken. Verlängerter Lockdown bzw. Aussetzen von Lockerungen und Impfungen sind solche Faktoren die helfen sollen den Exponenten (wieder) unter 1 zu drücken. Ob das hilft hängt natürlich auch wesentlich von der Bereitschaft der Menschen ab...

PS:
gemäß www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges...21/2021-04-01-de.pdf
lag der 7-Tages R-Wert bereits seit Mitte Februar dauerhaft über 1. Seit gestern ist er zwar wieder unter 1 aber mit Unsicherheit.
Der R-Wert stellt quasi den Exponenten der Exponentialfunktion dar... aber wem sag ich das?
assume good faith

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Letzte Änderung: von Merilix.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 10:04 #82506

Ich könnte noch viel mehr Beispiele als "Covid-19 Erfahrungen" (Thread-Titel) nennen. Wenn die Querdenker-Demos nicht von Chaoten und Verschwörungstheoretikern dominiert würden, hätte ich auch längst an einer teilgenommen, aber so geht das natürlich nicht.

Die Landkreise, für diese Inzidenz ausgewiesen werden, sind deutlich größer. Daher kommt dieser Effekt so nicht zu tragen.

Es gibt genügend Landkreise mit Kleinstädten, die mitsamt Eingemeindungen ringsum nicht über 50000 Einwohner pro Stadt kommen und nur einigen 100000 im ganzen Landkreis. Ein Corona-Ausbruch in einer Firma oder so treibt da sofort die Inzidenzzahl in die Höhe für mindestens eine Woche, auch wenn diese neu Infizierten alle in Quarantäne sind und nur ein Teil davon überhaupt krank wird.

Welchen anderen vergleichbaren Index schlägst du statt dessen vor?

Nicht "statt dessen", nicht so oder so, sondern und heißt das Zauberwort. Nur die 7-Tage-Inzidenz als alleiniges Kriterium wie von den MPK festgelegt für einschneidende Maßnahmen ist einfach zu wenig und zu allgemein. Es gibt noch den R-Wert, die Krankenhausbelegung bzw. -kapazitäten, eine vernünftige Unterscheidung zwischen Maßnahmen für geschlossene Räume und im Freien (Sport z.B.)... für dünner besiedelte Regionen oder kleiner Städte vielleicht eine Inzidenz pro weniger Einwohner als 100000... denke da wäre noch vieles machbar, was die Pandemie wirksam bekämpft und den Menschen trotzdem ein würdiges Leben ohne zu große Grundrechtseinschränkungen möglich macht.


Die Erfahrungen der letzten Monate haben gezeigt, dass freiwillige Maßnahmen nicht reichen, um die Covid-19 Zahlen unter Kontrolle zu halten. Die deutlich höhere Zahl an Toten in Schweden zeigen mir das beispielsweise auch.

Also muss der Staat in meinen Augen Restriktionen beschließen, um die Bevölkerung zu schützen. Restriktionen sind fürchte ich notwendigerweise mit dem Rasenmäherprinzip und daher im Einzelfall vielleicht sinnarm und ungerecht. Für mich steht aber der generelle Schutz von Leben und Gesundheit an erster Stelle. Und ja, ich finde es ausdrücklich richtig, dass Verstöße gegen Corona-Beschränkungen überwacht und mit Bußgeldern belegt werden. In meinen Augen geht der Staat hier noch recht milde vor, immerhin können solche Verstöße für Dritte lebensgefährlich sein.


Bezüglich der Kennzahlen: Der R-Wert kann denke ich nur für größere Regionen erhoben werden. Auf Ebene von kleinen Landkreisen macht das statistisch keinen Sinn. Die Krankenhausbelegung läuft den Ansteckungen wochenlang hinterher und kann daher kein Frühwarn-Indikator sein. Außerdem ist es wirklich erstrebenswert, die Intensivstationen immer am Anschlag voll zu haben? Ist es ok, permanent immer genau so viele Tote zu haben bis die Intensivstationen übergelaufen sind?

Oder ist es nicht besser, noch ein paar Monate gewisse Einschränkungen aufrecht zu erhalten, bis jeder Impfwillige geimpft werden kann?

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Letzte Änderung: von ClausS.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 11:26 #82508

Was erwartest du eigentlich? Das die Maßnamen zur Vermeidung eines ungebremsten exponentiellen Wachstums absolut nichts bringen? Die Kunst ist doch die Anzeichen frühzeitig zu erkennen und zu handeln.. ggf auch gegen den Widerstand derer die erst die Katastrophe selbst erleben müssen bevor sie es glauben^^.

Was ich erwarte hab' ich oben schon ausgeführt. Es geht nicht darum, die Modelle und nachweisbaren Entwicklungen in Petrischalen anzuzweifeln. Wir leben aber nicht in einer Petrischale. Die ist nur geeignet ein Worst-Case-Szenario abzuschätzen. Rechtzeitige Gegenmaßnahmen sind natürlich angebracht, damit es nicht zum Worst-Case kommt, keine Frage. Es geht mir nur um die mangelnde Differenzierung und die mangelnde Bürgernähe der Politik. Die Lebenswirklichkeit der Menschen ist komplizierter als die von Bakterien und Viren im Labor und wir haben die PolitikerInnen nicht gewählt, dass sie das einfach ignorieren oder keine Ahnung davon haben.

Die unselige Fehlentscheidung zu einer "Osterpause" hat das wieder ganz deutlich gemacht: Die Entscheidungsträger haben jeden Sinn dafür verloren (falls sie je einen hatten), was das konkret für die Menschen bedeutet und wie das in der Wirklichkeit funktionieren soll. Fünf Tage ohne jede Einkaufsmöglichkeit zur Deckung der Grundbedürfnisse... nicht jeder hat einen Keller voller Vorräte oder kann sich von Klopapier ernähren, oder kann sich in der Kürze alles Nötige ohne kontraproduktives Gedränge beschaffen, von den finanziellen Mitteln gar nicht zu reden, die auch nicht jeder für mehrere Tage aus dem Ärmel schütteln kann.

Es geht mir auch darum, dass man nicht von einem seit langem bereits existierenden exponentiellen Wachstum redet, wenn das die Zahlen gar nicht hergeben und dass nicht von höchster Stelle gleich mit dem Säbel gerasselt wird, wenn einzelne Länderchefs oder Bürgermeister doch mal den Mut haben, die Maßnahmen etwas differenzierter an die Lebenswirklichkeit der Bevölkerung anzupassen, als es in den Rasenmäher-Kompromissen der MPKen gemäß bloßer 7-Tage-Fallzahlen/100000 Einwohner vorgesehen ist.

