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THEMA:

Energiesicherheit 03 Okt 2022 09:58 #108708

Allein Deutschland hat wohl 52 Millarden qm Erdgas aus Russland bezogen.

Folgendes habe ich über Gastanker gefunden: „ Bei dieser in den letzten Jahren zunehmend zu sehenden Transportmethode ist ein Trend zu größeren Einheiten festzustellen. Neben den zurzeit vorherrschenden LNG-Tankern mit 125.000–147.000 m³ Gesamttankvolumen, aufgeteilt auf meist 4 bis 6 Tanks, werden Schiffe mit bis zu 250.000 m³ Tankkapazität geplant. Das verflüssigte Erdgas wird bei geringem Überdruck (Membrantank z. B. max. 230 mbar) und einer Temperatur von −164 °C bis −161 °C transportiert.“

Wie lange braucht so ein Tanker wohl von den Saudis oder aus Amerika zu uns? Werde ich mal recherchieren.

Selbst bei 250.000 qm muss es etliche Anlandungen geben, bevor wir auf 52 Mrd qm kommen…

208.000 Anlandungen im Jahr. Alleine für D. 570 Anlandungen pro Tag…

Krass! Wie lang ist wohl so eine Entladedauer? Da muss sicher mit Inertgas gearbeitet werden um Explosionen zu vermeiden.

„ Das Terminal wird eine maximale Entladerate von 14 000 m³/h LNG-Transfer zu unseren LNG-Lagertanks an Land haben. Das bedeutet: Ein großes Schiff könnte in ca. 20 Stunden entladen werden. Durch Aktivitäten wie Anlegen, Sicherheitschecks, Papierarbeiten, Schlepperhilfe, Hochfahren des Entladevorgangs usw. wird die gesamte Liegezeit für einen großen LNG-Tanker jedoch auf eine Dauer von ca. 30 Stunden ansteigen. Kleinere LNG-Tanker werden entsprechend eine kürzere Liegezeit haben.“

Das ist dann eine einfache Rechnung. Wir brauchen 570 Terminals…
Na die bau mal in 1 Jahr.

Mir kommen diese Zahlen utopisch vor. Gerne nachrechnen und korrigieren, danke.

„ Wie lange fährt ein Containerschiff von Amerika nach Deutschland?
Wie lange dauert ein Transport aus den Vereinigten Staaten nach Europa? Die Seereise beträgt zwischen 2 Wochen von den Häfen New York und Miami, 3 Wochen aus Houston und ca. 4 Wochen aus Los Angeles und San Francisco.“

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Letzte Änderung: von Materieraum.

Energiesicherheit 03 Okt 2022 10:44 #108710

Selbst bei 250.000 qm muss es etliche Anlandungen geben, bevor wir auf 52 Mrd qm kommen…

208.000 Anlandungen im Jahr. Alleine für D. 570 Anlandungen pro Tag…

Du hast einen Fehler in Deiner Berechnung. LNG ist etwa 600 Mal Dichter als Pipelinegas (Wie ist der Druck in Pipelinegas?). Eine 250.000 Kubikmeter Ladung entspricht 150 Millionen Kubikmeter Pipelinegas.

Nach Deinen Zahlen wären 52 * 109 / 150 * 106 = 350 Anlandungen im Jahr, wenn Pipelinegas 1 bar Druck hat.

Die Probleme mit LNG: Wie kommt das Flüssiggas zu uns?
Klar scheint: Russisches Erdgas komplett durch LNG ersetzen zu wollen, wird schwierig. Denn die Transportkapazitäten reichen dafür nicht aus. Der erste Engpass sind die verfügbaren LNG-Tanker. Sie können je nach Bauart zwischen 125.000 und 250.000 Kubikmeter Flüssiggas transportieren. Dieses wird auf den Schiffen in wärmeisolierten Kugeltanks aus Metall oder Membrantanks aus verstärktem Polyurethan gelagert. Eine Flüssiggas-Füllung von 125.000 Kubikmetern entspricht etwa der Erdgasmenge von 75 Millionen Kubikmetern Pipelinegas.

Sollen LNG-Tanker die jährlich rund 160 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas ersetzen, die noch 2020 durch Pipelines nach Europa strömten, müsste die weltweite LNG-Transportkapazität erheblich aufgestockt werden: Nach Angaben des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) in Bremen liegt das Volumen der weltweiten LNG-Tankerflotte bisher bei etwa 103 Millionen Kubikmetern Flüssiggas.

Um das russische Erdgas für ganz Europa durch LNG zu ersetzen, wären nach Schätzungen des ISL zusätzliche Transportkapazitäten für rund 280 Millionen Kubikmeter LNG erforderlich. Das würde bedeuten: Die vorhandenen LNG-Tanker müssen häufiger fahren, ihre Routen aus Asien nach Europa verlagern oder es müssen mehr Tanker her.
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Letzte Änderung: von Jamali.

Energiesicherheit 03 Okt 2022 11:19 #108712

Deine Rechnung macht mehr Sinn, wobei ich nicht denke, daß der Druck der Pipelines auf nur 1 bar beschränkt ist, aber unwichtig.

Die Zahlen sind so schon alarmierend genug! Es gibt nicht genügend Schiffe, Terminals, Gas.

