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Covid-19 Erfahrungen 27 Feb 2021 10:58 #81335

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Nachdem ich selbst vor zwei Wochen Covid-19 hatte, möchte ich ein paar Erfahrungen dazu schildern. Nein, nicht über den Krankheitsverlauf bei mir, der glimpflich ablief - eine Woche lang übliche Symptome, drei Tage mit Kopfschmerz und Fieber im Bett, aber keinerlei Atemprobleme. Wo ich mich angesteckt habe, weiß ich nicht. In der Firma gab es einige Fälle vor mir, vermutlich dort. Leider hat es ein Kollege nicht geschafft. Ich habe weder im Büro, noch zu Hause in der Familie jemand angesteckt.

Noch vor den Symptomen bin ich eigeninitiativ ins Homeoffice gegangen, aber durch die ggf. recht lange Inkubationszeit hat das nicht gereicht. In der Firma haben wir eigentlich klare Regeln in Abhängigkeit von der 7 Tage Inzidenz. Da steht drin, dass ab 50 Fällen pro 100000 alle, die nicht an der Produktion beteiligt sind, zwingend ins Homeoffice müssen. Darunter von 30 bis unter 50 die, die fürs Homeoffice ausgerüstet sind, ins Homeoffice geschickt werden können. Wie wurde das ausgelegt? Unter 50 ist nichts passiert, ab 50 konnten alle, die es wollten, weiter in der Firma arbeiten. Erste Inkonsequenz.

Als ich von einigen Fällen in der Firma erfahren hatte, und Anfangssymptome bekam - Geschmacksinn eingeschränkt beispielsweise, bin ich den üblichen Weg gegangen und habe beim Hausarzt angerufen. Keine Frage, ich soll getestet werden, man würde mich beim DRK, die das bei uns im Kreis organisieren, anmelden. Aber, dazu bräuchte man meine Krankenversicherungskarte. Ob ich jemand hätte, der die bringen könnte. Hatte ich nicht. Vorschlag von der Praxis, ich fahre hin, melde mich telefonisch, wenn da, dann käme jemand mit einem mobilen Leser raus. Gesagt, getan. Die Sprechstundenhilfe kam heraus. Keine Handschuhe an, Karte aus meiner Hand in ihre genommen, damit rumhantiert. Zweite Inkonsequenz. Oder das Wissen, dass über solche Kontakte das Virus nahezu nicht verbreitet wird?

Ich war mittags dort, bekam nachmittags den Anruf, dass ich am nächsten Tag kurz vor Mittag meinen Test hätte. In einer Infektpraxis. Dort, separater Eingang, lange Schlange vorbei am normalen Eingang. Kleiner Raum, zwischen den zu Testenden wurde nur die Tür kurz groß aufgemacht. Kein Durchzug. Jemand nur mit einer Maske vor Mund und Nase (konnte nicht sehen ob FFP2 oder 3) und normaler Nicht-Schutz-Brille steckte mir das Teststäbchen in den Rachen, sofortiger sehr starker Hustenreiz, ich habe dem direkt aus kurzer Entfernung ins Gesicht gehustet. Eine weitere Inkonsequenz aus meiner Sicht. Von Kollegen weiß ich, dass sowohl beim DRK selbst wie auch in anderen Infektpraxen der Entnehmende Vollschutz (Anzug) trägt.

Schon am selben Abend hatte ich über die Corona Warn App in weniger als 8 Stunden mein positives Ergebnis. Das hat perfekt gut geklappt. Noch am Samstag hat das Gesundheitsamt für mich und meine Familie die Quarantänen per Mail festgelegt. Ein Test für meine Frau und meine Tochter würde vermutlich anfangs der Woche stattfinden. Was bedeutet hätte, dass die Schulklasse meiner Tochter vermutlich auch in Quarantäne gemusst hätte bis zum Ergebnis. Ein Klinikum hier in der Nähe hat ein großes Testlabor, da kann man auch spontan ohne Anmeldung sich testen lassen. Kostet dann pro Nase 50 Euro. Haben meine Frau und Tochter machen lassen, und noch am Sonntag die Schule informieren können. 100 Euro weg. Das Gesundheitsamt bekommt auch diese Tests automatisch mitgeteilt und hat keinen weiteren Test zu Anfang der Quarantäne angesetzt. Hätten wir warten sollen? Inzwischen laufen die normalen Tests über das DRK auch am Wochenende und direkte Kontaktpersonen können sich auch ohne Anmeldung und Weisung eigeninitiativ im Klinikum kostenfrei testen lassen.

Ich bin jetzt noch empfindlicher geworden auf sogannte Corona-Leugner und Maskenverweigerer. Gestern in einem Supermarkt, die Kassiererin spricht den, der keine Maske trägt, laut an, ob er denn ein Attest habe. Der bejaht. Ich frage sie, ob sie sich denn das Attest auch zeigen lasse. Ja, und nicht nur das, sie würde es nicht anerkennen, wenn das von einem Arzt sonstwoher käme, der ihr nicht bekannt ist. Was dann passiert, habe ich nicht gefragt, ich war gerade an der Kasse und wollte niemand aufhalten. Heute, anderer Supermarkt. Ein Pärchen kommt rein, rufen offensichtlich bestgelaunt, sie hätten beide ein Attest. Ich denke, haben sie ganz offensichtlich nicht, aber wenn, dann kann das nur das Ladenpersonal prüfen. Ich frage die Kassiererin, als ich dran war, ob sie sich das Attest denn auch zeigen lasse. Sie meinte, ja, natürlich. Um dann ohne dass ich gefragt habe, auszuführen, aber Einkaufen dürften die so oder so, schließlich sei es ja ihr eigenes Risiko, sich ohne Maske anstecken zu können ...

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Covid-19 Erfahrungen 27 Feb 2021 10:59 #81336

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Wenn alle so verantwortungsbewusst wären wie Du, dann hätten wir deutlich weniger Corona Fälle. Hoffentlich hast Du es tatsächlich gut überstanden und nicht noch irgendwelche Spätfolgen. Schade um Deinen Arbeitskollegen!

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Covid-19 Erfahrungen 27 Feb 2021 10:59 #81337

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Hallo Miky,

vielen Dank für Deine sehr eindrückliche Schilderung !

Ich denke, wir sind alle - weltweit - ein Stück weit überfordert mit den Herausforderungen, vor die uns das Virus stellt. Deshalb bin ich sehr vorsichtig mit meinen Einschätzungen und Urteilen über diese oder jene Verhaltensweise.

Egal aus welchem Lager, niemand wird von sich behaupten können, schon immer gewusst zu haben, wie sich die Lage entwickelt, welche Maßnahmen eindeutig richtig oder eindeutig falsch sind. Den Stein der Weisen hat noch niemand gefunden.

Du schilderst Dein Erlebnis beim Einkauf. Kunden halten sich ohne Maske im Laden auf. Ok, wenn heute noch jemand denkt, die Einfach-Maske schützt den Träger, dann hat er oder sie viele Nachrichten verschlafen. Das sollte mittlerweile tatsächlich bekannt sein.

Andererseits finde ich es aber schon eine große Herausforderung für das Personal im Laden, Kunden ohne Maske anzusprechen. Die meisten werden sich sicherlich entschuldigen, das kann jedem passieren. Problematisch wird es, wenn der Kunde ein fundamentaler Maskenverweigerer ist und renitent wird. In der Haut des Ladenpersonals möchte ich in diesem Fall nicht unbedingt stecken. Diese Menschen werden durchaus gewalttätig, selbst geübte Polizeikräfte haben mit ihnen ein Problem. Gerade gestern hat hier in der Stadt ein Kunde im Supermarkt mit einem Stuhl nach dem Personal geworfen. Unschöne oder gar gefährliche Szenen sind leider an der Tagesordnung.

Gesundheit, Freiheit und Wirtschaft auszubalancieren ist und bleibt eine Gratwanderung.

Bleibt oder werdet alle gesund.

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Covid-19 Erfahrungen 27 Feb 2021 10:59 #81338

  • PeterW.
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In München habe ich noch keinen Maskenverweigerer im Supermarkt gesehen oder von einem gehört. Möglicherweise weil Bayern da durchgreift und angemessene Bußgelder verhängt.

