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Was bleibt übrig? 02 Jun 2020 07:39 #64365

Wenn es die Menschheit irgendwann nicht mehr geben sollte, aus welchem Grund auch immer, was bleibt übrig?
Vor 70 Mio Jahren sind die Dinos ausgestorben und wir haben von ihnen erfahren durch versteinerte Knochen und Fußabdrücke.
Wenn wir heute aussterben würden und in 70 Mio Jahren die Aliens kommen würden, was würde über uns noch erkennbar sein?
Die amerikanische Flagge auf dem Mond.
Wie sieht es mit den Satelliten aus- abgestürzt?
Gebäude, Infrastruktur, die Pyramiden? Die Plastikschicht in den Sedimenten der Meere?
Müsste man erst einmal graben, um überhaupt etwas zu finden?
Dann würde man die "Schicht" finden in der man die schönen von uns abgesonderten Materialien sieht- Umweltverschmutzung.
All unser Wissen unser gespeichertes Vermächtnis- gäbe es das noch?
Bücher, CDs. Festplatten hochgesicherte Server mit Terabytes Infomationen- alles hin?
Unsere Funksignale noch immer unterwegs so wie Voyager 1 und 2 ?

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Was bleibt übrig? 02 Jun 2020 18:10 #64366

Habe mal vor einiger Zeit einen Filmbeitrag drüber gesehen oder etwas gelesen. Ich war völlig erstaunt, wie schnell unsere Städte spurlos verschwinden würden.

Unser Wissen wäre auf jeden Fall weg. Ob sich irgendwo Plastik in Sedimenten halten würden, weiß ich nicht mehr.

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Was bleibt übrig? 05 Jun 2020 21:49 #64369

Was übrig bleibt?

Naja, das ist eine Frage der Zeit, wann man nachschauen möchte.

Falls es dann noch jemand gibt, der überhaupt in der Lage ist, nachzuschauen.

Falls es den nicht gibt, dann bleibt von uns nichts mehr übrig, wenn die Sonne ihr Endstadium erreicht.
So wie das aussieht, bleibt die Erde noch etwa 700 Mio. Jahre bewohnbar. Danach wird es so heiss, dass das Wasser der Ozeane verdampft

Theoretisch könnte man dann noch in Bohrkernen das Anthropozän nachweisen. Aber da gibt es wahrscheinlich niemanden mehr, der dazu in der Lage wäre.

Wir sind eine Tierart, die, verwunderlich genug, mit einem Verstand ausgestattet ist, der in der Lage ist, über sich selbst nachzudenken.
Aber auch dieses Phänomen ist zeitlich begrenzt.

Am Ende wird die Erde in der Sonne aufgelöst und bei diesen Temperaturen werden nur noch die Materiebestandteile erhalten bleiben. Und nicht mal Moleküle oder Atome! Nur noch die atomaren Bestandteile.

Und ganz weit gedacht:
Wenn die Sonne zum weißen Zwerg wird, dann wird aus uns auf lange Zeit Strahlung, die ins Universum entweicht und kleiner Teil verbleibt im zunehmend auskühlenden Sternrest.

Ganz weit gedacht kommen wir ins Reich der Spekulation, da niemand weiß, wie dieses Universum tatsächlich enden wird und was dann aus unseren Bestandteilen geworden sein wird.

Das ist meine derzeitige Vorstellung von dem, was wahrscheinlich so kommen wird.

Thomas
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Letzte Änderung: von Thomas.

Was bleibt übrig? 07 Jun 2020 09:28 #64372

Gibt es momentan ein Projekt, welches das Vermächtnis der Menschheit über ihre Existenz hinaus sichert?
Hat man überhaupt ein Interesse daran? Und wenn, wie könnte das dann aussehen?
Ach ja, haben wir eigentlich ein Vermächtnis?

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Was bleibt übrig? 08 Jun 2020 13:08 #64375

Ich würde alle Fragen mit "nein" beantworten.

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Was bleibt übrig? 08 Jun 2020 15:30 #64377

Marvin schrieb: Ach ja, haben wir eigentlich ein Vermächtnis?

Selbstverständlich. Könnte jeder Erdenbürger Vorschläge machen, was unbedingt in diese Sammlung aufgenommen werden sollte, dann fällt mir spontan, ohne lange nachzudenken, ein

- die Musik von Ludwig van Beethoven und Loreena McKennitt
- die Werke von William Shakespeare und Douglas Adams
- die Bilder von Pablo Picasso und Vincent van Gogh
- die Bewegungen 'Free Nelson Mandela' und 'Fridays for Future'

Das ist ein winziger Ausschnitt aus den kulturellen Leistungen der Menschheit und aus meiner total subjektiven Sicht unbedingt erhaltenswert. Eine komplette Aufzählung meiner Favoriten würde den Rahmen sprengen.

Hat man überhaupt ein Interesse daran? Und wenn, wie könnte das dann aussehen?