Die Frage kann nur lauten welche Faktoren wie stark auf den Exponenten wirken. Verlängerter Lockdown bzw. Aussetzen von Lockerungen und Impfungen sind solche Faktoren die helfen sollen den Exponenten (wieder) unter 1 zu drücken. Ob das hilft hängt natürlich auch wesentlich von der Bereitschaft der Menschen ab...

Ja, und zumindest unterschwellig wird die Bereitschaft der Menschen zunehmend angezweifelt, als seien sie ganz selber schuld an der Misere, weil sie sich nicht an die Empfehlungen halten. Zumindest in meinem Umfeld trifft das überhaupt nicht zu. Die Leute sind sehr einsichtig und geduldig, aber eben nur da, wo es auch wirklich sinnvoll ist, z.B. nicht bei unsinnigen Beschränkungen der Anzahl Haushalte bei einem Spaziergang in der freien Natur, nicht wenn für Durchgeimpfte im Seniorenheim der Speisesaal und der Innenhof geschlossen ist, nicht wenn eine Familie ihr gepachtetes Grundstück mit Campingwagen oder den Schrebergarten ungenutzt lassen muss, nicht wenn ein Pärchen wegen einer Spazierfahrt im Auto mit Bußgeld belegt wird, nicht wenn man auf dem Dorf ab 20 Uhr nur noch mit Hund nach draußen darf... usw. usf.

Sowas geht den Leuten salopp gesagt nur gewaltig auf den Sack und hilft kein Stück bei der Pandemiebekämpfung. Was helfen würde, wären flächendeckend Belüftungsanlagen in Schulen und Firmen, viel mehr Testungen ebenda (meinetwegen täglich), besser ausgestattete und 24/7 arbeitende Gesundheitssämter... schnellere und unbürokratischere Impfungen... aber dass die Beamten ein faules Pack sind, weiß der Volksmund ja schon lange, Stichwort Beamtenmikado: Wer sich zuerst bewegt, hat verloren. Im Verzögern von zugesagten Leistungen sind sie dann wieder gut: Weil es Missbrauchsfälle gab bei den Unterstützungsanträgen, setzt man die ohnehin schon verspäteten Hilfen gleich mal ganz aus, so dass die große Mehrheit der berechtigten Selbständigen in die Röhre schaut und insolvent wird oder die private Altersvorsorge angreifen muss, auf die sie später dringend angewiesen wären, weil sie ja keiner Rentenkasse angehören...
Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

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Letzte Änderung: von Steinzeit-Astronom.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 11:48 #82509

Die unselige Fehlentscheidung zu einer "Osterpause" hat das wieder ganz deutlich gemacht:...


Das geht mir tierisch auf den Keks wie darüber gesprochen wird ... typisch deutsch!

Man Leute... Man hat halt nach nem langen Tag, in einer schwierigen Situation, übermüded eine Entsheidung getroffen wo tags drauf klar wurde das die falsch war.
Ganz ehrlich, Die Leute verdienen Respekt dafür die falsche Entscheidung schnell wieder zurückgenommen zu haben!
Ist es nicht das was man von Politikern in einer Demokratie erwarten sollte? Irren ist menschlich und wer einen Irrtum einsieht verdient Respekt.

Die Entscheidungsträger haben jeden Sinn dafür verloren (falls sie je einen hatten), was das konkret für die Menschen bedeutet und wie das in der Wirklichkeit funktionieren soll.

Ganz im Gegenteil! Die unmittelbare Rücknahme der Entscheidung macht ganz deutlich das die Entscheidungsträger diesen Sinn nicht verloren haben!
assume good faith

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Letzte Änderung: von Merilix.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 12:18 #82510

Man Leute... Man hat halt nach nem langen Tag, in einer schwierigen Situation, übermüded eine Entsheidung getroffen wo tags drauf klar wurde das die falsch war.

Ein Busfahrer geht u.U. in den Knast, wenn er aufgrund von Übermüdung einen Unfall mit Personenschaden baut. Es gibt eigentlich gar keinen Grund dafür, dass Politiker solche Entscheidungen übermüdet in einer Nachtschicht treffen. In der Regel dann auch noch, weil sie über ein Jahr hinweg verschlafen haben sinnvolle Strategien zu entwickeln. Ich kann mich nur wundern, wenn die Entscheidungsträger sich dann auch noch damit brüsten, etwas in einer Nachtschicht festgelegt zu haben. In meinen Augen ist das grob fahrlässig. Mindestens genau so fahrlässig, wie sich übermüdet hinter das Steuer von einem Bus zu setzen.
Folgende Benutzer bedankten sich: Arrakai

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Letzte Änderung: von Pferdefuss.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 12:27 #82511

Man Leute... Man hat halt nach nem langen Tag, in einer schwierigen Situation, übermüded eine Entsheidung getroffen wo tags drauf klar wurde das die falsch war.
Ganz ehrlich, Die Leute verdienen Respekt dafür die falsche Entscheidung schnell wieder zurückgenommen zu haben!
Ist es nicht das was man von Politikern in einer Demokratie erwarten sollte? Irren ist menschlich und wer einen Irrtum einsieht verdient Respekt.

Ist es schon so weit, dass Ehrlichkeit und Einsicht etwas Besonderes sind und großen Respekt verdienen? Für mich ist das selbstverständliche Voraussetzung. Das sind Profis, oder sollten es jedenfalls sein. Wenn sie eine wichtige Sitzung von einer im voraus bekannten, großen Tragweite so spät und anscheinend unvorbereitet anberaumen, dass sie am Ende zu übermüdet sind um einfachste Binsenweisheiten der Wirklichkeit zu bedenken, dann ist das schlicht unprofessionell und eine Unverschämtheit ggü. den Bürgern, die seit über einem Jahr an Leib und Leben bedroht sind, massive existenzielle Einbußen ertragen und zu Recht vernünftige, hilfreiche Entscheidungen erwarten.

Die unmittelbare Rücknahme der Entscheidung macht ganz deutlich das die Entscheidungsträger diesen Sinn nicht verloren haben!

Die Rücknahme erfolgte ja nicht aus eigener Einsicht, sondern sie mussten durch Einsprache der Menschen, der Juristen und der Wirtschaft mit der Nase drauf gestupst werden, dass die Idee reiner Unsinn ist, weder pandemisch sinnvoll noch rechtlich machbar noch sonst für die Menschen irgendwie tragbar.

Wir können allerdings von Glück sagen, dass die Chefin eine Frau ist. Unter dem immer nur selbstgefällig grinsenden Söder oder so wäre die Entscheidung niemals zurückgenommen worden, und auf eine Bitte um Entschuldigung hätten wir bis St. Nimmerlein warten können. Dass es noch schlimmer denkbar ist, ist aber kein Grund, uns für die Rücknahme jetzt mit großen Beifalls- und Respektbekundungen zu bedanken. Es war richtig und geboten, das ist alles.
Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

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Letzte Änderung: von Steinzeit-Astronom.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 12:52 #82513

Ein Busfahrer geht u.U. in den Knast, wenn er aufgrund von Übermüdung einen Unfall mit Personenschaden baut.