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Covid-19 Erfahrungen 27 Feb 2021 10:59 #81339

  • Miky.
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Da, wo ich Lebensmittel kaufe (so 4 bis 5 Läden), hat mir das Personal gesagt, dass jeden Tag ein paar Maskenverweigerer kommen. Die Reaktionen darauf gehen von Ignorieren, weil die Angestellten sonst die bösen Reaktionen abbekommen, bis zum diskussionslosen Holen der Polizei und/oder Aussprechen eines Hausverbots. Ich versuche immer, wenn ich mit Angestellten rede - so oft tue ich das auch nicht, das sind Erfahrungen über viele Monate, nur die geschilderten sind ganz aktuell - meinen Respekt vor deren Arbeit auszudrücken. Die sitzen "an der Front" und können nicht weg, ich kann ins privilegierte Homeoffice. Ich kann Maskenverweigerern aus dem Weg gehen, sie nicht.

Was sollen die auch ausrichten? Argumentativ geht da sowieso nichts und ich verstehe jeden dort, der Auseinandersetzungen aus dem Weg gehen möchte. Weder sind die ausgebildet dafür oder haben überhaupt das Wissen um die Infektionsmöglichkeiten (s.o.), noch haben sie, soweit ich das verstanden habe, immer klare Vorgaben von der Geschäftsführung. Früher habe ich auch schon mal versucht, mit Leugnern zu diskutieren. Das macht aber gar keinen Sinn. Auch jetzt nicht, wenn ich meine Erkrankung und den Todesfall in der Firma anführe. Dann mutieren die zu "Topärzten", die genau wissen, dass es was anderes war, oder zu "Wissenden" über eine diffus bleibende Elite, die Menschen absichtlich krank macht. Für die ist es ein zu feiernder Erfolg, wenn sie ohne Maske haben einkaufen können. Wenn sich jemand mit ihnen auseinandersetzt. Es bestärkt sie nur in ihrem Sendungsbewusstsein.

Ich wohne in einem kleinen Dorf in Niedersachsen. Einkäufe erledige ich meist in der nächstgelegenen Kleinstadt. Es macht mich wütend, wenn ich Corona-Leugner und Maskenverweigerer treffe. Andere fühlen sich regelrecht bedroht. Ich weiß nicht, wie man "richtig" mit denen umgeht. Geht das überhaupt? Soll man das überhaupt, wenn die sich dadurch bestätigt fühlen? Durch lautstarke Diskussion bekommen die ja die Bühne, auf die sie wollen. Ich habe mir zurechtgelegt, dass ich denen nur sagen werde, wie dankbar ich ihnen bin. Weil durch ihr Auftreten sie die Zustimmung im Volk für die Maßnahmen erhöhen. Ich fürchte allerdings, dass die das nicht begreifen (wollen).

Bei uns in der Firma hat ein Leugner Flugblätter ausgelegt. Man weiß nicht wer, es gibt nur Vermutungen. Die Geschäftsführung hat ein allgemeines Verbot von sowas ausgesprochen. Bei uns im Dorf gibt es eine 73jährige, die auch Flugblätter verteilt. Damit hat sie es bis in die Zeitung zu einem Interview geschafft. Sie hätte schon fast alle Freunde dadurch verloren, aber sie wisse doch die Wahrheit und sehe es als ihre Aufgabe an, die Unwissenden aufzuklären.

Auf der anderen Seite, trotz Wissens um die Aussichtslosigkeit und die Situation der in Läden Angestellten, ärgert es mich, wenn gar nichts passiert. Wie vor einiger Zeit in einem Schnellimbiss (vor dem Lockdown). Gutes Konzept, jeder musste sich vor der Bestellung an einem Tisch anmelden, dann wurde er unter Abstandswahrung zu dem geführt, der die Bestellung aufnimmt. Die Bestellung wird grundsätzlich gebracht und nicht geholt. Kommt ein Corona-Leugner rein, drängelt sich ohne Abstandswahrung und ohne Maske am Tisch vorbei, geht direkt zur Bestellung. Was passiert? Absolut nichts. Er wird ganz normal bedient und niemand sagt auch nur ein Wort. Wir saßen draußen, er durch einen Leertisch von uns getrennt. Ich mache eine Bemerkung zu ihm, und bekomme postwendend einen Anraunzer. Von meiner Frau. Ich solle mich raushalten, wer weiß, was der sonst noch mache.

Ich habe im Netz früher sehr ausführlich und ausdauernd mit Verschwörungstheoretikern diskutiert. Weiß, wie die ticken. Weiß, dass man dadurch nie sie selbst, sondern nur noch offene Mitleser erreicht. Dass es geschickter ist, kleine Fragen zu stellen, als belastbare Fakten aneinanderzureihen. Dasselbe bei Klimaleugnern (ja, ist das falsche Wort, weiß ich). Was mich beängstigt, ist, dass jetzt nicht nur der entfernte, vielleicht anonyme, meist eher virtuelle Bereich des Internets betroffen ist, sondern der ganz persönliche direkte eigene Lebensbereich. Dass es eine ganz direkte Gefährdung durch die Leugner gibt. Dass man die direkt Angesicht zu Angesicht trifft im normalen Tagesablauf. Dass die Fakenews völlig unhinterfragt als Wahrheit aufsaugen. Eine Psychologin hat in einem Interview dieser Tage den Grund versucht zu erläutern. Menschen, die es nicht sind, können sich plötzlich als etwas Besonderes fühlen. Das ist für einige so verführerisch, dass sie dem alles unterordnen. Was man dagegen tun kann, hat sie leider nicht gesagt. Ein Intensivarzt einer Corona-Station wurde gefragt, wie es mit Leugnern als Patienten auf der Station aussähe. Er sagte, einige kämen ins Grübeln. Andere, dem Tod nach künstlicher Beatmung gerade mal knapp entkommen, blieben bei ihrer Auffassung. Es gäbe dann bizarre Situationen.

Sorry für meine Textwände. Musste einfach mal raus.

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Covid-19 Erfahrungen 27 Feb 2021 10:59 #81340

  • Miky.
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Wenn alle so verantwortungsbewusst wären wie Du, dann hätten wir deutlich weniger Corona Fälle. Hoffentlich hast Du es tatsächlich gut überstanden und nicht noch irgendwelche Spätfolgen. Schade um Deinen Arbeitskollegen!


Ich denke, ich habe es völlig überstanden. Völlig sicher sein kann man sich bei diesem tückischen Virus allerdings nicht. Ich spüre immer noch ein wenig Mattigkeit und Müdigkeit, das haben nach Untersuchungen wohl relativ viele der Genesenden und gibt sich nach und nach. Direkt nach der Isolation zu Hause hatte ich recht oft Schweißausbrüche bei schon kleinen Anstrengungen wie Anhöhe mit dem Hund im Wald hoch. Das habe ich jetzt nicht mehr.

Es gab auch ein paar Dinge, die ich zunächst nicht verstanden habe. Beim PCR Test wurde ein ct Wert von 25 festgestellt. Vom Gesundheitsamt wurde mir gesagt, da hätte ich die Infektion wohl schon fast überstanden, ab 30 ginge man davon aus, dass der Patient nicht mehr ansteckend sei. Meine heftigeren Symptome kamen aber erst danach. Im Büro und zu Hause habe ich niemand angesteckt, selbst meine Tochter nach stundenlanger Autofahrt nicht. Das konnte ich mir auch nicht erklären. Jetzt erkläre ich es mir so, dass ich wohl einer geringen Virenkonzentration ausgesetzt war und die Infektion dadurch langsam verlief (das ist der bessere Verlauf). Dass der ct Wert vielleicht nicht das Ende der Infektion gezeigt hat, sondern den Anfang der infektiösen Phase, oder ich durch den langsamen Verlauf kaum infektiös war. Das Fieber ging ja auch erst um den Testtag herum los und erst nach einigen Tagen wieder runter. Dennoch hat das Gesundheitsamt die Quarantänezeit wohl recht gut bestimmt (ohne den von Labor zu Labor nicht vergleichbaren ct Wert). Ich war vor Ende mehrere Tage bis auf die Mattigkeit völlig symptomfrei ohne erhöhte Temperatur. Auch das weitere Vorgehen, die viel längere Quarantänezeit für meine Frau und meine Tochter mit abschließendem zweiten PCR Test hat Sinn gemacht bezogen auf die Inkubationszeit. Ist aber alles nur Spekulation, ich bin kein Arzt und weitere Untersuchungen außer dem PCR Test wurden ja nicht gemacht. Jedenfalls denke ich, das Gesundheitsamt hier leistet gute Arbeit. Meine Isolation zu Hause habe ich ziemlich rigoros hinbekommen, allein im Schlafzimmer mit Fernseher, eine Toilette direkt daneben konnte ich als Bad nutzen, meine Frau und Tochter haben die nicht benutzt. Meine Tochter hat mir Essen gemacht und vor die Tür gestellt. Allerdings war ich ziemlich appetitlos. Gestaunt haben wir, wie lange die Vorräte gehalten haben, wir haben nie bewusst was gebunkert.