Ja, das Interesse gibt es. Es gibt systematische Sammlungen in Form von Museen, Archiven , Datenbanken, ....

Gibt es momentan ein Projekt, welches das Vermächtnis der Menschheit über ihre Existenz hinaus sichert?

Ich weiß nicht, wann das Ende der menschlichen Existenz eintreten wird. Vielleicht noch heute Abend, wer weiß. In solchen Zeiträumen zu denken lohnt sich nicht. Ich bin zufrieden, wenn wir das Erbe pflegen und an die nächste Generation weitergeben und diese an die nächste und so weiter.
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Was bleibt übrig? 08 Jun 2020 16:03 #64378

Diese spontanen Erwähnungen kultureller Leistungen gefallen mir sehr gut. Sie gehören auf jeden Fall ins Vermächtnis.
Systematische Sammlungen- wie kann man die über tausende Jahre erhalten? Ich meine sicher erhalten.

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Was bleibt übrig? 08 Jun 2020 16:18 #64379

.
Spontan fällt mir ein:

Eine frische Luft zum Atmen
Sauberes Wasser zum Trinken
Unverseuchte Ackerböden
Giftfreie Karroten, Kartoffel, Weizen usw
Ein lebensfreundliches Klima

Das sollten wir der nächsten Generation vermachen. Ohne dem wird die nächste Generation keinen Sinn entwickeln für Beethoven und Loreena McKennitt, Werke von William Shakespeare und Douglas Adams und Bilder von Pablo Picasso und Vincent van Gogh. Unsere vom Totenkult geblendete Generation ist jedoch der Meinung, die nächsten Generationen braucht unser Totes und nicht das Leben.
.

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Was bleibt übrig? 08 Jun 2020 16:28 #64380

Aber das zähle ich nicht in erster Linie zum Vermächtnis unserer Menschheit, denn das gab es schon vor uns und wie gut.
Es sollte die Grundlage bilden für unsere wissenschaftlichen, kulturellen und geistigen und gesellschaftlichen Entwicklungen.
Ich bin voller Hoffnung!

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Was bleibt übrig? 08 Jun 2020 16:52 #64381

Eine Reportage in Bild und Ton über die Befreiung der Menschheit von ihrem Jahrtausend alten Totenkult. Das wäre ein Vermächtnis :)

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Was bleibt übrig? 08 Jun 2020 17:13 #64382

Marvin schrieb: Systematische Sammlungen- wie kann man die über tausende Jahre erhalten? Ich meine sicher erhalten.

Ich bin kein Konservator und kann nur laienhaft raten.

Von der technischen Seite her kann man Beschreibungen, zumal in digitaler Form, vermutlich besser über lange Zeiten aufbewahren als die Originale. Die Datenbanken legt man in einen Tresor.

Bei den Originalobjekten wird es schwieriger. Eine Stradivari aus dem Naturprodukt Holz wird vermutlich trotz Aufbewahrung in einer Klimakammer früher oder später zu Asche zerfallen. Die Cheopspyramide hat bessere Chancen, aber auch der setzen Sandstürme zu und schleifen Nanometer für Nanometer ab.

Und dann muss man noch die organisatorischen Fragen regeln. Irgendwer muss sich kümmern.

badhofer schrieb: .
Eine frische Luft zum Atmen
Sauberes Wasser zum Trinken
Unverseuchte Ackerböden
Giftfreie Karroten, Kartoffel, Weizen usw
Ein lebensfreundliches Klima

Das sollten wir der nächsten Generation vermachen..

Keine Frage, das ist unverzichtbar.

badhofer schrieb: Eine Reportage in Bild und Ton über die Befreiung der Menschheit von ihrem Jahrtausend alten Totenkult. Das wäre ein Vermächtnis :)

Das habe ich nicht verstanden.

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Letzte Änderung: von gaston.

Was bleibt übrig? 08 Jun 2020 21:18 #64386

Naja, was bleibt übrig?

Das ist eine Frage an die Zeit

Morgen ist noch viel übrig, in einem Jahr schon weniger, in 100 Jahren noch weniger und in 1000 Jahren fast gar nichts mehr und in 100.000 Jahren geht die Nachweisgrenze unserer heutigen Zivilisation gegen 0.

Noch längere Zeiträume betrachtet, kommen wir in ein Erdzeitalter, das wahrscheinlich noch das Leben kennt, aber in welcher Form?

In einer Million Jahren haben sich die Kontinente neu geordnet mit weitreichenden Folgen für das Leben auf der Erde.
Es ist deutlich wärmer geworden, da die Strahlungsleistung der Sonne größer wird.

Sollte es dann noch selbsreflektierendes Leben geben, dann vielleicht vornehmlich schon unter der Oberflächliche der Erde.
Da kann man trefflich spekulieren.