Toller Vergleich...

Es gibt eigentlich gar keinen Grund dafür, dass Politiker solche Entscheidungen übermüdet in einer Nachtschicht treffen.

Janee, is klar. Das Virus wartet notfalls mit seiner Vermehrung ...

In der Regel dann auch noch, weil sie über ein Jahr hinweg verschlafen haben sinnvolle Strategien zu entwickeln.

Ja sicher... sagt einer der es schon vorher besser wusste oder?

Allenfalls kann man der Politik vorwerfen Jahrzehnte der Vorbereitung auf eine solche Situation verschlafen zu haben. Denn... das es eine solche Pandemie geben würde war nur eine Frage der Zeit. (Globalisierung sei Dank^^)

Wenn man bedenkt welche Interessen gegeneinander abgewogen werden müssen UND welche Erkenntnisse über das Virus jeweils vorlagen oder eben noch nicht vorlagen kann ich nur sagen: Respekt wie bisher damit umgegangen wurde. Ich möchte nicht tauschen. a) wegen der Verantwortung für Gesundheit/Leben der Leute einerseits, Ökonomie andererseits und b) wegen der Kritik der Besserwisser die hinterher meinen zu wissen was man alles hätte anders machen sollen...

Wie heist es so schön? Hätte Hätte Fahradkette. Das sind völlig sinnfreie nach rückwärts gerichtete Diskussionen.
assume good faith

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Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 13:04 #82514

Steinzeit-Astronom schrieb:
schnellere und unbürokratischere Impfungen.


Hihi..., das ist der Punkt. Als allererstes müssen sich die Menschen zur Impfung anmelden und das ist gerade für die Älteren schon
ein großes Problem sich da online anzumelden (weil telefonisch kommen die da oft gar nicht durch).
Viele sind aber mit dem ganzen Online-Gedöns überfordert und brauchen dann ihre Angehörigen um da zu helfen.
Haben sie dann endlich einen Impftermin ergattert bekommen sie einen Aufklärungsbogen wo die Risiken der Impfung
erklärt wird und dann müssen sie eine Einverständniserklärung unterschreiben.

Wenn sie es dann endlich geschafft haben einen Termin zu ergattern dann müssen die gucken wie sie zu den Impf-Stationen kommen.
Für viele ist das auch ein großes Problem.

Ist man mal da dann muss man erst mal alles abgeben, sich ausweisen usw... Dann kommt man zu einem Arzt der dann nochmal ein
Aufklärungsgespräch führt (falls man da noch Fragen hat), dann bekommt man die Impfung, dann muss man mindestens 15 Minuten
warten und dann geht es weiter zu der Station wo man sich dann abmeldet und evtl. einen Termin für die Zweitimpfung bekommt.
Natürlich müssen die Impfwilligen alle wissen was sie an Medikamenten einnehmen und was für Grunderkrankungen sie haben.

Auweia, viel zu viel Bürokratie um in kurzer Zeit so viele Menschen zu impfen.
Mir ist keine Impfung bekannt wo je so ein Bürokratieaufwand betrieben wurde.
LG

Nachtrag: Bei der Grippeimpfung kommen die Menschen einfach ( ohne Aufklärungsbogen, usw...).
Die bekommen ihren "Piks" mit dem Hinweis dass da Nebenwirkungen auftreten können, bla,bla...
und das war`s. Nix mit irgendwelcher bürokratischen Handhabe.
Einszweidrei, im Sauseschritt ! Läuft die Zeit; wir laufen mit (Wilhelm Busch)
Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft blind (Albert Einstein)




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Letzte Änderung: von Sonni1967.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 13:21 #82515

Dann kommt man zu einem Arzt [Anmerkung: im Impfzentrum] der dann nochmal ein
Aufklärungsgespräch führt ... Natürlich müssen die Impfwilligen alle wissen was sie an Medikamenten einnehmen und was für Grunderkrankungen sie haben. Auweia, viel zu viel Bürokratie um in kurzer Zeit so viele Menschen zu impfen.

Naja, bevor ein Arzt im Impfzentrum eine Spritze setzt, wird er sich ein Bild vom Status des Menschen machen, den er vor sich hat, das gehört sich so.

Nachtrag: Bei der Grippeimpfung kommen die Menschen einfach ( ohne Aufklärungsbogen, usw...).
Die bekommen ihren "Piks" mit dem Hinweis dass da Nebenwirkungen auftreten können, bla,bla...
und das war`s. Nix mit irgendwelcher bürokratischen Handhabe.

Die Grippeimpfung findet, wenn ich nicht irre, üblicherweise beim Hausarzt statt. Der kennt sein Gegenüber und muss nicht alle Parameter abfragen, wie das der Arzt im anonymen Impfzentrum richtigerweise tut - tun sollte ....
"Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen." (Bertolt Brecht 1898 - 1956, deutscher Dramatiker)
"Alle Modelle sind falsch, aber mit manchen kann man ganz gut rechnen" (frei nach George Box 1919-2013, britischer Statistiker)
"Vergeuden Sie Ihre Zeit nicht mit Erklärungen. Menschen hören immer nur das, was sie hören wollen" (Paulo Coelho, 1947 - , brasilianischer Schriftsteller)

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Letzte Änderung: von gaston.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 13:26 #82516

Auweia, viel zu viel Bürokratie um in kurzer Zeit so viele Menschen zu impfen.
Mir ist keine Impfung bekannt wo je so ein Bürokratieaufwand betrieben wurde.
LG

Nachtrag: Bei der Grippeimpfung kommen die Menschen einfach ( ohne Aufklärungsbogen, usw...).
Die bekommen ihren "Piks" mit dem Hinweis dass da Nebenwirkungen auftreten können, bla,bla...
und das war`s. Nix mit irgendwelcher bürokratischen Handhabe.


Ich finde Bürokratie auch furchtbar und man sollte die auch hier so schnell wie möglich abschaffen.

Es gab meines Wissens auch noch nie den Fall, dass ein Impfstoff derart nötig ist und nur in derart geringer Zahl vorliegt. Ich hoffe, dass diese Bürokratie in dem Moment verschwindet, in dem wir genug Impfstoff haben.

Das halbe Jahr, das uns die EU auf dem Weg zu genug Impfstoff geklaut hat, ist auch irgendwann rum. Spätestens wenn die USA durchgeimpft ist, können wir ja zusätzlich den dort produzierten Impfstoff aufkaufen. Nein, geht ja auch nicht so einfach, da die dortigen Produktionsstätten erst EMA-zertifiziert werden müssen :evil: .