Ganz allgemein denke ich, dass wir noch einiges tun können, damit Infektionsmöglichkeiten weiter minimiert werden. Oft sind es ja nur Kleinigkeiten, wie geschildert. Dann aber auch wieder unverständliche Sachen, wie z.B. dass ebenso wie bei Schulen auch bei Religionsausübung Freiheiten bestehen, die nur schwer erklärbar sind gegenüber dem hier sonst geltenden "maximal 10 Personen aus maximal 2 Haushalten". Wie bei meiner Tochter, bei der eine vorbereitende Veranstaltung zur Firmung (ja, gibt es auch in Niedersachsen) mit ca. 50 avisierten Teilnehmenden noch letzte Woche in der geschlossenen Kirche stattfinden durfte, weil rein rechnerisch 1.5m Abstand da noch möglich sind. Die teilnehmenden Kinder und Eltern haben das diskutiert, wir haben unsere Tochter nicht hingehen lassen (erster Tag nach ihrer Quarantäne) ebenso wie einige andere. Unverständlich für mich auch deswegen, weil die Firmung eh schon auf das nächste Jahr verschoben worden ist. In der Schule meiner Tochter fragen sich alle, warum ausgerechnet dieses Gymnasium mit 1000 Schülern im Gegensatz zu anderen im Kreis noch nicht auf A/B Unterricht umgestellt wurde, also Klassenteilung und alternierende Anwesenheit. Es gibt eine Regel, die besagt, ein Corona-Fall bei einer Inzidienz ab 100 = Umstellen. Dummerweise war am Tag des Testergebnisses die Inzidenz knapp unter 100, davor und danach darüber. Jetzt ist nur eine einzelne Klasse in Quarantäne. Nicht mehr die Schulleitung bestimmt, sondern das Gesundheitsamt. Die Schule ist an sich gut gerüstet mit MS Teams und iServ. So schön wie die Maßnahmen an der Schule sich anhören - getrennte Pausenbereiche und getrennte Eingänge für verschiedene Klassenstufen, durchgängige Maskenpflicht - in der Praxis gibt es Probleme. Z.B. dass viele Kinder nicht mehr mit dem Bus fahren, sondern mit dem Fahrrad. So dass kurz vor Unterrichtsbeginn die Fahrradständer proppenvoll sind, nix Abstand, nix Masken, Gedränge. Könnte durch A/B auch entzerrt werden. Oder dass die Pausenbereiche nicht groß genug sein können aufgrund der baulichen Gegebenheiten. Oder dass Sportunterricht weiter stattfindet - mit dem Hinweis, dass, wenn ein Schüler bei einer körperlichen Leistung wie Dauerlauf seine Maske tragen will und dadurch beeinträchtigt ist, das sich nicht auf die Note auswirken darf. Immerhin hat die Schulleitung es elegant geschafft, eine Corona leugnende Lehrkraft wegzubekommen. Wegen Zugehörigkeit zur Risikogruppe ins Homeoffice geschickt. An einer anderen Schule im Kreis, einer Grundschule, gibt es auch eine solche Lehrkraft. Trotz diverser Elternproteste unterrichtet die weiter und bringt das auch im Unterricht. Dann lese ich noch die Aussage von Virologen, dass Schulen vielleicht nur deshalb nicht als Corona verbreitend gelten, weil die meisten Schüler mit Infektion symptomlos bleiben. Aber ansteckend. Für mich eigentlich die klare Vorgabe, an Schulen Massentests durchzuführen, sofern man sie nicht dem Lockdown anschließen will.

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Covid-19 Erfahrungen 06 Mär 2021 11:45 #81716

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Eine persönliche Erfahrung in NIedersachen mit der Schule meiner Tochter. Könnte ebensogut im Thema "Corona Roulette an den Schulen" stehen. Oder als Überschrift haben "Warum ich einige Entscheidungsträger für nicht wirklich fähig halte".

Was ist passiert? Meine Tochter geht in die 11. Klasse eines Gymnasiums. Dieser Jahrgang ist im Homeschooling. Niedersachsen hat beschlossen, ab 22. März gilt für diesen Jahrgang wieder Präsenzunterricht im Wechselmodell. Ab dem 29. März sind 2 Wochen Osterferien. Das heißt, nach dem Homeschooling eine Woche Wechselmodell und dann 2 Wochen wieder zu Hause in den Ferien. Schon über diese eine Woche nach Monaten Homeschooling kann ich nur den Kopf schütteln. Kommt aber noch besser. Die Schulleitung meint nun, durch das Wechselmodell ist es zu Ungerechtigkeiten gekommen, weil eine der beiden Gruppen einige Tage weniger in die Schule musste. Deshalb würde man es dieses Mal gerechter machen und nicht wöchentlich, sondern innerhalb dieser einen Woche wechseln. Ergebnis: Meine Tochter geht nach monatelangem Homeschooling für 2 Tage in die Schule, und hat dann 2 Wochen Ferien.

Geht es nur mir so, dass ich das im Angesicht des Corona Risikos schlicht für Unsinn halte und die ohne das 3 Wochen mehr durchgehende Kontaktbeschränkung bezüglich Schule für sinnvoll?

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Covid-19 Erfahrungen 17 Mär 2021 19:30 #82066

Hallo,
erstmal vielen Dank für deine ausführlichen Eindrücke. Ich finde ja einige Regeln bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar und auch okay, dass jeder eine andere Meinung hat. Aber einiges geht trotzdem deutlich zu weit, meiner Meinung nach ja auch von der Regierung her. So wurde z.B. ein Pärchen gestraft, da sie zusammen im Auto driften waren. Die Frage: Was genau haben die 2 verbrochen? Nein das driften war nicht verboten. Das Treffen der 2 (Pärchen) war auch nicht das Problem. Das Problem waren hier die Auflagen, man dürfe das Haus nur zur psychischen Entlastung (&Grundbedürfnisse etc.) verlassen. Okay. So, nun war das für die 2 Menschen ein psychisches Anliegen raus zu kommen. Spazieren gehen wäre okay gewesen, aber Auto fahren aus Spaß nicht?

So viel dazu. Ja, einiges läuft meiner Meinung nicht ganz richtig, vieles wird verdreht oder einfach hingenommen. Das zum Thema persönliche Eindrücke.

LG!

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Covid-19 Erfahrungen 24 Mär 2021 10:53 #82297

Also bei uns gibt es leider viele, die keine Masken tragen, oder auch viele die sie unterhalb der Nase tragen. Es ist so traurig, wie viele es auch nach einem Jahr nicht ernst nehmen. Man sieht es ja nun mit den ganzen Leuten die nach Mallorca reisen. Einfach schrecklich, dass man so egoistisch und egozentrisch sein kann. Ich verstehe natürlich schon, dass es frustrierend ist, dass wir jetzt schon seit einem Jahr keine normalen Leben haben, aber es gibt auch einfach zu viele die den Virus noch ignoriere. Jedes Mal, wenn ich jemanden ohne Maske sehe würde ich denen am liebsten Wasser ins Gesicht sprühen. Wie bei Haustieren, die sich nicht richtig verhalten ^^

Meine Tante hatte sich auch mit Corona infiziert, was mich überrascht hat, weil sie kaum das Haus verlasst (Sie ist Rentnerin). Zum Glück hatte es sie nicht zu schwer getroffen, denn sie hat allgemein ein eher schwaches Immunsystem. Sie meinte dann, es liegt daran, dass sie immer Vitamin B-12 nimmt. . Ich bin mit zwar nicht sicher, ob das wirklich geholfen hat, aber ich bin froh, dass es ihr soweit gut geht.