Und du glaubst doch nicht, daß die „Umleitung“ der Schiffe von Asien nach Europa einfach so ohne Konflikte vonstatten gehen wird?

Die Asiaten werden in ein Bieterstreit mit uns eintreten. Was das knappe Gut Energie angeht. Das kann nur zu steigenden Preisen führen!

Und kurzfristig nicht mal dann möglich den Bedarf zu decken. Also wird wohl Öl zur Energierzeugung herhalten müssen. Da haben wir größere Schiffskapazitäten.

Was wiederum den Ölpreis in die Höhe schnellen lassen wird.

Andere Möglichkeit wäre eben Kohle, aber dann müsste man eben die Zechen wieder eröffnen.

Bin echt mal gespannt was uns in nächster Zukunft erwartet, sollte gar kein Gas mehr aus Russland zu uns kommen.

Als Europa dass von ihm ABHÄNGIG! ist, sollten wir evtl leisere Töne anschlagen. Und nicht mit noch mehr Sanktionen oder gar Embargos drohen.

Aber das ist dann meine eigene Meinung.

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Letzte Änderung: von Materieraum.

Energiesicherheit 03 Okt 2022 11:49 #108714

Und du glaubst doch nicht, daß die „Umleitung“ der Schiffe von Asien nach Europa einfach so ohne Konflikte vonstatten gehen wird?

USA möchte viel mehr liefern. Es gibt auch andere kleinere Quellen, aber meist stehen in ein bis zwei Jahren zur Verfügung. China und Indien bekommen mehr billiges russisches Gas und benötigen weniger teures Flüssiggas. Es wird zum Teil eine Neuzuordnung sein.

Als Europa dass von ihm ABHÄNGIG! ist, sollten wir evtl leisere Töne anschlagen. Und nicht mit noch mehr Sanktionen oder gar Embargos drohen.

Es gibt kein Zurück mehr. Es sei denn ändert sich der Machthaber in Russland, was kaum vorstellbar ist.

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Letzte Änderung: von Jamali.

Energiesicherheit 03 Okt 2022 16:50 #108733

Es sei denn ändert sich der Machthaber in Russland, was kaum vorstellbar ist.

Wer 1989 erlebt hat kann sich vieles vorstellen.
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Energiesicherheit 04 Okt 2022 05:23 #108790

Materieraum schrieb: Selbst bei 250.000 qm muss es etliche Anlandungen geben, bevor wir auf 52 Mrd qm kommen…

Seltsam ! War jetzt eigentlich schon voll davon überzeugt, dass Du ein Kubik- und kein Flachdenker bist. So kann man sich täuschen. :( :lol:
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Letzte Änderung: von Niemand.

Energiesicherheit 04 Okt 2022 08:01 #108796

Materieraum schrieb: Selbst bei 250.000 qm muss es etliche Anlandungen geben, bevor wir auf 52 Mrd qm kommen…

Seltsam ! War jetzt eigentlich schon voll davon überzeugt, dass Du ein Kubik- und kein Flachdenker bist. So kann man sich täuschen. :( :lol:


-.-

q steht in diesem Kontext natürlich für Kubikmeter. :P
Aber gut aufgepasst :lol:
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Letzte Änderung: von Materieraum.

Energiesicherheit 04 Okt 2022 09:27 #108801

Siehst Du, mein Lieber ? Darum verwende ich so ungern Formeln und Einheiten, da ich so wunderbar unpräzise und unermesslich bin. In Einheiten rechne ich nur bei Brotzeit und Weisswürscht - zwecks der Energiesicherheit, versteht sich. Um beim Thema zu bleiben. :lol:

Herzliche Grüße
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Energiesicherheit 04 Okt 2022 14:14 #108848

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Hi Materieraum

US Tanker brauchen von der Süd/Ostküste USA ca. 19-22 Tage und verbrauchen, wenn sie nur auf Schweröl liefen , ca. 1500-2000 to Treibstoff. Betriebs-Kosten Tag zwischen 100.000 - 200.000$, mit allem drum und dran. Und sie müssen auch wieder zurück.....


NG Z.

PS mal allgemein zu den Schiffen/Tankern etc die mit Schweröl die Luft verpesten..

Das wirkliche Problem ist nicht, dass diese Schiffe viel Treibstoff verbrauchen, auch wenn sie das tun. Das Problem ist, dass sie oft dreckigen Treibstoff verbrennen und wie sie es tun.

"Auf hoher See verbrennen die meisten Schiffe bis heute hochgiftiges Schweröl", erklärt Diesener. "Schweröl ist im Endeffekt ein Restprodukt der Treibstoffproduktion. Es wird Benzin hergestellt, es wird Diesel hergestellt und was übrig bleibt, ist Schweröl."

Und das zu verbrennen, sei in Bezug auf Schwefeldioxid 100 Mal dreckiger als Marinedieselöl und unglaubliche 3500 Mal dreckiger als der Dieselkraftstoff für Autos, fügt er hinzu. Neben jeder Menge Kohlendioxid blasen diese Schiffe riesige Mengen davon in die Luft, und Schwefeldioxid erzeugt sauren Regen.


Ich schau mal nach was anfält wenn die S-Motoren Gas/Schweröl etc. (Dual Fuel) verbrennen. Diese Technik ist leider noch nicht gänzlich ausgereift.