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Letzte Änderung: von ClausS.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 13:30 #82519

Merilix schrieb: Ja sicher... sagt einer der es schon vorher besser wusste oder?

War doch gar nicht zu übersehen:
www.power2world.net/viewtopic.php?p=1372#p1372
www.power2world.net/viewtopic.php?p=1398#p1398
umwelt-wissenschaft.de/forum/private-pla...-toten?start=0#81556

Die Meisten wollten es halt nicht sehen. Sinnfrei ist da nichts dran.

Merilix schrieb: Janee, is klar. Das Virus wartet notfalls mit seiner Vermehrung ...

Etliche Entscheidungsträger dachten sogar, sie könnten es aussitzen.

Das Problem war dann auch, dass alle Virologen u. Epidemologen die gewarnt und gefordert haben als Angstmacher beschimpft wurden. Und natürlich auch noch bedroht wurden.
Oder halt „nur“ verspottet wurden:
umwelt-wissenschaft.de/forum/private-pla...toten?start=30#82368

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Letzte Änderung: von Pferdefuss.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 13:39 #82521

Hi Gaston

Naja, bevor ein Arzt im Impfzentrum eine Spritze setzt, wird er sich ein Bild vom Status des Menschen machen, den er vor sich hat, das gehört sich so.


Ja, das gehört sich so :) (im Normalfall). Wir sind aber in der Situation einer Pandemie.
Aber, der Arzt der da im Impfzentrum sitzt kann sich eigentlich in seiner kurzen Zeit nicht wirklich ein Bild machen.
Das geht gar net.
Wie will man so eine riesige Menge von Menschen in kurzer Zeit impfen mit diesem (bürokratischen) Aufwand?
Neee..., das geht so nicht.
LG
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Letzte Änderung: von Sonni1967.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 13:44 #82522

Man Leute... Man hat halt nach nem langen Tag, in einer schwierigen Situation, übermüded eine Entsheidung getroffen wo tags drauf klar wurde das die falsch war.


Es ist ja nicht so, dass man das nicht vertagen kann. Aber klar, es geht ja nur um ein ganzes Land mit 80 Mio. Einwohnern, da muss man schon Verständnis dafür haben, dass die armen Entscheider total übermüdet waren und deshalb umnachtete Entscheidungen getroffen haben.

Ganz ehrlich, Die Leute verdienen Respekt dafür die falsche Entscheidung schnell wieder zurückgenommen zu haben!


Dass sie ihre falsche Entscheidung zurückgenommen haben, das ist tatsächlich keine Selbstverständlichkeit. Meinen Respekt hätten sie allerdings eher verdient, wenn sie in dieser schwierigen Situation den Schneid gehabt hätten, die Sitzung zu vertagen. Auf acht Stunden kommt es wahrlich nicht an, wenn man die Tragweite der Entscheidungen bedenkt.

Ist es nicht das was man von Politikern in einer Demokratie erwarten sollte? Irren ist menschlich und wer einen Irrtum einsieht verdient Respekt.


Es ist ja nicht so, dass es sich hier um demokratische Entscheidungsprozesse handelt. Es ist vielmehr so, dass die Exekutive hier Entscheidungen an den Parlamenten vorbei trifft. Natürlich haben die Parlamente diese Macht freiwillig übertragen, allerdings in der Erwartungshaltung, dass Entscheidungsprozesse dadurch effizienter werden und Entscheidungen besser an die akute Lage angepasst werden können. Da die Kanzlerin und die MP diese Kompetenzen regelmäßig für sich in Anspruch nehmen, müssen sie sich halt auch an den damit verbundenen Erwartungen messen lassen.

Janee, is klar. Das Virus wartet notfalls mit seiner Vermehrung ...


Eine Vertagung um einige Stunden wäre offenkundig weniger schlimm gewesen als schlechte Entscheidungen, die uns mehrere Tagen bis Wochen kosten.

Ja sicher... sagt einer der es schon vorher besser wusste oder?


Man hätte im letzten Sommer damit rechnen können, dass die Pandemie nicht überwunden ist... Es stimmt natürlich, dass Entscheidungen nachträglich immer leichter fallen als vorher... Sieht man ja beim Lotto. Es stimmt aber auch, dass im Sommer effektiv nichts passiert ist. Und dass nichts zu wenig ist, war ja wohl klar...

Naja, bevor ein Arzt im Impfzentrum eine Spritze setzt, wird er sich ein Bild vom Status des Menschen machen, den er vor sich hat, das gehört sich so.


Das war bei meiner Frau und mir nicht der Fall. Wir haben einen Aufklärungsbogen erhalten und wurden dann nur noch gefragt, ob wir weitere Fragen haben. Danach folgten sieben (!) Unterschriften, das war's.

Die Grippeimpfung findet, wenn ich nicht irre, üblicherweise beim Hausarzt statt. Der kennt sein Gegenüber und muss nicht alle Parameter abfragen


Von daher ist es gut, dass die Hausärzte jetzt eingebunden werden. :)

Das Problem war dann auch, dass alle Virologen u. Epidemologen die gewarnt und gefordert haben als Angstmacher beschimpft wurden. Und natürlich auch noch bedroht wurden.


Du weißt nicht, was passiert wäre, wenn man deren Empfehlungen gefolgt wäre. Jetzt so zu tun, als sei dann alles besser gelaufen, ist doch unsinnig. Es gibt genügend Länder, die deutlich härter reagiert haben, und die jetzt nicht besser und teilweise sogar schlechter dastehen als Deutschland.
PS.: Es ist ja nicht mal so, dass "alle Virologen u. Epidemologen die gewarnt" haben denselben Kurs empfohlen haben, da gab und gibt es gravierende Unterschiede.
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Letzte Änderung: von Arrakai.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 13:54 #82523

Es gibt eigentlich gar keinen Grund dafür, dass Politiker solche Entscheidungen übermüdet in einer Nachtschicht treffen. [...] In der Regel dann auch noch, weil sie über ein Jahr hinweg verschlafen haben sinnvolle Strategien zu entwickeln.

Allenfalls kann man der Politik vorwerfen Jahrzehnte der Vorbereitung auf eine solche Situation verschlafen zu haben. Denn... das es eine solche Pandemie geben würde war nur eine Frage der Zeit. (Globalisierung sei Dank^^)

Ja genau: Es gibt eine schon schon seit 2012 bekannte Studie, wo das fiktive Szenario einer conronaartigen Pandemie mit Ursprung in Wuhan durchgespielt wird. Das hat Verschwörungstheoretiker auf die Idee gebracht, dass die Pandemie mit Absicht ausgelöst wurde, damals schon geplant von geheimen Mächten, zu denen die Ultrareichen und natürlich alle Regierungen und die WHO und Bill Gates und das Judentum und wer weiß, wer noch alles gehören. Allerdings hat sich wohl niemand für diese Studie interessiert oder entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen...