Ich denke es ist auf jeden Fall wichtig, so viel wie möglich daheim zu bleiben, aber so langsam müssen wir auch mal mit dem Impfen vorankommen. So kann es ja nicht weiter gehen.

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Covid-19 Erfahrungen 24 Mär 2021 18:41 #82313

Bei allem Verständnis für diverse angeordnete Maßnahmen, aber so langsam reicht's mir. Es kommt mir vor, wie wenn die Regierung bzw. die Ministerpräsidenten der Länder ihr Volk für strunzdumm halten. Maskenpflicht im Freien beim Spazieren und womöglich auch beim Joggen, Sport im Freien landesweit verboten, Campingplätze geschlossen, nicht mal in seiner eigenen Ferienwohnung darf man sich aufhalten und und und... was soll denn der Unsinn? Die Ansteckungsgefahr im Freien bei Einhaltung der Abstandsregeln ist minimal, und niemand wird gezwungen sich in Menschenmengen aufzuhalten, wo der z.B. der nötige Abstand nicht eingehalten werden kann. Da brauche ich jedenfalls keine Ausgangssperre und dergleichen um mich und andere zu schützen.

Das Starren auf die Inzidenzzahlen wie das Kaninchen auf die Schlange ist auch nicht hilfreich. In Landkreisen z.B., wo die Besiedlung ohnehin nicht dicht ist, kommt es leicht mal zu Inzidenzen von 100 oder mehr, wenn nur ein einziger kleiner Hotspot entsteht z.B. in einer Firma mit nur ein paar wenigen Infizierten.

Die Impfsituation ist bekanntlich auch desaströs. In Baden-Württemberg z.B. müssen sich impfberechtigte Senioren selber um ihre Impftermine kümmern. Das ginge ja noch, wenn die Prozedur nicht so extrem umständlich wäre, dass es praktisch unmöglich ist, an einen Impftermin zu kommen. Man kann eine Telefonnummer wählen, und wenn man zufällig durchkommt, grast der Gesprächspartner am anderen Ende die verschiedenen Impfzentren der Reihe nach via Internet ab, um schließlich die Auskunft zu geben, dass leider aktuell kein Impftermin zur Verfügung steht. Man soll es ein anderes Mal wieder versuchen. Alternativ darf man auch selber im Browser eine Adresse aufrufen, wo man dann ein Formular ausfüllt und ein einzelnes (!) Impfzentrum angeben muss, das dann online angefragt wird. Die Antwort ist dann die gleiche: Man soll es später wieder versuchen... und das der Reihe nach für jedes einzelne Impfzentrum im Land separat! Ja geht's denn noch? Als IT-ler kann ich da nur den Kopf schütteln. Warum grast die Website nicht gleich selbständig alle Impfzentren ab? Sowas ist in höchstens einer Stunde programmiert. Welcher über 80-jährige setzt sich den ganzen Tag vor den PC um immer wieder das gleiche Formular auszufüllen um immer wieder die gleiche Antwort zu bekommen? In der Schweiz z.B. kann man sich einfach online anmelden und wird dann benachrichtigt, sobald ein Termin zur Verfügung steht, fertig.

Noch ein Schwank aus dem Leben im letzten Herbst: Weil ich mal wieder mit meiner Partnerin etwas anderes sehen wollte als immer wieder die gleiche Gegend am Wohnort, wo man inzwischen jeden Grashalm beim Namen kennt, sind wir mal raus gefahren und auf einer Fähre über den Bodensee geschippert. Nur ganz wenige Menschen waren an Bord, im Freien bei frischer Brise außer uns beiden (steuerbord) nur noch ein weiteres Pärchen (backbord), zwischen uns der Innenraum mit geöffneter Gastronomie. Weil weder wir beide noch das andere Pärchen Masken trugen, kam der Kapitän erbost von der Brücke und stauchte uns zusammen, dass auf seinem Schiff Maskenpflicht gelte, ob das denn so schwer zu verstehen sei. Der Witz war, dass einiges mehr an Leuten im Innenraum an den Tischen saß und Kaffee trank oder so, und da galt natürlich keine Maskenpflicht. Da sieht man wie obrigkeitshörig die Deutschen sind... Hauptsache eine Regel befolgen, wenn auch ohne Sinn und Verstand.

www.der-postillon.com/2021/03/april-april.html#more
Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

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Letzte Änderung: von Steinzeit-Astronom.

Covid-19 Erfahrungen 25 Mär 2021 07:13 #82321

Das Problem beim Impfen ist, dass wir in Summe einfach zu wenig Impfstoff haben. Egal wie wir ihn verteilen, es bleibt einfach viel zu wenig. Wir sind im Moment daher dazu verurteilt, anderen Industrieländern neidisch beim Impfen zuzusehen.

Schuld dafür ist das Bestell-Desaster der EU-Kommission, die das nicht einmal einräumt und ohne jedes Schuldbewußtsein weiterhin ihre fürstlichen Gehälter fürs Nichtstun kassiert.

Das einzige, das ich unserer Bundesregierung wirklich vorwerfe, ist die Übertragung der Impfstoffbestellung an die EU-Kommission. Es hätte im Vorfeld klar sein müssen, dass die EU so etwas nicht auf die Reihe bekommt (zu bürokratisch, zu viele Nationalstaatsinteressen, falsche Prioritäten).

Mir ist es am wichtigsten, dass meine Familie kein Corona bekommt und das schließt auch unsere Schulkinder ein. Dazu nehme ich nötige Einschränkungen gerne in Kauf, lebe vorsichtiger als ich müsste und fange auch nicht an, über Einzelmaßnahmen zu diskutieren. Solange die Regierung die Inzidenzen nicht zu groß werden lässt und uns die Chance gibt, bis zu einer Impfung Corona-frei leben zu können, bin ich zufrieden - bis auf das Impfstoffdebakel, das ich der EU-Kommission sehr übel nehme.

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Letzte Änderung: von ClausS.

Covid-19 Erfahrungen 25 Mär 2021 13:38 #82327

Covid-19 war gestern, heute sind wir bei Covid-21, Covid-22ff stehen in den Startlöchern.

Das Virus tut, was Viren zu tun pflegen: es mutiert. Gestern Groß-Britannien, heute Brasilien, morgen vielleicht Bremerhaven.

Seien wir Leuten wie Katalin Kariko dankbar, die trotz aller Widerstände ihr Forschungsziel hartnäckig weiter verfolgt hat. Ohne sie hätten die beiden geschätzten BionTech-Macher, die an sie glaubten, kein Bundesverdienstkreuz erhalten. Und die Welt so bald keinen mRNA-Impfstoff. Vielleicht bekommt Frau Kariko eine Einladung nach Stockholm, verdient hätte sie es allemal.

Impfstoff für 8 Mrd. Menschen muss erstmal produziert werden, bevor er in den Oberarm injiziert werden kann. Was gestern falsch lief, war gestern. Heute muss der Blick nach vorne gerichtet werden und alles, aber auch wirklich alles dafür getan werden, die Produktionen weltweit hochzufahren, so zügig wie irgend möglich. Wir werden auf lange Sicht Jahr für Jahr 8 Mrd. Dosen benötigen.

Und der EU rate ich, sich auch mal mit den Impfstoffen aus Russland und China zu beschäftigen.
"Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen." (Bertolt Brecht 1898 - 1956, deutscher Dramatiker)
"Alle Modelle sind falsch, aber mit manchen kann man ganz gut rechnen" (frei nach George Box 1919-2013, britischer Statistiker)
"Vergeuden Sie Ihre Zeit nicht mit Erklärungen. Menschen hören immer nur das, was sie hören wollen" (Paulo Coelho, 1947 - , brasilianischer Schriftsteller)

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Covid-19 Erfahrungen 25 Mär 2021 15:47 #82332

Heute muss der Blick nach vorne gerichtet werden und alles, aber auch wirklich alles dafür getan werden, die Produktionen weltweit hochzufahren, so zügig wie irgend möglich.