Noch eins zum hauptsächlich Fracking LNG aus USA:

Der Anstieg der LNG-Importe aus den USA wirft jedoch auch Fragen zu deren Auswirkungen auf das Klima auf. Die Frage stellte sich bisher nicht, denn die Europäer haben amerikanisches LNG gemieden: Es war teuer und hatte einen schlechten Ruf.

Erstens wird amerikanisches Gas zumeist durch Fracking gewonnen, eine Technologie, die in der EU aufgrund von Umweltbedenken weitgehend verboten ist. Außerdem ist amerikanisches LNG energieintensiver als russisches Pipeline-Gas, da es gekühlt und unter Druck gesetzt werden muss, bevor es über den Atlantik transportiert wird.

Im Jahr 2020 wurde der französische Energieversorger Engie von der Regierung aufgefordert, ein US-LNG-Importgeschäft aufzugeben. Das Projekt sei „nicht mit Frankreichs Klimazielen und Umweltvision in Einklang zu bringen“, sagte eine französische Quelle, die von Reuters zitiert wurde.

Berlin steht dem US-Schiefergas ähnlich zurückhaltend gegenüber, auch wenn es im Moment kaum Alternativen zu russischen Importen hat. In Deutschland ist Fracking zudem nach wie vor verboten, obwohl das Land über große Schiefergasreserven verfügt.


a propos... AKW gefährlich für unsere Zukunft.. und Doppelstandards.
"Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert".
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Energiesicherheit 04 Okt 2022 15:03 #108853

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Es gibt kein Zurück mehr. Es sei denn ändert sich der Machthaber in Russland, was kaum vorstellbar ist.


Hinweis:
MM Quatsch mit Soße.

Z.
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Energiesicherheit 05 Okt 2022 03:52 #108912

Guten Morgen Ihr Lieben,

eventunell sollte man dazu einen neuen Thread eröffnen. Meint Ihr das hat Zukunft ? Sofern das Thema schon irgendwo angeschnitten wurde, so bitte ich um Löschung.

www.thermondo.de/info/rat/erneuerbare-en...SEAAYASAAEgJaSPD_BwE

Einen harmonisch friedlichen Tag wünscht Euer Niemand :-)

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Dyson-Sphäre 05 Okt 2022 06:39 #108917



Frage hierzu: Könnten wir in der Entwicklungsgeschichte bzgl. Energienutzung schon viel viel weiter sein, wenn wir uns selbst nicht ständig im Wege stehen würden ?
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Energiesicherheit 05 Okt 2022 06:41 #108918

Das wäre wahrscheinlich gut für ein neues Thema. Von meinem Gefühl her wird da derzeit viel Blödsinn unter die Leute gebracht.


ZDF-Morgenmagazin 05.10.2022

Stellt sich direkt die Frage, ob die 60€, wenn sie denn überhaupt stimmen, irgendwas mit dem Eiskübel zu tun haben. Die Einsparungen dürften wohl eher aus den Solarkollektoren vom Dach und einer guten Isolierung her rühren. Ob da ein "Eisspeicher" wirklich sinnvoll ist, halte ich schon für fraglich.

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Energiesicherheit 05 Okt 2022 07:00 #108919

HuHu ! Moderatiohon ! Aufwachen ! Bitte Thema Eisspeicherheizung separieren. Vielen Dank und schönen Tahag ! :lol:
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Energiesicherheit 05 Okt 2022 11:15 #108954

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Bitte Thema Eisspeicherheizung separieren.

Mit Deinem Post kannst Du machen, was Du willst, zB löschen und woanders erneut posten.
Vorsicht, ich schreibe vereinfacht ohne Wurzelzeichen ³x=³√x , wenig Klammern 1/4r²π=1/(4r²π) , statt Vektorpfeil v¹=v⃗ Funktionen bzw Argumente kennzeichne ich mit einem Punkt f.(x)=f(x)

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Energiesicherheit 05 Okt 2022 18:13 #109027

HuHu ! Moderatiohon ! Aufwachen ! Bitte Thema Eisspeicherheizung separieren. Vielen Dank und schönen Tahag ! :lol:


Jeder hier hat die Möglichkeit, selbst einen neuen Thread zu eröffnen.
Moderatoren Beiträge kennzeichne ich grün. Alle anderen Beiträge schreibe ich als normaler User, nicht als Moderator.
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Energiesicherheit 19 Okt 2022 15:19 #109961

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Hört hört...

Greta Thunberg:

„Ich persönlich bin gegen Atomkraft, aber nach dem IPCC (Weltklimarat, d. Red.) könne sie tatsächlich ein kleiner Teil einer großen, neuen Co2-freien Energielösung sein“, schrieb sie. Nämlich dann, so Thunberg weiter, wenn Länder keinen Zugang zu erneuerbaren Energien hätten. Ihre Ergänzung, so rechtfertigte sie sich anschließend, sei aufgrund der „Rosinenpickerei“ mancher Menschen und Zeitungen notwendig gewesen.


Schade dass es hier nicht weitergeht im Thread, leider wenig Zeit.
HG Z.
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Energiesicherheit 19 Okt 2022 16:06 #109964

Da wurde anscheinend viel Unsinn verbreitet.



Da hat Greta Thunberg wohl die Notbremse gezogen.