Wie heist es so schön? Hätte Hätte Fahradkette. Das sind völlig sinnfreie nach rückwärts gerichtete Diskussionen.

Rückwärtsgerichtet ist hier nur dieser letzte Teil mit der vorwarnenden Studie, die anscheinend unbeachtet blieb. Ansonsten muss ich halt sagen, dass es jetzt nicht viel länger hilfreich ist, wenn die Politik immer so tut, als hätte sie die Pandemie im Griff, wobei ihr dann aber doch nicht mehr einfällt als "Osterpause", Lockdown, mehr Lockdown, noch mehr Lockdown, Shutdown, mehr Shutdown, noch mehr Shutdown, noch "einmal" zusammenreißen und ausstehen, "ein letztes Mal", nach der nächsten Mutante dann noch "ein letztes Mal" und nochmal Lockdown, usw. usf...

Wenn die Politik schon ganz offensichtlich zunehmend ratlos ist und sich Einzelne dabei noch unverschämt bereichern (Maskenaffäre), dann wäre es wohl langsam angebracht die Berufsverbote weitgehend aufzuheben und eben doch mal auf die Vernunft der Bürger zu vertrauen. Der Handel, die Gastronomie, die Kultureinrichtungen, die allesamt in den letzten Zuckungen liegen, haben längst gute Konzepte entwickelt, die trotz Pandemie ein relativ sicheres Leben auch ohne total überlastetes Gesundheitssystem wahrscheinlich machen. Niemand ist ja gezwungen, zu volle Läden, Außengastronomien, Kinos oder Museen zu besuchen, und die Betreiber sind auch nicht gezwungen zu viel Publikum zu akzeptieren, schon allein wegen des Eigenschutzes würden sie wohl darauf verzichten.

Das Leben ist nunmal lebensgefährlich... das kann letztlich auch eine Regierung nicht ändern. Die sollte sich lieber auf das konzentrieren, was sie vielleicht kann: Impfstoff besorgen bzw. entsprechende Produktionsstätten aufbauen helfen... BioNTech in Deutschland musste sich Partner in den USA suchen (Phizer), weil in Europa anscheinend weder Private noch Regierungen bereit waren oder die Weitsicht hatten, sie wenigstens finanziell zu unterstützen. Sowas wäre ein Job für die Regierung und funktionierende Impfkampagnen organisieren, nicht die Bevölkerung jahrelang mit bloßen Lockdown-Maßnahmen gängeln und den Leuten zumuten, dass sie sich ihre Impftermine selber über eine überlastete Telefonnummer oder eine unbrauchbare Website besorgen.


Selber bin ich unter 60 und in keiner Weise systemrelevant, habe aber gestern meine erste Impfung mit dem Moderna-Impfstoff bekommen und der zweite Termin Ende des Monats steht auch schon fest. Wie das? Naja, nach einmaliger Anmeldung online vor einiger Zeit wurde ich gestern für die Impfung einfach kurzfristig angerufen. Habe halt Vorerkrankungen und lebe nicht in Deutschland :P. Meine Mutter >80 in Schland hat es noch nicht einmal zu einem Termin geschafft. Danke, liebe Politik... und Respekt, Respekt!
Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

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Letzte Änderung: von Steinzeit-Astronom.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 14:10 #82524

Das Leben ist nunmal lebensgefährlich... das kann letztlich auch eine Regierung nicht ändern.


Das ist genau der Punkt. Es ist auch gar nicht Aufgabe der Regierung, das Infektionsrisiko um jeden Preis zu senken. Es ist Aufgabe der Regierung, alle Grundrechte gegeneinander abzuwägen. Und eben ...

Die sollte sich lieber auf das konzentrieren, was sie vielleicht kann: Impfstoff besorgen bzw. entsprechende Produktionsstätten aufbauen helfen...


... und einiges mehr (Masken, Homeoffice ermöglichen, ...).

BioNTech in Deutschland musste sich Partner in den USA suchen (Phizer), weil in Europa anscheinend weder Private noch Regierungen bereit waren oder die Weitsicht hatten, sie wenigstens finanziell zu unterstützen.


Das ist allerdings nicht korrekt. Biontech hat 375 Mio. EUR vom Bund erhalten, Curevac 270 Mio. EUR. Und natürlich war das Forschungsumfeld davor auch nicht allzu schlecht, die schnellen Erfolge von heute basieren auf der Arbeit der letzten Jahre. Korrekt ist, dass Pfizer aktiv auf Biontech zugegangen ist und sich die Partnerschaft gesichert hat. Aber es ist ja nicht so, dass deutsche und europäische "Pharmariesen" gar nichts tun, das war m.E. doch eher Zufall dass es in diesem Fall ein US-Unternehmen war.
The truth is often what we make of it; you heard what you wanted to hear, believed what you wanted to believe.

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Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 14:41 #82525

..., dann wäre es wohl langsam angebracht die Berufsverbote weitgehend aufzuheben und eben doch mal auf die Vernunft der Bürger zu vertrauen. Der Handel, die Gastronomie, die Kultureinrichtungen, die allesamt in den letzten Zuckungen liegen, haben längst gute Konzepte entwickelt, die trotz Pandemie ein relativ sicheres Leben auch ohne total überlastetes Gesundheitssystem wahrscheinlich machen. Niemand ist ja gezwungen, zu volle Läden, Außengastronomien, Kinos oder Museen zu besuchen, und die Betreiber sind auch nicht gezwungen zu viel Publikum zu akzeptieren, schon allein wegen des Eigenschutzes würden sie wohl darauf verzichten.

Sowas wäre ein Job für die Regierung und funktionierende Impfkampagnen organisieren, nicht die Bevölkerung jahrelang mit bloßen Lockdown-Maßnahmen gängeln und den Leuten zumuten, dass sie sich ihre Impftermine selber über eine überlastete Telefonnummer oder eine unbrauchbare Website besorgen.


Grundsätzlich bin ich sehr froh über die Lockdown Maßnahmen. Rufe nach Öffnungen jetzt kurz vor einer Impfung für alle Interessierte kann ich persönlich nicht nachvollziehen. Man sieht ja beispielsweise anhand der vollen Flieger nach Mallorca, dass Vernunft und Zurückhaltung freiwillig nicht klappt.