Nach allem was ich gehört habe, sind die RNA-Impfstoffe am schnellsten an Mutationen anzupassen. Sie waren ja auch jetzt die ersten Impfstoffe gegen das ursprüngliche Covid-19.

Daher müsste die EU jetzt dafür sorgen, dass beide Hersteller Biontech und Moderna in Europa zusätzliche Produktionskapazitäten schaffen - und das in hohem Maß. Dazu müsste die EU aber Geld in die Hand nehmen.

Zudem müsste die EU jetzt ebenfalls dafür sorgen, dass alle Quellprodukte, die diese beiden Hersteller benötigen, in ausreichender Menge in Europa produziert werden. Für alle Quellprodukte müssten also in Europa geeignete Hersteller identifiziert und mit entsprechenden Verträgen ausgestattet werden. Aber auch hierfür müsste die EU Geld in die Hand nehmen.

Meine Frage: Glaubt irgend jemand, dass die EU das im Moment tut?

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Covid-19 Erfahrungen 25 Mär 2021 16:11 #82333

Das Virus tut, was Viren zu tun pflegen: es mutiert. Gestern Groß-Britannien, heute Brasilien, morgen vielleicht Bremerhaven.


Gut daran ist, dass Mutationen der Anfang vom natürlichen Ende einer Pandemie sind. Schlecht daran ist, dass sich dieser Prozess über eine längere Zeit hinziehen kann. Immerhin beruhigt es mich ein ganz klein Wenig, dass Mutationen auf lange Sicht eher für als gegen uns arbeiten werden, wie bei allen Viren. Aber der Weg bis dahin...

Wir werden auf lange Sicht Jahr für Jahr 8 Mrd. Dosen benötigen.


Das bleibt abzuwarten. Es kommt da auf so viele Faktoren an... Dass auch die Grippe nicht wirklich harmlos ist, haben wir 2018 gesehen, als die Wissenschaftler beim Impfstoff-Mix daneben lagen. In der Regel reichen die Grundimmunität und 30 % (oder so) Impfwillige aber aus, um Jahr für Jahr das Schlimmste zu vermeiden. Hoffen wir, dass das auch bei Corona eher mittel- als langfristig der Fall sein wird...

Und der EU rate ich, sich auch mal mit den Impfstoffen aus Russland und China zu beschäftigen.


Egal, wie man dazu grundsätzlich steht: Es hängt an den Herstellern. Die müssen einen Antrag stellen, bevor die EU sich damit beschäftigen kann. Was sollten die Zuständigen auch machen, ohne die Unterlagen zu erhalten?

Meine Frage: Glaubt irgend jemand, dass die EU das im Moment tut?


Sie tut es doch schon, zumindest Biontech hat die Produktion mittlerweile deutlich hochgefahren. In diesem Fall ist es eben nicht so einfach, zwischendurch mal ne Fabrik hochzuziehen, gerade die Produktion der mRNA-Impfstoffe ist komplex. Meine Hoffnung liegt da eher bei Curevac, die bereits große Mengen vorproduziert haben und bei denen die EU auch sehr große Mengen bestellt hat.
The truth is often what we make of it; you heard what you wanted to hear, believed what you wanted to believe.

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Letzte Änderung: von Arrakai.

Covid-19 Erfahrungen 26 Mär 2021 14:35 #82351

Arrakai schrieb:
Immerhin beruhigt es mich ein ganz klein Wenig, dass Mutationen auf lange Sicht eher für als gegen uns arbeiten werden, wie bei allen Viren.


Normalerweise ist das auch so. Viren versuchen sich ihrem Wirt anzupassen denn wenn der Wirt stirbt dann war`s das auch
für das Virus.

Arrakai schrieb:
Aber der Weg bis dahin...


Ohjeee.. der Weg bis dahin kann aus unserer Kurzsicht ewig dauern und unzählige Todesopfer fordern.
Aber eigentlich haben wir noch "Glück im Unglück" weil (bis jetzt) die Letalität des Virus noch relativ gering ist (noch).
Ich meine damit den Vergleich zu den großen Geißeln der Menschheit in früheren Zeiten wie z.B. den Pocken (Letalität ca 30% )
Tollwutvirus (Letalität 100%) usw...

Für mich sind (mit) die größten Helden der Menschheit die Entdecker der Impfung ( wie Edward Jenner oder Louis Pasteur
welcher sich traute die erste Tollwutimpfung an einem kleinen Jungen vorzunehmen und damit so viele Menschenleben
rettete), usw..usf.. . Robert Koch (der Entdecker der des Erregers der Tuberkulose) und Louis Pasteur sind für mich
"Meilensteine" in der Wissenschaft (inclusive deren Mitarbeitern).

Aber einer den ich auch besonders als Wissenschaftler verehre ist Alexander Flemming (der Entdecker des Penicillin).
Wenn es ihn und seine Entdeckung nicht gegeben hätte wäre ich mit absoluter Sicherheit nicht mehr da.
Aber / und ich bin diesem Menschen so unendlich dankbar für seine Erkenntnisse !
Ich könnte echt kotzen wenn ich sehe wie man heute mit seinem "Wundermittel" (gegen Bakterien) umgeht !!!

Aber egal, geht ja hier um das Coronavirus und die Fallzahlen steigen und steigen bei uns trotz Masken und
Abstandsregelungen.

Ich frage mich: Warum steigen sie (die Fallzahlen) bei uns trotzdem an ?
Ich denke mir gerade: Sie steigen an weil wir Schnelltests haben und damit besser die "versteckten" Infektionen
feststellen können. Die vorher bestehende Dunkelziffer wird durch die Schnelltests "öffentlich" und
geht in die Statistik ein.
Die Dunkelziffer nimmt ab / die öffentliche Statistik (registrierte Fälle ) steigt an.

Fazit: Es ist nicht so dass das Virus sich schneller ausbreitet, wir können es nur schneller finden (als noch
vor einem Jahr). Gut dass wir Schnelltests haben.
LG
Einszweidrei, im Sauseschritt ! Läuft die Zeit; wir laufen mit (Wilhelm Busch)
Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft blind (Albert Einstein)




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Letzte Änderung: von Sonni1967.

Covid-19 Erfahrungen 26 Mär 2021 15:35 #82352

Fazit: Es ist nicht so dass das Virus sich schneller ausbreitet, wir können es nur schneller finden (als noch
vor einem Jahr). Gut dass wir Schnelltests haben.

Und warum steigt dann die Belegung auf den Intensivstationen an?

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Covid-19 Erfahrungen 26 Mär 2021 18:25 #82355

Aber egal, geht ja hier um das Coronavirus und die Fallzahlen steigen und steigen bei uns trotz Masken und
Abstandsregelungen.

Ich frage mich: Warum steigen sie (die Fallzahlen) bei uns trotzdem an ?
Ich denke mir gerade: Sie steigen an weil wir Schnelltests haben und damit besser die "versteckten" Infektionen
feststellen können. Die vorher bestehende Dunkelziffer wird durch die Schnelltests "öffentlich" und
geht in die Statistik ein.
Die Dunkelziffer nimmt ab / die öffentliche Statistik (registrierte Fälle ) steigt an.

Fazit: Es ist nicht so dass das Virus sich schneller ausbreitet, wir können es nur schneller finden (als noch
vor einem Jahr). Gut dass wir Schnelltests haben.


Das ursprüngliche Corona Virus ist durch die Lockdowns, Masken und andere Maßnahmen sehr stark zurückgedrängt worden. Es spielt für unser Infektionsgeschehen nur noch eine ziemlich untergeordnete Rolle. Gäbe es nur dieses Virus, dann hätten wir jetzt kein größeres Problem.

Jetzt haben wir es mit mutierten Viren zu tun, in Deutschland vor allem mit der "Britischen Mutation". Diese ist deutlich ansteckender und auch tödlicher als das ursprüngliche Corona Virus - und genau deswegen bekommen wir jetzt ein zunehmendes Problem.