Das passt dann wohl auch besser hier her.
Ich dachte eigentlich die Verbreitung von Unsinn hätte mit der Entscheidung zum Abschalten der AKW im April endlich ein Ende gefunden. Um so erstaunlicher, welch ein Unsinn da immer noch verbreitet wird:


www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/heu...ktober-2022-100.html

Wir senden Signale aus, die auch den Preis am Strommarkt reduzieren können … Ich empfehle das nicht parteipolitisch zu betrachten, sondern physikalisch. Dieses eine Kraftwerk von dem Sie gesprochen haben (AKW Emsland) das noch dazu kam, das sind immerhin 1,7 Terawatt Leistung die produziert werden. ...


Der hat ja schon immer seine ganz private Physik gemacht. 1,7 Terawatt wären 1700 Gigawatt. Tatsächlich liegt die Bruttoleistung des AKW bei gerade einmal 1,4GW . Netto ist es noch einmal etwas weniger. Im November geht das Kraftwerk in den Streckbetrieb. Dann wird es noch einmal deutlich weniger. Dass das Signal irgendwas am Strommarkt bewirkt, das dürfte auch bezweifelt werden, zumal bei Überschuss im Netz auch noch die kostengünstiger produzierenden Windkraftwerke abgeschaltet werden müssen. Die sind im Norden ja reichlich vorhanden.

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Energiesicherheit 19 Okt 2022 16:21 #109965

Hallo Z.,
ich hab mir damals schon die Frage gestellt ob es richtig war das Deutschland abrupt aus der Kernerenergie ausgestiegen ist und
ich denke heute immer mehr: Es war ein Fehler.

Wir hatten viel Know-how was diese Technologie betrifft und um sie weiter zu entwickeln und wir haben dies alles
mit dem Ausstieg aus der Kernenergie einfach "in den Abfluss" gegossen.

Wir hätten das Ganze soweit weiterführen und entwickeln müssen bis wir eine Alternative haben unseren Energiebedarf
anderweitig komplett zu ersetzten. Natürlich ist mir bewusst dass die Abfallprodukte dieser Kraftwerke zuerst mal für nachfolgende
Generationen ein riesig großes Problem sind aber die andere Alternative durch fossile Energiestoffe sind ja auch nicht
besser für sie. Beide Sichtweisen bergen große Risiken aber momentan müssen wir (aus meiner Sicht) für zukünftige
Generationen erst mal dafür sorgen dass das Erdklima nicht kippt.

Naja, hatte das mal hier als Frage angedeutet:



Ab ca 4:50

Fand die Antworten dazu (aus meiner kleinen Sicht heraus sehr vernünftig).

LG
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Energiesicherheit 19 Okt 2022 18:30 #109970

Der Ausstieg war nicht wirklich abrupt :



  • April 2002  Laufzeitbegrenzung der AKW auf. maximal 32 Jahre
  • Dezember 2010 Verlängerung der Laufzeiten
  • Juni 2011 erneuter Bundestagsbeschluss zum Ausstieg wegen Fukuschima bis Ende  2022
  • Oktober 2022 Laufzeitverlängerung bis April 2023</li>



Das geht jetzt schon 20 Jahre. Und die Probleme sind immer noch die gleichen. An der Endlagerproblematik hat sich nichts geändert, außer dass wir gemerkt haben, dass ein Versuchslager mit gigantischem Aufwand wieder geräumt werden muss. Dass der Klimawandel auch den Betrieb von Atomkraftwerken einschränkt hat Frankreich jetzt schmerzlich erfahren müssen. Die Situation wird sich dort in den nächsten Jahren mit Sicherheit noch verschlimmern. Die werden da auch aktiv werden müssen.

Das Problem war eigentlich, dass der endgültige Ausstieg immer wieder verschleppt wurde. Das hat dann den Ausbau der Erneuerbaren blockiert. Die Politik hat während der Zeit auch etliches blockiert. AKWs als "Brückentechnologie" zu betreiben ist halt ziemlich bequem. Zumindest für eine gewisse Zeit.

Wir hatten viel Know-how was diese Technologie betrifft und um sie weiter zu entwickeln und wir haben dies alles
mit dem Ausstieg aus der Kernenergie einfach "in den Abfluss" gegossen.

Mit der Solartechnik haben wir das damals tatsächlich abrupt gemacht. Da ist damals eine im Aufbau befindliche Industrie einfach gekillt worden. Bei uns gibt es meines Wissens derzeit nur eine einzige Firma die Wafer dazu herstellt. Der Rest wird jetzt in China gefertigt.

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Energiesicherheit 19 Okt 2022 21:38 #109978

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Hi Pferdefuss,

nu komm ich erst richtig durcheinander, du:

Der hat ja schon immer seine ganz private Physik gemacht. 1,7 Terawatt wären 1700 Gigawatt.Tatsächlich liegt die Bruttoleistung des AKW bei gerade einmal 1,4GW . Netto ist es noch einmal etwas weniger. Im November geht das Kraftwerk in den Streckbetrieb. Dann wird es noch einmal deutlich weniger. Dass das Signal irgendwas am Strommarkt bewirkt, das dürfte auch bezweifelt werden, zumal bei Überschuss im Netz auch noch die kostengünstiger produzierenden Windkraftwerke abgeschaltet werden müssen. Die sind im Norden ja reichlich vorhanden.