Das Argument, dass niemand gezwungen ist, Gastro und Museen zu besuchen, ist nur eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist, dass die Leute, die sich dort anstecken, ihre Ansteckung dann ja auch weitergeben (in der Famile, in der Arbeit, über ihre Kinder in den Schulen, ...) - auch an Leute, denen Gastro und Museen zu gefährlich sind.

Was ist der Sinn, warum wir nach vielen Monaten Lockdown jetzt plötzlich aufmachen und uns kurz vor den Impfungen noch einen extremen Corona-Peak einhandeln sollen?


Das Fehlen von Impfdosen ist in meinen Augen sehr wohl ein Fehler der Politik (EU-Kommission und andere Beteiligte), alles andere ist eine Folge davon. Hätte man schon im Frühherbst mit Biontech, Moderna und anderen Pharmakonzernen über Produktionsaufstockungen und über Lizenzherstellung durch Drittfirmen verhandelt anstatt Millionen Impfdosen abzulehnen, dann hätten wir jetzt genug Impfdosen für eine vernünftige Impfkampagne. Die ganze Diskussion, die die deutsche Öffentlichkeit und wir jetzt hier führen, wäre dann obsolet.

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Letzte Änderung: von ClausS.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 14:47 #82526

BioNTech in Deutschland musste sich Partner in den USA suchen (Phizer), weil in Europa anscheinend weder Private noch Regierungen bereit waren oder die Weitsicht hatten, sie wenigstens finanziell zu unterstützen.


Das ist allerdings nicht korrekt. Biontech hat 375 Mio. EUR vom Bund erhalten, Curevac 270 Mio. EUR. Und natürlich war das Forschungsumfeld davor auch nicht allzu schlecht, die schnellen Erfolge von heute basieren auf der Arbeit der letzten Jahre. Korrekt ist, dass Pfizer aktiv auf Biontech zugegangen ist und sich die Partnerschaft gesichert hat. Aber es ist ja nicht so, dass deutsche und europäische "Pharmariesen" gar nichts tun, das war m.E. doch eher Zufall dass es in diesem Fall ein US-Unternehmen war.

Mag sein, die Details kenne ich nicht, erinnere mich aber an ein Interview mit dem BionNTech-Gründer, wo er sinngemäß sagte, dass es zur Zusammenarbeit mit Phizer kam, weil in den USA das Kapital für Unternehmen wie BionNTech lockerer sitze als in Europa. Man sei dort offener für neue Technologien.

Im April letzten Jahres hieß es in einer Pressemitteilung von BioNTech:



BioNTech erhält von Pfizer bis zu 185 Millionen US-Dollar, einschließlich einer Kapitalbeteiligung von 113 Millionen US-Dollar; zudem kann BioNTech mögliche zukünftige Meilensteinzahlungen in Höhe von bis zu 563 Millionen US-Dollar und damit einen Gesamtbetrag von bis zu 748 Millionen US-Dollar erhalten

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Letzte Änderung: von Steinzeit-Astronom.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 15:00 #82527

Mag sein, die Details kenne ich nicht, erinnere mich aber an ein Interview mit dem BionNTech-Gründer, wo er sinngemäß sagte, dass es zur Zusammenarbeit mit Phizer kam, weil in den USA das Kapital für Unternehmen wie BionNTech lockerer sitze als in Europa. Man sei dort offener für neue Technologien.


Ich wollte nur darauf hinweisen, dass Deutschland, die EU und europäische Pharmariesen nicht untätig waren. Möglich, dass gerade die mRNA-Impfstoffe besser zu einem US-Unternehmen passen und dass diese Partnerschaft dann auch kein reiner Zufall war. Entwickelt wurden sie allerdings hier, d.h. Geld wurde auch schon zuvor investiert.

Der deutsche Staat hat sich an Curevac sogar beteiligt. Schade nur, dass die sehr lange damit gezögert haben, sich einen größeren Partner zu suchen, Angebote gab es wohl. Ein kleines Unternehmen hat es schwer, alle Studien und Zulassungsverfahren zu bewältigen und dann auch noch parallel eine Produktion in großem Maßstab aufzubauen. Die hatten sich wohl zu viel vorgenommen...
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Letzte Änderung: von Arrakai.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 15:06 #82528

Grundsätzlich bin ich sehr froh über die Lockdown Maßnahmen. Rufe nach Öffnungen jetzt kurz vor einer Impfung für alle Interessierte kann ich persönlich nicht nachvollziehen. Man sieht ja beispielsweise anhand der vollen Flieger nach Mallorca, dass Vernunft und Zurückhaltung freiwillig nicht klappt.

Grundsätzlich bin ich auch nicht für großartige Lockerungen gerade jetzt. Sowas wie in Tübingen finde ich aber in Ordnung, solange man das nicht sofort auf Großstädte und Ballungszentren skaliert. Für kleine Städte mag es aber durchaus eine brauchbare Strategie sein. Immerhin laufen bereits Impfungen, wenn auch nur schleppend, zunehmend mehr Tests werden verfügbar und das zunehmend wärmere Wetter in Verbindung mit den aktuellen Maßnahmen hilft hoffentlich auch, die Kurve wieder nach unten zu bringen.

Nur das allzu sture und lange Festhalten an allein diesen Inzidenzwerten... 100, 50, 35, bzw. die aktuellen Forderungen nach noch strengeren Maßnahmen scheinen mir übertrieben. Man muss auch jederzeit damit rechnen, dass wieder eine neue Mutante erscheint und dann noch eine usw.... wie soll es dann weitergehen? Gibt's da einen Plan? Lockdown-Verschärfungen und -verlängerungen bis in alle Ewigkeit? Dieses Brechstangen-Konzept hat m.E. zunehmend ausgedient und muss bald ersetzt werden durch etwas Intelligenteres und Nachhaltigeres.

Impfstoffe und Tests sind erst mal die Hoffnungsträger... da hat die Kanzlerin schon recht, aber auch technische Massnahmen wie leistungsfähige Lüftungsanlagen... das muss alles bald greifen, sonst können wir demnächst verhungerte Einzelhändler, Gastronomen, Musiker, Künstler usw. von den Straßen einsammeln :whistle:.
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Letzte Änderung: von Steinzeit-Astronom.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 16:36 #82529

Ansonsten muss ich halt sagen, dass es jetzt nicht viel länger hilfreich ist, wenn die Politik immer so tut, als hätte sie die Pandemie im Griff,

Diesen Eindruck habe ich nicht.
Ich kann mich auch nicht erinnern das ein Politiker siic derartig geäußert hat.

wobei ihr dann doch aber nicht mehr einfällt "Osterpause", Lockdown, mehr Lockdown, noch mehr Lockdown, Shutdown, mehr Shutdown, noch mehr Shutdown, noch "einmal" zusammenreißen und ausstehen, "ein letztes Mal", nach der nächsten Mutante dann noch "ein letztes Mal" und nochmal Lockdown, usw. usf...