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Covid-19 Erfahrungen 26 Mär 2021 18:43 #82357

Hallo Pferdefuss,
ich schrieb:

Es ist nicht so dass das Virus sich schneller ausbreitet, wir können es nur schneller finden (als noch
vor einem Jahr)


Naja, da hab ich mich nicht richtig ausgedrückt. Es gibt wohl schon Mutationen des Virus welche anscheinend die Fähigkeit entwickelt haben
sich schneller von Mensch zu Mensch zu übertragen.

Ich meinte aber eigentlich nur:
Das Virus hatte von Anfang an die Fähigkeit sich gut zu "verstecken". Es gab von Anfang an eine hohe Dunkelziffer an Infektionen
und gerade das gab ihm die Möglichkeit sich so stark auszubreiten. Aber jetzt haben wir großflächig ein Mittel in der Hand
sein " Verstecken" aufzuspüren (mit Hilfe der Schnelltests) und das (finde ich) ist ein riesiger Fortschritt.

Wenn aber die Möglichkeit durch Schnelltests ( die ja mittlerweile, zumindest bei uns an fast jeder Kasse im
Supermarkt) besteht, dann kann es (das Virus) sich nicht mehr so gut "verstecken".
Das heißt aber zugleich: Seine Dunkelziffer nimmt ab, aber zugleich nehmen die registrierte Fallzahlen zu
(es wird schneller entdeckt).
Mehr wollte ich eigentlich damit nicht sagen.

LG
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Letzte Änderung: von Sonni1967.

Covid-19 Erfahrungen 26 Mär 2021 19:13 #82360

Hallo Claus,

Diese ist deutlich ansteckender und auch tödlicher als das ursprüngliche Corona Virus - und genau deswegen bekommen wir jetzt ein zunehmendes Problem.


Ein zunehmendes Problem bekommen wir sowieso durch den Klimawandel. Da freuen sich die Viren und Bakterien.
Ich pflanze denn mal ein Apfelbäumchen ( ein Kirchbäumchen habe ich schon gepflanzt hinter dem Haus) :)
HLG
Einszweidrei, im Sauseschritt ! Läuft die Zeit; wir laufen mit (Wilhelm Busch)
Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft blind (Albert Einstein)




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Covid-19 Erfahrungen 01 Apr 2021 10:59 #82475

Ich frage mich: Warum steigen sie (die Fallzahlen) bei uns trotzdem an ?
Ich denke mir gerade: Sie steigen an weil wir Schnelltests haben und damit besser die "versteckten" Infektionen
feststellen können. Die vorher bestehende Dunkelziffer wird durch die Schnelltests "öffentlich" und
geht in die Statistik ein.

Vorsicht!
Die Fallzahlen derer die stationär behandelt werden müssen steigt sicher nicht wegen mehr Schnelltests. Diese Zahlen verraten: der Anstieg der Infektionen ist echt.

Außerdem: wenn die Schnelltests dazu führen das (noch) unerkannte Infektionen (früher) aufgedeckt werden sollten die Fallzahlen eigentlich zurück gehen. Denn ein identifizierter Virusträger kann früher in Quarantäne und damit weniger Leute anstecken...

PS:
Politik und Wissenschaft richten sich mit Sicherheit nicht nur nach den puren gemeldeten Fallzahlen. Ich gehe davon aus das die Statistiker wissen was sie tun und wie sie die Zahlen auswerten müssen um aussagekräftige Zahlen zu bekommen.
Oder wie ist es zu erklären das zu einer Zeit als die Inzidenz sich noch noch stark von oben auf die 50 zu bewegte plötzlich die Zahl 35 im Raume stand? Hat in der Öffentlichkeit kaum jemand verstanden aber offensichtlich zeichnete sich die 3. Welle bereits ab.
Ich dachte mir da schon.... die neue Variante ist schneller/infektiöser und deshalb die 35....
assume good faith

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Letzte Änderung: von Merilix.

Covid-19 Erfahrungen 01 Apr 2021 12:22 #82477

Ich frage mich: Warum steigen sie (die Fallzahlen) bei uns trotzdem an ?
Ich denke mir gerade: Sie steigen an weil wir Schnelltests haben und damit besser die "versteckten" Infektionen
feststellen können. Die vorher bestehende Dunkelziffer wird durch die Schnelltests "öffentlich" und
geht in die Statistik ein.

Vorsicht!
Die Fallzahlen derer die stationär behandelt werden müssen steigt sicher nicht wegen mehr Schnelltests. Diese Zahlen verraten: der Anstieg der Infektionen ist echt.

Ja, auch die Positivitätsrate steigt (angeblich), d.h. die Anzahl positiver Tests relativ zu den Gesamttests. Nur das ist aussagekräftig, die absoluten Zahlen natürlich nicht. Allerdings reden derzeit wieder alle von einem exponentiellen Wachstum der 3. Welle, aber die Zahlen vom RKI geben das gar nicht her. Es ist derzeit etwa linear. Siehe experience.arcgis.com/experience/478220a...480e823b17327b2bf1d4 (rechts unten).

Politik und Wissenschaft richten sich mit Sicherheit nicht nur nach den puren gemeldeten Fallzahlen. Ich gehe davon aus das die Statistiker wissen was sie tun und wie sie die Zahlen auswerten müssen um aussagekräftige Zahlen zu bekommen.

Medien und Politiker reden jedenfalls immer nur von der 7-Tage-Inzidenz. Ich kann's schon nicht mehr hören. Wie aussagekräftig ist die überhaupt? Extrembeispiel: Wenn in einem Weiler mit 100 Bewohnern einer positiv getestet wird, dann ergibt das rechnerisch eine Inzidenz von 1000 für diesen Ort (!). Ab sofort Ausgangssperre für alle 99 gesunden Bewohner und 24/7 Mund-Nasenschutz für alle und und und?

Oder wie ist es zu erklären das zu einer Zeit als die Inzidenz sich noch noch stark von oben auf die 50 zu bewegte plötzlich die Zahl 35 im Raume stand? Hat in der Öffentlichkeit kaum jemand verstanden aber offensichtlich zeichnete sich die 3. Welle bereits ab.

Nö, die sind nur übermütig geworden... wenn die Inzidenz so schnell sinkt, warum dann nicht gleich noch die 35 abwarten um noch sicherer zu sein? Sogar die 0-Inzidenz stand ja damals plötzlich im Raum.
Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

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Letzte Änderung: von Steinzeit-Astronom.

Covid-19 Erfahrungen 01 Apr 2021 12:37 #82478

Hi Merilix, du schriebst:

Diese Zahlen verraten: der Anstieg der Infektionen ist echt.

Ich dachte mir da schon.... die neue Variante ist schneller/infektiöser


Das wollte ich mit meinen Aussagen auch gar nicht anzweifeln. Ich glaube ich habe mich so angehört als ob die steigenden
Fallzahlen nur alleine durch mehr Schnelltests zustande kommen. Ich wollte eigentlich nur damit sagen dass wenn wir mehr
Testmöglichkeiten haben (z.B. durch Schnelltests) damit auch die registrierten Fallzahlen automatisch mit ansteigen.

Ich hatte mir vorgestellt:
Mal angenommen wir könnten heute alle Bürger dieses Landes (wirklich alle heute testen), dann würden die
Fallzahl von Neuinfektionen in der Statistik massiv in die Höhe springen und das ganz einfach darum weil wir damit
die Dunkelziffer besser erkennen könnten. Gerade das ist ja das "heimtückische" an dem Virus. Manche haben nix, andere
sterben daran. Die wo nix merken laufen rum und stecken die anderen an und derer gibt es viele.
Mir sind da mittlerweile viele Beispiele bekannt. Ein 82jähriger wurde positiv getestet, hatte aber keinerlei Symptome.
Ein anderer gleichen Alters starb innerhalb kürzester Zeit an Lungenentzündung. Ein Ehepartner war mindestens 3 Wochen
schwer krank, der andere hatte nix, keinerlei Symptome (obwohl auch positiv) , usw..., komisch.
Ich kann mir immer noch nicht wirklich ein Bild machen. Ich glaube es gibt doch so was wie eine Hintergrundimmunität
die da eine Rolle spielt.