Korrekt ist, das 1700 GW = 1.7 TW sind, oder wie meintest dus?
Bei solchen A-Kraftwerk vergleichen, geht es prinzipiell um Jahresleistungen.
Mein vorheriges Beispiel war AKW Grohnde pA. Spitzenwerte um 11.3 TWh.

Deines ist nun Emsland - 1988 in Betrieb genommen und 2022 stillgelegt.
Gesamtleistung 328.920 GWh - bei sagen wir rund 36 Jahren Betriebszeit ~ 9.1 TWh pA.

NG Z.

PS ich bin Parteilos, was man ja bei der Vorlage leider dazu sagen "muss".
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Energiesicherheit 19 Okt 2022 22:14 #109981

Korrekt ist, das 1700 GW = 1.7 TW sind, oder wie meintest dus?

Ja sicher ist das korrekt. Nur speist Emsland keine 1,7TW ins Netz ein. Das hat er behauptet. Es geht um die Dauerleistung die das AKW ins Netz liefert. Kernkraftwerke werden ja immer mit Volllast betrieben. Deshalb müssen auch Windräder abgeschaltet werden, wenn Überschuss auftritt, der nicht irgendwo anders hin geleitet werden kann. Heute hat er übrigens schon wieder behauptet, das AKW Emsland würde 1,7 Terawatt einspeisen. Also 1700 Gigawatt. Tatsächlich hat das AKW aber nur eine Nettoleistung von 1.335 MW bzw etwa 1,3 Gigawatt. Von daher kann das AKW auch nie mehr als diese 1,3GW ins Netz einspeisen.

PS ich bin Parteilos, was man ja bei der Vorlage leider dazu sagen "muss".

Ich auch. Und wenn Habeck klar nachvollziehbar Falschinformationen streut, dann würde ich das natürlich auch schreiben. Es geht hier ausschließlich um das streuen von Falschinformationen. Es kann natürlich auch sein, dass er nicht wirklich weiß wovon er redet. Das macht die Sache aber auch nicht besser.

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Energiesicherheit 19 Okt 2022 22:45 #109986

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Hallo Sonni,

Fehler ist so eine Sache,
Byzantinische Fehler zB.
Bewusst in Kauf genommene.

AKW aus... war in sofern richtig, da Restrisiko, gerade dann wenn Wirtschaftsinteressen statt wissenschaftliche über die Betriebssicherheit bestimmen. (Fukushima)
Gas, war ja zu erwarten, aus damaliger Sicht, von Frau Physiker, aus der es somit nicht unbedingt "einer" war.

Portugal erzeugt zB ~ 15% Strom und mehr aus Gas zB. KW-Kopplung, LNG Algerien.
Ein idealer "Zwischenspeicher" um regenerative Strom-Löcher abzufangen (aber bitte nicht mit zig Millionentonen Bisphenol verseuchter WK-Rotoren) und auf jeden Fall umweltfreundlicher als Kohle und Öl. Und da es A-Kraftwerke ersetzen würde....

Know How.... den Begriff habe ich ja schon lange nicht mehr gehört ;)
Wobei das Restrisko dabei eher noch gestiegen,
Nun man hats ja bald hinter sich, ich meine "wir" Älteren.

Die nächste Generation wird das Zukünftige vlt für normal halten...
Viele tun das schon oder sind noch nicht mal soweit.

Lieben Gruss nach Deutschland
Z.
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Energiesicherheit 20 Okt 2022 17:37 #110030

Hallo Pferdefuss

Der Ausstieg war nicht wirklich abrupt :
April 2002 Laufzeitbegrenzung der AKW auf. maximal 32 Jahre


Ja, das war das große Gesamtziel auf das man damals gesetzt hatte. Evtl. wäre es aber besser gewesen sich terminmäßig auf
einzelne Kraftwerke in Deutschland zu konzentrieren um diese dann regional erst abzuschalten wenn das einzelne
Kraftwerk in der Versorgungsregion durch erneuerbare Energien zum Großteil ersetzt werden hätte können.

Man hätte zum Beispiel sagen können: Das Atomkraftwerk in der Region X muss bis zu einem gewissen Datum
zum Großteil durch erneuerbare Energien abgelöst werden und erst dann wird es abgeschaltet. Dann das nächste, usw... .
Das hätte doch den Ausbau von erneuerbaren Energien massiv gefördert. Auch andere Regionen hätten sich im Vorfeld
schon bemüht ihre Fristen einzuhalten.

Du:

Das Problem war eigentlich, dass der endgültige Ausstieg immer wieder verschleppt wurde. Das hat dann den Ausbau der Erneuerbaren blockiert.


Ja klar wenn man kein Konzept hat wie man das veranstalten soll. Wenn man ein Kraftwerk abschaltet muss man aber auch ein Konzept
haben wie die (durch das Kraftwerk) gelieferte Energie klimafreundlich ersetzt werden soll. Man kann nicht einfach abschalten und
sich dann erst Gedanken drum machen wo die Energie dann herkommt :silly: .

Du:

AKWs als "Brückentechnologie" zu betreiben ist halt ziemlich bequem. Zumindest für eine gewisse Zeit.


Hihi..., die haben ja die AKWs nicht als "Brückentechnologie" betrieben weil sie haben doch im Hintergrund noch fossile
Brennstoffe wie Gas und Öl oder Holzkohle.... .