Es gibt leider nicht viele Möglichkeiten des Handelns die allen gerecht wird.

... dann wäre es wohl langsam angebracht die Berufsverbote weitgehend aufzuheben und eben doch mal auf die Vernunft der Bürger zu vertrauen.

Das dies NICHT funktioniert hat die Erfahrung der letzten Monate gezeigt... leider. Dabei braucht es nur relativ wenige deren Vernunft kaum über das Eigene Wohlergehen hinaus reicht um Konzepte die auf die Vernunft der Bürger bauen ad Absurdum zu führen.

Niemand ist ja gezwungen, zu volle Läden, Außengastronomien, Kinos oder Museen zu besuchen, und die Betreiber sind auch nicht gezwungen zu viel Publikum zu akzeptieren, schon allein wegen des Eigenschutzes würden sie wohl darauf verzichten.

Genau... Niemand ist gezwungen aber die Leute machens trotzdem. Was anscheinend von vielen übersehen wird ist das es weniger um Eigenschutz sondern um den Schutz der Anderen geht. Wenn ich infiziert bin ohne es zu merken kann ich ruhig andere gefärden ohne es zu merken oder?

Und einen in unserer bürokratischen Geselschaft wesentlichen Aspekt darf man vieleicht auch nicht übersehen:
Ein staatlich angeordneter Lockdown kann ggf. Entschädigungszahlungen rechtfertigen. Wer nur aufgrund der Vernuft der Leute Umsatzeinbußen hinnehmen muss hat es ggf. schwerer an Unterstützung zu kommen und muss sehen wo er bleibt. Das Problem haben ja bereits einige Berufsgruppen die sekundär betroffen sind.

Die sollte sich lieber auf das konzentrieren, was sie vielleicht kann: Impfstoff besorgen bzw. entsprechende Produktionsstätten aufbauen helfen...

Ich gehe davon aus das bereits getan wird was möglich ist. Problem ist nur: solche Produktionestätten lassen sich nicht von heute auf morgen herzaubern.
Ich denke: was die Politik aus der genwärtigen Krise lernen kann und wird ist: das es (wieder) nötig ist nationale Reserven aufzubauen oder wenigstens vertraglich zu sichern um für derartige Kriesen gewappnet zu sein.
BTW: Mir scheint ds allzuschnell vergessen wird: vor gerademal einem halben Jahr war noch nichtmal klar das es einen wirksamen Impfstoff geben wird. Wenn man bedenkt wie träge Bürokratie sonst so reagiert...

Sowas wäre ein Job für die Regierung und funktionierende Impfkampagnen organisieren, ...

Und? passiert das nicht? Ist das erste mal das derartiges nötig wird. Wen wunderts das es da auch Pannen und vieleicht unerwartete Probleme gibt?

... nicht die Bevölkerung jahrelang mit bloßen Lockdown-Maßnahmen gängeln

Was ist die Alternative? Corona-Partys? Großveranstaltungen? Oktoberfest/Weihnachtsmärkte/volle Fußballstadien/Gaststätten/Museen/Konzerthallen/gemeinsamer Urlaub auf den Balearen... ??

und den Leuten zumuten, dass sie sich ihre Impftermine selber über eine überlastete Telefonnummer oder eine unbrauchbare Website besorgen.

Nicht die Telefonnummern sind überlastet: die Leute am anderen Ende der Leitung sind es. Wie würdest DU die Impftermine vermitteln?
Die Menschen anrufen? oder mit Post einladen? Wie willst du sicherstellen das auch alle eingeladenen kommen und keine Impfdosen vergammeln?
Ist dir eigentlich klar was für eine logistische Herausforderung eine solche Kampagne darstellt? Die nötige Kühlung z.B. war bis vor kurzem eines der Probleme die gegen die Einbeziehung der Hausärzte sprach...

Und nicht Vergessen... wir Deutschen können nicht ohne das alles seine bürokratische Ordnung hat. Ich denke dem kann sich auch die Politik nicht widersetzen und einfach auf Pragmatismus setzen... leider :(


Ich, unter 60, hatte im Dezember Covid-19 was mir (vieleicht ?) etwas Immunität verleiht. Denke bis dato das andere erstmal wichtiger sind und deshalb noch keinen Termin nachgefragt. Wegen der Mutationen mach ich mir inzwischen aber doch etwas Sorgen...

PS:
Eine Sache die wirklich helfen kann aus dem Dauerlockdown herauszukommen wären kostenlose Schnelltests. Diese müssen allerdings auch erstmal flächendeckend in ausreichender Menge zur Verfügung stehen wozu dann auch ordentliche Beratung für den Fall von Positiv-Tests gehört...
assume good faith

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Letzte Änderung: von Merilix.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 18:10 #82532

Ansonsten muss ich halt sagen, dass es jetzt nicht viel länger hilfreich ist, wenn die Politik immer so tut, als hätte sie die Pandemie im Griff,

Diesen Eindruck habe ich nicht.
Ich kann mich auch nicht erinnern das ein Politiker siic derartig geäußert hat.

Doch, wenn auch nicht wortwörtlich. Die Lockdown-Maßnahmen werden's richten, so lassen sie uns immer wieder wissen. Wenn nicht, dann sind natürlich die Leute daran schuld, weil sie sich dann nicht daran gehalten haben, sonst hätte es ja funktioniert. So wird's doch rübergebracht. Die Kanzlerin appelliert an alle und droht mit noch härteren Maßnahmen, wenn das nicht hilft.

... dann wäre es wohl langsam angebracht die Berufsverbote weitgehend aufzuheben und eben doch mal auf die Vernunft der Bürger zu vertrauen.

Das dies NICHT funktioniert hat die Erfahrung der letzten Monate gezeigt... leider.

Welche Erfahrung meinst du denn? Es gibt doch seit Monaten gar kein Vertrauen in die Vernunft der Bürger sondern nur ständige Verschärfungen und Verlängerungen: Advent kaputt, Weihnachten kaputt, Silvester kaputt, Fasching kaputt, nichts, aber auch gar nichts wurde inzwischen den Bürgern selber überlassen. Das Problem ist seit gewisser Zeit, wie jeder weiß, die höhere Ansteckungsgefahr der britischen Mutante, die inzwischen alles dominiert, und nicht das Fehlverhalten der Bürger. Die werden nur zunehmend von Opfern zu Tätern gemacht. Tschuldigung, dass ich lebe und atme... liebe Regierung, kannst du mich nicht bitte allein in ein irgend ein Kellerloch sperren? Nicht, dass ich noch Corona einfange und aus Versehen jemanden anstecke, das wäre ja ganz unerträglich... dann sterbe ich doch lieber allein im Keller.