Ich bin keine Virologin und mit Statistiken kenne ich mich auch nicht aus.
Ich weiß aber aus meiner Alltagserfahrung in meinem Beruf (Arzthelferin):
Wir bekommen öfter Anrufe von Patienten die uns sagen: Ohjeee, habe gerade einen Schnelltest auf Corona gemacht und
der zeigte ein positives Ergebnis. Was mache ich denn jetzt?
Naja, die schicken wir dann zum PCR Test irgendwo hin oder zu uns (wir machen die auch).
Hätten die aber nicht die Möglichkeit gehabt sich selbst (durch Schnelltests) zu testen, dann wären die quasi "unter den Tisch gefallen".
Deshalb dachte ich mir: Je mehr wir Testmöglichkeiten haben, je höher steigt auch die statistische Fallzahl.

Egal. Hab Vorgestern meine erste Corona-Impfung erhalten ( Biontech). Hatte keine Nebenwirkungen ( bis jetzt). Nur die Impfstelle tat
mir ein bisschen weh abends, aber sonst hab ich nix gemerkt. Komisch finde ich auch: Wir waren alle auf der Arbeit schon in engem
Kontakt mit Patienten die (im nachhinein) Corona-positiv waren. Keiner hatte sich (wir sind mit 10) bis jetzt angesteckt.

LG
Einszweidrei, im Sauseschritt ! Läuft die Zeit; wir laufen mit (Wilhelm Busch)
Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft blind (Albert Einstein)




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Covid-19 Erfahrungen 01 Apr 2021 15:33 #82480

Allerdings reden derzeit wieder alle von einem exponentiellen Wachstum der 3. Welle, aber die Zahlen vom RKI geben das gar nicht her. Es ist derzeit etwa linear. Siehe experience.arcgis.com/experience/478220a...480e823b17327b2bf1d4 (rechts unten).

Keine Ahnung wo du da einen linearen Anstieg siehst. Die Kurve der Neuinfektionen steigt seit März eindeutig wieder exponential.
Auch die Kurve der kumulierten Fälle (wo die als genesengeltenden dazu gehören) zeigt wieder eine Steigerung des Anstiegs...

Medien und Politiker reden jedenfalls immer nur von der 7-Tage-Inzidenz. Ich kann's schon nicht mehr hören. Wie aussagekräftig ist die überhaupt?

Sicher besser als eine 3-Tage Inzidenz oder eine 11-Tage Inzidenz. Unsere Bürokratie arbeitet nunmal in einem 7 Tage Rythmus der sich selbstverständlich in der Statistik widerspiegelt. Kannst ja mal eine Foriertransformation der Kurve machen, Der Peak bei 1/(7*86400) Hz wird kaum zu übersehen sein^^

PS:
Achja, die Bundesrepublick hat deutlich mehr als 100 Einwohner. Das trifft auch auf Landkreise und größere Städte zu. Ein beispielhafter Vergleich mit einem 100 Leute Dorf ist in diesem Forum sicher nicht angebracht. Was willst du denn damit überhaupt sagen?
assume good faith

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Letzte Änderung: von Merilix.

Covid-19 Erfahrungen 01 Apr 2021 17:18 #82487

Medien und Politiker reden jedenfalls immer nur von der 7-Tage-Inzidenz. Ich kann's schon nicht mehr hören. Wie aussagekräftig ist die überhaupt? Extrembeispiel: Wenn in einem Weiler mit 100 Bewohnern einer positiv getestet wird, dann ergibt das rechnerisch eine Inzidenz von 1000 für diesen Ort (!). Ab sofort Ausgangssperre für alle 99 gesunden Bewohner und 24/7 Mund-Nasenschutz für alle und und und?


Die Landkreise, für diese Inzidenz ausgewiesen werden, sind deutlich größer. Daher kommt diser Effekt so nicht zu tragen.

Welchen anderen vergleichbaren Index schlägst du statt dessen vor?

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Covid-19 Erfahrungen 01 Apr 2021 21:33 #82490

Keine Ahnung wo du da einen linearen Anstieg siehst. Die Kurve der Neuinfektionen steigt seit März eindeutig wieder exponential.
Auch die Kurve der kumulierten Fälle (wo die als genesengeltenden dazu gehören) zeigt wieder eine Steigerung des Anstiegs...

Die Höchsten Spitzen seit März (Balkengrafik "COVID-19-Fälle/Tag nach Mededatum" vom RKI, Link siehe mein Post oben):
3.3.2111320
10.3.2114003
17.3.2118367
24.3.2122635
Pro Woche eine Steigerung um ca. 4300. Was bitte ist daran eindeutig exponentiell? Das ist vielmehr eindeutig linear. Die Zahlen für die aktuelle Woche sind noch nicht fertig. Würde mich nicht wundern, wenn es wieder um 4300 mehr werden.

Achja, die Bundesrepublick hat deutlich mehr als 100 Einwohner. Das trifft auch auf Landkreise und größere Städte zu. Ein beispielhafter Vergleich mit einem 100 Leute Dorf ist in diesem Forum sicher nicht angebracht. Was willst du denn damit überhaupt sagen?

Das Dorf habe ich extra als Extrembeispiel gekennzeichnet um zu verdeutlichen, dass man eben nicht alles über einen Kamm scheren sollte, was aber leider getan wird mit diesen Inzidenz-Zahlen als einzige Richtlinien für immerhin massive Grundrechtseinschränkungen. Man kann natürlich keinen Extrem-Lockdown für die ganze Bundesrepublik anordnen, nur weil in einem 100-Seelen Dorf die Inzidenz durch einen einzigen positiven Fall auf 1000 springt. Ebenso wenig kann aber m.E. einen Lockdown für ein abgeschiedenes 100-Seelen-Dorf anordnen, nur weil die Inzidenz in der Bundesrepublik oder im Landkreis insgesamt etwas über 100 liegt. Das wird aber gemacht. Die Leute sind doch nicht blöd: Wenn man nicht mehr mit seiner vorsichtigen Familie (die alle kaum sonstige Kontakte haben) spazieren gehen darf irgendwo auf dem Land, nur weil die 5 Leute aus 3 Haushalten kommen statt aus den erlaubten 2, dann fasst sich zu recht jeder an den Kopf... und wenn es dann noch welche gibt, die harte Strafen für solche "Schwerverbrechen" fordern oder übereifrige Polizisten, die solche schweren Verstöße direkt ahnden... :evil: ...und das passiert leider immer wieder.

Renter, deren Lebensfreude und Fitness hauptsächlich dadurch gespeist wird, dass sie fast das ganze Jahr lang pausenlos auf einem Campingplatz im Grünen verbringen – ich meine ganzjährig gepachtete Dauerstellplätze mit fest installierten Wohnwagen und Vorbauten – die sind seit einem Jahr dazu verdammt zu Hause in der Wohnung zu sitzen, weil die Campingplätze einfach grundsätzlich für alle geschlossen sind, obwohl sie dort problemlos und ganz von selbst in großem Abstand zu anderen wären, und das hauptsächlich im Freien, wo die Infektionsgefahr ohnehin viel geringer ist als in geschlossenen Räumen. Die verfluchten Inzidenzzahlen verhindern das halt und verhunzen diesen Leuten einfach den Lebensabend. Ein Jahr Lockdown ist verdammt lange für jemanden, der voraussichtlich nur noch wenige Jahre zu leben hat. Und mit diesem einen Jahr ist es es ja nicht getan, wie man jetzt sieht.

Ich könnte noch viel mehr Beispiele als "Covid-19 Erfahrungen" (Thread-Titel) nennen. Wenn die Querdenker-Demos nicht von Chaoten und Verschwörungstheoretikern dominiert würden, hätte ich auch längst an einer teilgenommen, aber so geht das natürlich nicht.

Die Landkreise, für diese Inzidenz ausgewiesen werden, sind deutlich größer. Daher kommt dieser Effekt so nicht zu tragen.