Du:

Mit der Solartechnik haben wir das damals tatsächlich abrupt gemacht. Da ist damals eine im Aufbau befindliche Industrie einfach gekillt worden


Auweia, wie übel :sick:

LG
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Energiesicherheit 20 Okt 2022 18:00 #110032

Naja hier werden 2 Dinge durcheinander gebracht.

Nicht die abgeschalteten Kernkraftwerke sind das Problem, sondern das weg gebrochene Erdgas.

Man kann ja den AKW nachtrauern. Ich tue es nicht.

Die AKWs werden nicht die Lösung sein. Das wird derzeit kaum eine Partei ernsthaft in Erwägung ziehen können.
Der Zug ist eh abgefahren.

Ob das jetzt sinnvoll ist ALLE Kohlekraftwerke ans Netz zu bringen, wie gemacht, ist sicher fragwürdig. Aber wenn das ohne ginge, würden das die Grünen sicher verbieten.

Die große Frage ist, wie dann im nächsten Winter eben die Energiesicherheit mit leeren Gasspeichern gewährleistet werden soll.

Das wird sicher ein hartes Stück Arbeit für die Regierung. Bin gespannt wie sie das hinbekommen werden.

Ob es da langt Saudi Arabien Jets zu schicken? …

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Energiesicherheit 20 Okt 2022 18:43 #110033

Hi Z.,

Fehler ist so eine Sache,
Byzantinische Fehler zB.
Bewusst in Kauf genommene.


Im Moment sind Atomkraftwerke zwar sehr risikobehaftet aber in anderer Hinsicht auch sehr klimafreundlich.
Unser Klima ist am kippen und deshalb denke ich dass wir im Moment kaum eine andere Alternative haben
um den Klimawandel noch abzuwenden. Naja , ich denke öfter es ist evtl. schon zu spät, grrr...

Du:

AKW aus... war in sofern richtig, da Restrisiko, gerade dann wenn Wirtschaftsinteressen statt wissenschaftliche über die Betriebssicherheit bestimmen. (Fukushima)


Naja, Atomkraftwerke (wenn sie dann mal außer Kontrolle geraten und egal wo) sind schon regional übel.
Ist halt die Frage was dringender zur Zeit notwendig ist:
Den Klimawandel durch fossile Energien zu beschleunigen, oder das Risiko einzugehen vorübergehend die klimafreundliche Technologie
der Atomkraftwerke zu nutzen. Man muss sich also fragen: Was ist im Moment das kleinere Übel (denn übel ist beides).

Du:

Know How.... den Begriff habe ich ja schon lange nicht mehr gehört ;)


Wir haben hier in unserem kleinen Land sehr viel gebildete und fähige Wissenschaftler. Durch den Ausstieg aus der
Atomenergie wurde dieser Sektor quasi "eingeschläfert" und dadurch die Weiterentwicklung in unserem Land gehemmt.

Was nützt es global / klimamäßig gesehen dass Deutschland aus der Atomenergie aussteigt? Nix, nadaa... .
Was kümmert das China, Indien, usw...ob unser kleines Land seine Atomkraftwerke abschaltet und sich dann seine
benötigte Energie aus dem Ausland einkauft oder durch fossile Brennstoffe (wie z.B. Gas bezieht) ?
Haha.., die juckt das nicht die Bohne und diese (unsere) "Energiewende" ist deshalb auch unglaubwürdig.

Die einzige Möglichkeit die wir (in unserem kleinen Land) haben um global klimamäßig etwas zu bewirken
ist unser Wissen und unser "Know How" um die Technologien weiter zu entwickeln. Sonst fällt mir gerade nix ein.

Euch auch einen lieben Gruß in die wunderschöne Algarve (da wo Luft so windig und noch so rein ist).
So windig, hihi...hab nicht vergessen :)

Sonni
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Energiesicherheit 21 Okt 2022 08:18 #110055

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Hi

Im Moment sind Atomkraftwerke zwar sehr risikobehaftet aber in anderer Hinsicht auch sehr klimafreundlich.

Sie sind vorhanden und können benötigte Energie liefern. Klimaneutral. Ab Seite 1


know how ist gut, produktion besser :)

Bis später
Z.

PS Vorhandenes Gasnetz nutzen, Wasserstoff und Batterie-Speicher in die Haushalte.
Wind Solar ... Überschüsse einspeisen, Back up AKW/Gas WK
"Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert".

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Letzte Änderung: von Z..

Energiesicherheit 21 Okt 2022 11:40 #110069

Im Moment sind Atomkraftwerke zwar sehr risikobehaftet aber in anderer Hinsicht auch sehr klimafreundlich.
Unser Klima ist am kippen und deshalb denke ich dass wir im Moment kaum eine andere Alternative haben
um den Klimawandel noch abzuwenden.

Es gibt keine Probleme beim Strom- sondern bei der Wärmeerzeugung.

Die Haushalte verbrauchen jährlich für die Wärme etwa 390 TWh in Deutschland mit Erdöl und Erdgas. Ein AKW produziert etwa 11 TWh im Jahr. Man benötige dann allein für Haushalte 35 AKWs.
Möchte man die schmutzige Energie durch AKWs ersetzen, müsste dann mindestens 10 Tausend AKWs weltweit gebaut werden (Zur Zeit existieren etwa 430 AKWs.). Die Atomenergie kann also keine Lösung weder für Deutschland noch für die Welt sein.