Niemand ist ja gezwungen, zu volle Läden, Außengastronomien, Kinos oder Museen zu besuchen, und die Betreiber sind auch nicht gezwungen zu viel Publikum zu akzeptieren, schon allein wegen des Eigenschutzes würden sie wohl darauf verzichten.

Genau... Niemand ist gezwungen aber die Leute machens trotzdem. Was anscheinend von vielen übersehen wird ist das es weniger um Eigenschutz sondern um den Schutz der Anderen geht. Wenn ich infiziert bin ohne es zu merken kann ich ruhig andere gefärden ohne es zu merken oder?

Klar, solche Leute kenne ich auch, aber weil ich sie ja kenne, gehe ich ihnen aus dem Weg. Man muss halt mit ein bisschen Menschenkenntnis aufpassen, wem man nahe kommt. Das war schon immer so, nur jetzt vielleicht erst recht. Das gehört auch zum Eigenschutz und zum Schutz der Anderen. Diejenigen, mit denen ich mich seit Corona noch persönlich treffe sind solche, die es so sehen wie ich und aufpassen, wo sie hingehen und wen sie treffen. Finde nicht, dass der Staat die Aufgabe hat, auf jeden Fall Leichtsinnige vor anderen Leichtsinnigen zu schützen. Jeder sollte inzwischen mitbekommen haben, dass wir in einer Pandemie leben wo eine sehr ansteckende Krankheit grassiert.

Die sollte sich lieber auf das konzentrieren, was sie vielleicht kann: Impfstoff besorgen bzw. entsprechende Produktionsstätten aufbauen helfen...

Ich gehe davon aus das bereits getan wird was möglich ist. Problem ist nur: solche Produktionestätten lassen sich nicht von heute auf morgen herzaubern.

Nicht von heute auf morgen, das ist klar, aber immerhin ist seit Beginn der Pandemie über ein Jahr vergangen und es war von Anfang an klar, dass man so schnell wie möglich Impfstoff braucht, der dann auch hergestellt werden muss, sobald er mal entwickelt ist. Ich gehe jedenfalls davon aus, dass vor allem das getan wird, was einfacher möglich ist, wie z.B. das Verbot von Alltagsmasken (=Berufserbot für deren Hersteller) zugunsten von medizinischen Masken mit geringfügig besserem Schutz, wenn man sie denn bezahlt und täglich wechselt, wobei man als Politiker durch Vermittlungsgeschäfte kräftig mitverdienen kann :evil:. Komisch, dass das Vertrauen in die Politiker immer weiter sinkt, wo sie uns Bürgern doch immer sooo enorm vertrauen...

Ich denke: was die Politik aus der genwärtigen Krise lernen kann und wird ist: das es (wieder) nötig ist nationale Reserven aufzubauen oder wenigstens vertraglich zu sichern um für derartige Kriesen gewappnet zu sein.

Das kann man nur hoffen. Aber es gibt seit langem keine Politiker mehr mit Weitsicht und Visionen für die Zukunft. Auf Sicht fahren heißt die Devise, und wenn man kurzsichtig im Nebel natürlich irgendwann auf ein Hindernis prallt, dann eben aussitzen und abwarten und Lob für das tolle Krisenmanagement einheimsen...
Der sog. NEO-Liberalismus und seine absehbar üblen Folgen seit den 90er Jahren fällt uns jetzt mächtig auf die Füße. Hartz-4 war nur der Anfang. Aber das war wie gesagt von Anfang an absehbar... es hat nur niemanden interessiert.

Wie würdest DU die Impftermine vermitteln?

Ich würde eine Website bereitstellen, wo sich jeder Impfwillige einmalig anmelden kann mit ein paar Angaben zum Alter, Gesundheitsstatus, Systemrelevanz, Adresse, E-Mail, Telefon. Die Daten automatisch ein einer Datenbank speichern und diese nach Priorität (Alter etc.) der Reihe nach abgrasen und den Leuten den Termin mitteilen (E-Mail, SMS oder Post). Fertig. Das natürlich nicht einmalig für die ganze Republik sondern für jeden Landkreis separat, so dass das Volumen vor Ort logistisch handhabbar ist. Wenn jemand nicht zum Termin erscheint, dann zeitnah anrufen, ob er noch kommen will oder nicht. Falls nicht, sofort den nächsten Erreichbaren telefonisch einladen, bis einer zusagt. Genau so habe ich es im Ausland erlebt und das klappt wunderbar, Impfungen nonstop bis spät in den Abend. Das geht, aber natürlich braucht man Personal... na und? Fehlt es in Deutschland etwa an arbeitsfähigen oder arbeitswilligen Menschen?

Und nicht Vergessen... wir Deutschen können nicht ohne das alles seine bürokratische Ordnung hat. Ich denke dem kann sich auch die Politik nicht widersetzen und einfach auf Pragmatismus setzen... leider :(

Sieht so aus, leider... die Trödelei kostet ja nur ein paar Existenzen und Menschenleben :whistle: .
Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

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Letzte Änderung: von Steinzeit-Astronom.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 18:11 #82533

Ich bin ja froh um jede Maßnahme, die die Corona Verbreitung einbremst. Daher befürworte ich jede Art von Testpflichten. Allerdings fürchte ich können Tests nur flankierende Maßnahmen sein. Österreich hat deutlich vor Deutschland auf Schnelltests gesetzt und hat jetzt eine Inzidenz von etwa 250. Auch in Tübingen steigen die Werte leider jetzt deutlich.

An Kontaktbeschränkungen führt kein Weg vorbei bevor alle Freiwilligen Impfschutz haben. Ein anderes ähnlich wirksames Verfahren als Kontaktbeschränkungen haben wir nicht. Da die britische Mutante deutlich ansteckender ist, müssen sich die Kontaktbeschränkungen dem anpassen.

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Letzte Änderung: von ClausS.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 18:45 #82534

Merilix schrieb: Diesen Eindruck habe ich nicht.
Ich kann mich auch nicht erinnern das ein Politiker siic derartig geäußert hat.

Ich kann mich noch gut erinnern. Im Sommer hieß es zuerst, bis 1000 Neuinfektionen am Tag hätten die Gesundheitsämter alles im Griff. Als die überschritten waren hieß es, bis 4000 Neuinfektionen am Tag hätten die Gesundheitsämter alles im Griff. Und als die dann überschritten waren bis Anfang November hieß es regelmäßig, wir hätten ja kein exponentielles Wachstum. Nichts davon hat gestimmt:


umwelt-wissenschaft.de/forum/private-pla...-toten?start=0#81556

Ansonsten wären die Zahlen doch nicht immer nur hochgelaufen.

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