Es gibt genügend Landkreise mit Kleinstädten, die mitsamt Eingemeindungen ringsum nicht über 50000 Einwohner pro Stadt kommen und nur einigen 100000 im ganzen Landkreis. Ein Corona-Ausbruch in einer Firma oder so treibt da sofort die Inzidenzzahl in die Höhe für mindestens eine Woche, auch wenn diese neu Infizierten alle in Quarantäne sind und nur ein Teil davon überhaupt krank wird.

Welchen anderen vergleichbaren Index schlägst du statt dessen vor?

Nicht "statt dessen", nicht so oder so, sondern und heißt das Zauberwort. Nur die 7-Tage-Inzidenz als alleiniges Kriterium wie von den MPK festgelegt für einschneidende Maßnahmen ist einfach zu wenig und zu allgemein. Es gibt noch den R-Wert, die Krankenhausbelegung bzw. -kapazitäten, eine vernünftige Unterscheidung zwischen Maßnahmen für geschlossene Räume und im Freien (Sport z.B.)... für dünner besiedelte Regionen oder kleiner Städte vielleicht eine Inzidenz pro weniger Einwohner als 100000... denke da wäre noch vieles machbar, was die Pandemie wirksam bekämpft und den Menschen trotzdem ein würdiges Leben ohne zu große Grundrechtseinschränkungen möglich macht.
Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

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Letzte Änderung: von Steinzeit-Astronom.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 06:44 #82492

Die Höchsten Spitzen seit März (Balkengrafik "COVID-19-Fälle/Tag nach Mededatum" vom RKI, Link siehe mein Post oben):

Das ist unlauter.
Kein Statistiker wertet NUR die höchsten Spitzen aus. Das passt vieleicht für Stammtisch-Diskussionen. der Spitzenwert der vorletzten Woche kann zu hoch, der letzter Woche zu niedrig gewesen sein. Seriöser wäre eine Mittelung über mehrere Tage.

Im übrigen ist auch in den von dir gewählten Daten ein stärkerer Anstieg zu sehen...

Pro Woche eine Steigerung um ca. 4300. Was bitte ist daran eindeutig exponentiell? Das ist vielmehr eindeutig linear

Ach... 14003 - 11320 = 2683 unterschlägst du einfach? Wie gesagt... das ist unseriös.

Und nochwas: ex zeigt lineares Verhalten für exakt x=1. Nur wenig Abweichung davon nach oben und dir fliegt die Funktion um die Ohren.... aber sowas von. Ein tückisches Wesen exponentiellen Wachstums ist gerade das... wenn man es bemerkt ist oft schon zu spät um die Katastrophe noch zu verhindern denn Maßnahmen greifen auch erst mit Verzögerung.
assume good faith

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Letzte Änderung: von Merilix.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 06:47 #82493

Dass wir seit im exponentiellen Wachstum sind, das ist eigentlich nicht zu übersehen, wenn man sich die Situation in einer Grafik anschaut. Im Netz flaggen ja zum Glück mehr als genug rum.



ibb.co/gWryrfw

www.zdf.de/nachrichten/heute/coronavirus...nfografiken-102.html

ibb.co/9wcX6qX

www.zdf.de/nachrichten/heute/coronavirus...nfografiken-102.html

Steinzeit-Astronom schrieb: Das Dorf habe ich extra als Extrembeispiel gekennzeichnet um zu verdeutlichen, dass man eben nicht alles über einen Kamm scheren sollte, was aber leider getan wird mit diesen Inzidenz -Zahlen als einzige Richtlinien für immerhin massive Grundrechtseinschränkungen.

Gebiete mit niedriger Inzidenz anders zu behandeln als Gebiete mit hoher Inzidenz macht nur Sinn, wenn es keinen virenbelasteten Verkehr zwischen den Gebieten gibt. Ansonsten gibt es immer einen Ausgleich zwischen den Gebieten. Und der kann zwangsläufig nur so aussehen, dass aus dem Gebiet mit niedriger Inzidenz eines mit hoher Inzidenz wird. Nie umgekehrt. Das zunächst virenfreie Gebiet wird dabei immer mit Viren gefüllt, ohne dass in dem virenbelasteten Gebiet die Virenlast zurückgeht. Also ganz anders, als man es im Alltag von Ausgleichsvorgängen gewöhnt ist.

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Letzte Änderung: von Pferdefuss.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 07:25 #82494

Ein Corona-Ausbruch in einer Firma oder so treibt da sofort die Inzidenzzahl in die Höhe für mindestens eine Woche, auch wenn diese neu Infizierten alle in Quarantäne sind und nur ein Teil davon überhaupt krank wird.

Wie lange dauerte es von der Infektion bis dieser Ausbruch erkannt wurde?
Wieviele Leute wurden in der Zwischenzeit infiziert ohne das es bereits festgestellt wurde? Wieviele der unerkannt infizierten tragen die Krankheit in Pflegeheime oder sonstigen Einrichtungen wo Menschen sind die eine eventuelle Erkrankung nicht so leicht wegstecken?...

"Ein Corona-Ausbruch in einer Firma oder so treibt da sofort die Inzidenzzahl in die Höhe "
Und das ist auch richtig so denn es besteht Handlungsbedarf!
assume good faith

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Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 08:21 #82495

Ich befürchte, die bisherigen kleinen Impferfolge gehen jetzt auch noch den Bach runter. Die Stiko rät von einer Zweitimpfung mit AstraZeneca ab. Dafür eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff, weil Tierversuche optimistisch stimmen , dass das auch hilft. Natürlich alles mur vorsorglich.

Es werden Studien durchgeführt, um die Zulassung zu rechtfertigen. Die EMA hat keine Notzulassungen erteilt, alle Studien sorgfältig geprüft. Und nun das: Eine Empfehlung ohne jede wissenschaftliche Evidenz. Ohne wenigstens sinnvoll zu differenzieren, denn es betrifft ja eigentlich nur Frauen unter 55 und nicht alle unter 60. Und da nur wenige Promille, Ibuprofen ist wahrscheinlich gefährlicher. Ohne Rücksicht darauf, wie viele zusätzliche Tote das verursachen wird, falls es nicht wirkt. Ganz zu schweigen davon, dass bei der neuen Kombination von Impfstoffen ggf. noch mehr Leute tot umkippen, das weiß ja niemand. Eine Haftung der Hersteller scheidet dann natürlich auch aus.

Da platzt einem echt die Hutschnur! Ich hoffe die Politik hat den Schneid, dieses Mal den Wissenschaftlern zu folgen, die das anders einschätzen. Die Stiko steht hier ja alleine auf weiter Flur.

PS.: Schon bei der Erstimpung war die Empfehlung m.E. untragbar. Frauen unter 50 oder 55, okay. Oder auch alle unter 50 oder 55. Aber alle unter 60?
The truth is often what we make of it; you heard what you wanted to hear, believed what you wanted to believe.

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Letzte Änderung: von Arrakai.

Covid-19 Erfahrungen 02 Apr 2021 08:29 #82496

Dass wir seit im exponentiellen Wachstum sind, das ist eigentlich nicht zu übersehen, wenn man sich die Situation in einer Grafik anschaut. Im Netz flaggen ja zum Glück mehr als genug rum.

In diesen Grafiken sieht man nur ganz kurze Strecken mit exponentiellem Wachstum. Schau genau hin. Nicht alles, was von weitem wie eine Exponentialfunktion aussieht, ist auch eine. Nach der Wende unten sieht man höchstens ganz kurz etwas wie exponentiell (direkt beim starken Knick). Der große restliche Weg nach oben ist dann wieder ziemlich gerade, wieder mit nur einem kleinen Knick drin, dann wieder gerade weiter. Exponentiell wäre der 7-Tage-Schnitt unten nicht so eckig und er wäre jetzt bei weit über 30000.

Gebiete mit niedriger Inzidenz anders zu behandeln als Gebiete mit hoher Inzidenz macht nur Sinn, wenn es keinen virenbelasteten Verkehr zwischen den Gebieten gibt.

Den gibt es auf dem Land auch nicht so stark dank Homeoffice, Gastro- und Kulturlockdown etc. Zwischen Stadtvierteln einer Großstadt zu unterscheiden ergibt wenig Sinn, das ist klar.
Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

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Letzte Änderung: von Steinzeit-Astronom.

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