Links:
Energieverbrauch nach Energieträgern und Sektoren
Wie viel Strom produziert ein Atomkraftwerk?

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Energiesicherheit 21 Okt 2022 13:14 #110075

Man hätte zum Beispiel sagen können: Das Atomkraftwerk in der Region X muss bis zu einem gewissen Datum
zum Großteil durch erneuerbare Energien abgelöst werden und erst dann wird es abgeschaltet.

Das war ja eigentlich auch die Idee, die dem 2002 initiierten Ausstieg zu Grunde lag. Jedem einzelnen Atomkraftwerk wurde von der Inbetriebnahme an eine maximale Produktionsmenge an Energie und eine maximale Laufzeit zugestanden. Der Abschalttermin eines AKW ist erreicht wenn die ihm zugeordnete Elektrizitätsmenge produziert war oder es 32 Jahre in Betrieb war. Bis dahin sollte Ersatz realisiert werden Das hat dann aber weder zum Aufbau von ausreichend erneuerbarer Energie noch zu einem brauchbaren Netzaufbau geführt.


Auch andere Regionen hätten sich im Vorfeld schon bemüht ihre Fristen einzuhalten.

Genau der umgekehrte Fall ist dann aber eingetreten. Das merkwürdige ist halt, dass sich mit der Zeit ein Nord-Süd Gefälle bei der Willigkeit zum Ausbau gebildet hat. Das hat derzeit zunächst einmal dazu geführt, dass man aufgrund der aufgetretenen Probleme mit der Gasknappheit und den umfangreichen Ausfällen der AKW in Frankreich dem Süden eine Laufzeitverlängerung für die beiden im Süden betriebenen AKW bewilligt hat, damit es dort möglichst keine Probleme in der Stromversorgung gibt. Damit die nicht alleine bleiben hat man dann dem gut ausgebauten Norden noch den unnötigen Weiterbetrieb eines AKW aufgezwungen. Schnell noch mit massivem Druck, initiiert von einer Gruppierung, der man kurz zuvor unmissverständlich erklärt hat, dass sie dort im Landtag nicht mehr erwünscht ist.


Möchte man die schmutzige Energie durch AKWs ersetzen, müsste dann mindestens 10 Tausend AKWs weltweit gebaut werden (Zur Zeit existieren etwa 430 AKWs.) Die Atomenergie kann also keine Lösung weder für Deutschland noch für die Welt sein..

Dazu gibt es auch noch einen Punkt über den kaum jemand spricht. Wenn alle ab heute ihre Energieversorgung auf Uran umstellen würden, dann würde das weltweit verfügbare Uran etwa 3 Jahre reichen. Je nach weltweitem Ausbau wird es zwar etwas länger dauern bis das Uran knapp wird, aber irgendwann wird es aufgebraucht sein:

Die Uranvorräte sind endlich.

Falls der Uranverbrauch auf dem heutigen Niveau verbleibt, würden die bekannten und vermuteten Vorräte für etwa 70 Jahre den Bedarf decken. Falls sich jedoch die heutigen Nuklearkapazitäten im Laufe der nächsten vier Jahrzehnte verdoppeln, dann reichen die Uranvorräte bis etwa zum Jahr 2050. Bei einer Verdreifachung wäre die Reichweite sogar ungefähr bis zum Jahr 2040 begrenzt, so dass für viele Reaktoren schon während ihrer geplanten Betriebszeit der Brennstoff ausgehen würde.
www.streitpunkt-kernenergie.de/problem-a...f-und-uranreichweite

Man kann sich natürlich darüber streiten, ob es bis 2040 reicht oder vielleicht bis 2060. Der Knackpunkt ist aber, dass infolge der stetig ansteigenden Ressourcenverknappung der Preis des Brennstoffs immer weiter nach oben geht. Die Stromerzeugung mit Kernkraft wird auch von daher immer teurer werden. Der Aufbau der Infrastruktur sowieso. Das kann man ja an aktuellen Bauvorhaben leicht mitverfolgen. Bei den Erneuerbaren Energien ist das genau umgekehrt. Der Brennstoff kostet eh nichts und die Hardware dazu wird immer billiger. Das kann man auch leicht mitverfolgen.

Man kann sich auch einmal ausmalen was passiert, wenn China noch anfängt „zur Bekämpfung des Klimawandels“ in Drittweltländern Atomkraftwerke auf Kredit aufbauen zu lassen. Im Rahmen der Taxonomie klar im Interesse der EU, was den Klimawandel angeht und womöglich noch mit EU-Förderung. Es ist eigentlich auch klar abzusehen, dass so etwas in der Regel in die Schuldenfalle führen wird und die Schulden mit der regelmäßigen Veräußerung vom staatseigenen Tafelsilber getilgt werden müssen.