Thomas

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Was bleibt übrig? 09 Jun 2020 14:11 #64388

Ist es nicht gerade ein Prinzip des Universums, dass zwar alles vergänglich ist, aber gleichzeitig eine aufwärtsstrebende Entwicklung zugrunde liegt?
Und wir als uns bekannte Krone der Entwicklung sollten doch wenigstens die Hoffnung und den Wunsch pflegen, dass unser Weg nicht ins Nichts läuft.

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Was bleibt übrig? 09 Jun 2020 16:09 #64389

Marvin schrieb: Ist es nicht gerade ein Prinzip des Universums, dass zwar alles vergänglich ist, aber gleichzeitig eine aufwärtsstrebende Entwicklung zugrunde liegt?


Leider nein. Soweit wir wissen, hat das Universum mit einem Urknall begonnen. Von da an haben sich mit der Zeit Sterne und Planeten entwickelt. Auf zumindest einem Planeten kam es zur Entwicklung von Leben (ich denke auf vielen, sicher wissen wir aber nur von einem).

Wenn man sich aber die weitere Entwicklung des Universums anschaut, wird die Zeit kommen, an der die Sterne ausgebrannt sein werden und auch keine neuen Sterne mehr gebildet werden (allmählicher Prozess). Von spätestens da an wird es im Universum kein Leben mehr geben. Sollten intelligente Lebewesen es schaffen, andere Energiequellen anzuzapfen, wird das auch endlich sein.

Fazit: Leben im Universum ist nur in einer endlichen Zeitspanne möglich.

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Was bleibt übrig? 09 Jun 2020 19:55 #64391

Marvin,

das was PeterW da beschreibt, liegt am 2.Hauptsatz der Thermodynamik, auch Entropiesatz genannt.

Danach nimmt die Unordnung im Universum stetig zu.

Entwicklungen zu höherer Komplexität sind zwar möglich, aber nur, wenn über einen längeren Zeitraum eine Energiequelle zur Verfügung steht, unsere Sonne z.B. Und wenn es einen Planeten gibt, der die Zunahme an Komplexität seiner Bausteine zulässt, zB, indem er Lebensformen ermöglicht.
Wenn man genau hinschaut, sind unglaublich viele Randbedingungen nötig, um den Komplexitätsgrad ansteigen zu lassen.

Auf unseren Nachbarplaneten hat das nicht geklappt.
Man muss sich nur unseren Mond anschauen. Trotz hoher Energiezufuhr ist das eine tote Stein - und Staubwüste.

Deshalb ist unsere Erde ein ausgesprochen seltenes Naturereignis, eine Blüte in der sonst leeren Wüste in den Weiten des Universums.

Aber auch eine Blüte verblüht, wenn die Sonne nicht mehr scheint.

Thomas

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Was bleibt übrig? 10 Jun 2020 09:35 #64392

Aus meiner Sicht braucht jede Art von Leben Energie, um zu existieren, wie Thomas gut begründet hat.

Die verfügbare Energie im Universum ist endlich. Irgendwann wird der Wasserstoff soweit fusioniert sein, dass keine neuen Sterne mehr entstehen können. Die einzelnen Galaxien werden allmählich immer dunkler, bis schließlich das ganze Universum dunkel sein wird.

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Was bleibt übrig? 10 Jun 2020 18:21 #64393

Nun liegt es mir fern gleich in derartigen Dimensionen zu denken. Bis zum endgültigen Aus im Universums (sofern diese Theorie stimmt) ist es noch eine ganze Weile. Ich möchte nicht ganz so weit schauen. Aber in denkbaren geologischen Größenordnungen von mehrerern Mio Jahren sollte so ein "Menschenwissenspeicher" doch möglich sein.
Möglicherweise kommt (oder ist schon) eine Phase im Universum eingetreten, in der das Leben wie Pilze aus dem Boden schiesst.
Und da könnten wir Menschen doch auf uns zeigen und unser Vermächtnis hochhalten: Das sind (waren) wir, schaut mal vielleicht könnt ihr was von uns lernen.

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Letzte Änderung: von Marvin.

Was bleibt übrig? 11 Jun 2020 22:35 #64394

Marvin,

dass das Leben wie Pilze aus dem Boden schießt. Sehr gut!

Da das Universum eine Historie hat und am Anfang mit etwa 70% Wasserstoff und etwa 30% Helium begann und seitdem alle weiteren Elemente in einem gigantischen Materiekreislauf durch die Sterne und Galaxien hindurch zu einer Entwicklung geführt haben, die bis heute zu Lebensformen geführt haben, kann man getrost davon ausgehen, dass diese Entwicklung nicht auf die Erde allein beschränkt war.

Die Frage ist nur, in welcher Häufigkeit dieses Leben derzeit im Universum zu erwarten ist.

Und da wir uns nicht instantan, also gleichzeitig austauschen können, es gilt ja die Konstanz der LG, können wir nur vermuten, dass das Leben derzeit überall im Universum Realität ist, die Kommunikationswahrscheinlichkeit aber gegen Null geht.

Thomas
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