In unserem eigenen Netz machen Atomkraftwerke ohnehin keinen Sinn mehr, weil man die technologiebedingt immer vorrangig betreiben muss. Die sind sogar kontraproduktiv, weil es mit zunehmendem Ausbau der Erneuerbaren immer öfter Überschuss geben wird und damit immer öfter Windräder abgeschaltet werden müssten, wenn die AKW am Netz blieben. Man kann sich auch einmal vorstellen, was Strom dann irgendwann kosten würde, wenn der Strompreis nicht mehr an Gas sondern an Atomkraft gebunden wäre. Gebraucht werden in der Zukunft Kraftwerke die man auch schon einmal für Wochen oder Monate abschalten kann, um sie dann bei extremen Flauten schnell wieder hochfahren zu können. Die müssen gut regelbar sein. Derzeit geht das bei großen Leistungen nur mit Gaskraftwerken. Es sind aber auch auf Brennstoffzellen basierende Alternativen denkbar. Bei U-Booten funktioniert das ja auch. Der Verzicht auf eine Technologie hat hier sogar das Know How zu einer anderen Technologie gefördert. Davon kann man auch profitieren. Die Betriebskosten bzw. Brennstoffkosten werden für gut steuerbare backupp-Lösungen ohnehin eine immer kleinere Rolle spielen, wenn mit zunehmendem Ausbau die Erneuerbaren eine immer größere Rolle bei der Stromerzeugung spielen. Und Blutin muss jedes Windrad einzeln von seinen Vasallen angreifen lassen, wenn er seinem makaberen Hobby bei uns auch noch so ab und zu frönen will.

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Letzte Änderung: von Pferdefuss.

Energiesicherheit 21 Okt 2022 14:16 #110077

Hallo Jamali, du:

Es gibt keine Probleme beim Strom- sondern bei der Wärmeerzeugung.

Die Haushalte verbrauchen jährlich für die Wärme etwa 390 TWh in Deutschland mit Erdöl und Erdgas. Ein AKW produziert etwa 11 TWh im Jahr. Man benötige dann allein für Haushalte 35 AKWs.
Möchte man die schmutzige Energie durch AKWs ersetzen, müsste dann mindestens 10 Tausend AKWs weltweit gebaut werden (Zur Zeit existieren etwa 430 AKWs.). Die Atomenergie kann also keine Lösung weder für Deutschland noch für die Welt sein.


Ich schrieb ja auch nicht dass sie (die Atomenergie) die ultimative Lösung all unser Energieproblem weltweit lösen könnte.
Ich wollte auch eigentlich gar nicht so ins Detail gehen weil ich da überhaupt keine Ahnung von habe (wie die meisten von uns). Ich
versuche nur darüber einfach zu denken.

Und mein einfacher Gedanke dazu lautet:
Jedes Atomkraftwerk was abgeschaltet wird (egal wo auf der Welt) und nicht im Gegenzug durch erneuerbare Energien zum Großteil
ersetzt wird
, führt unweigerlich dazu dass auf fossile Brennstoffe ( Kohle /Gas, usw...) zurückgegriffen werden muss.
Wie will man das auch dann anders kompensieren?
Das bedeutet aber zugleich im Gegenzug noch viel mehr CO2 in die Atmosphäre zu pumpen. Stell dir mal vor die ganze Welt würde sagen:
Wir steigen aus der Kernenergie aus. Das wäre in dem Moment noch fataler für unser Weltklima als es so schon ist.

Natürlich weiß mittlerweile jeder dass Atomenergie große Risiken birgt und ebenso die Endlagerung. Große Probleme sind das.
Auf der anderen Seite müssen wir momentan alles tun um zu verhindern das unser weltweites Klima kippt weil dann haben wir
(aus meiner Sicht) ein noch viel größeres Problem.

Viele (welche die Gefahren durch Atomkraftwerke) postulieren sind sich (meiner Meinung nach)
nicht wirklich bewusst was es für das gesamte Leben auf der Erde bedeutet wenn dieser Klima-Kipp-Punkt eintritt.
Ich wünsche mir für mein Enkelsöhnchen dass das in seiner Zukunft nicht passiert.

Es ist ganz einfach eine Risikoabwägung und vor mir liegen zwei saure Äpfel und in einen muss ich reinbeißen.
Wenn wir es schaffen würden die Kettenreaktion eines Atomkraftwerkes bei einem Störfall zu unterbrechen dann wäre das
ja wirklich ein riesiger Erfolg (und solche Ansätze gibt es ja auch schon).
Wenn man sich aber von allem zurückzieht (ohne wirkliche Alternative) dann kann man solche Ziele aus
wissenschaftlicher Sicht nicht erreichen. Man zieht sozusagen den Schwanz ein und kann zur Lösung nix mehr beitragen.

Blöd dass man die ganzen Atomabfälle auf der Erde nicht mit einer Rakete Richtung Sonne schicken kann
(weil im Moment zu risikobehaftet und wohl auch zu teuer). Unsere Sonne würde das alles schlucken
"ohne mit der Wimper zu zucken" :) .
Unsere Sonne hat dazu geführt dass wir entstanden sind und sie ist wohl auch die Lösung unseres Energieproblems.
Wir müssen lernen sie nachzuahmen durch Kernfusion. Das braucht aber Zeit und zur Überbrückung müssen wir die
Kernspaltung halt wohl oder übel nutzen (und evtl. ausbauen).
Hmmmm. sonst fällt mir gerade dazu nix ein :lol:

LG
Einszweidrei, im Sauseschritt ! Läuft die Zeit; wir laufen mit (Wilhelm Busch)
Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft blind (Albert Einstein)




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