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THEMA:

Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 19:19 #85981

γ² = 1+β²γ²

Die Gleichung erscheint mir rein formal mathematisch eine falsche Aussage zu sein.


Diese Gleichung stimmt schon:

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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 19:41 #85983

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Oder gibt es eine Kombination von β und γ die die Gleichung erfüllen kann?

Wie gesagt, es ist eine Identität. Kann man leicht nachrechnen.

Aber um nichts Falsches zu schreiben, schaue ich deshalb jedesmal in meiner Sammlung nach. cool)
γ = ²(1+β²γ²) = ²(γ²-1)/β
Vorsicht, ich schreibe vereinfacht ohne Wurzelzeichen ³x=³√x , wenig Klammern 1/4r²π=1/(4r²π) , statt Vektorpfeil v¹=v⃗ Funktionen bzw Argumente kennzeichne ich mit einem Punkt f.(x)=f(x)

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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 20:00 #85987

Tja...
Ich hänge immer noch bei der Uhrendesynchronisierung beim Start :S:


τΔ = γ·s·Δv/c² (mit γ = 1 beim Start)

τΔ "große Uhrendesynchronisierung" durch Beschleunigung Δv = +v mit Entfernung s - meine Formel, ergibt sich auch direkt aus dem Linienelement

Es geht NICHT um einen Zeitunterschied sondern um einen Unterschied der Uhranzeige oder noch besser gesagt der Uhrenablesung!!!


Beispiel: Das Ziel sei x=5 Lichtsekunden entfernt und die Geschwindigkeit v=0,8c mit γ = 5/3. Daraus ergibt sich: τΔ = γ·x·Δv/c² = 5/3 · 5 Ls · 0,8/c = 20/3 s

Also 6,666... Sekunden Uhrenablesung von der 5 Lichtsekunden entfernten Uhr direkt beim instantanen Start, wobei die Uhr aber im System der Erde genau 0s anzeigt?

Wenn das so stimmt, dann ist es eine rein hypothetische Ablesung. Selbst mit einem Instantan-Fernrohr ohne Lichtlaufzeit könnte weder der Erdling noch sein Zwilling diese Ablesung beim instantanen Start real "sehen".

Wir wissen ja, dass der Erdling die schnellste Uhr hat, und wenn die noch auf 0 steht, dann kann man von der synchronisierten Uhr nicht gleichzeitig (alle sind ja noch am selben Ort) diese 6,666... Sekunden aus der Zukunft des Erdsystems ablesen.

Also wie ist das zu verstehen? :S

Falls mein Beispiel falsch ist... kann jemand eine korrekte Beispielrechnung aufmachen mit Erklärung?
Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 20:07 #85988

v=0,8c mit γ=1


Wie soll γ=1 sein wenn v=0,8c? Mit v=0,8c muss γ=5/3 sein, nicht γ=1!

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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 20:09 #85989

v=0,8c mit γ=1


Wie soll γ=1 sein wenn v=0,8c? Mit v=0,8c muss γ=5/3 sein, nicht γ=1!


Ja eben. Aber Rainer hat es oben so angegeben. Ich versteh's ja auch nicht. Das muss falsch sein. Also γ=5/3. Die Frage bleibt trotzdem: Was genau hat diese Desynchronisierung zu bedeuten und für wen?

P.S.: Also dass dein Avatar einem immer den Vogel zeigt ist nicht gerade nett ;) ... trotzdem besser als ein Stinkefinger.
Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 20:19 #85990

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γ = 1 (warum auch immer bei v>0).

Weil der Zustand vor der Beschleunigung maßgeblich ist. Und beim (vor dem) Start ist v=0

Wir wollen uns doch von dem vorherigen Bezugssystem ins neue transponieren, klar?

Wenn das so stimmt, dann ist es eine rein hypothetische Ablesung. Selbst mit einem Instantan-Fernrohr ohne Lichtlaufzeit könnte

Falsch gedacht.

Die Lichtsignale von αC kommen seit Jahmillionen kontinuierlich. Das in diesem Moment ankommende Signal wird ausgewertet und extrapoliert, je nach Relativbewegung zum damaligen Standort und Bewegungszustand als das Photon auf die Reise ging anders.

Wie gesagt steht das Licht hier stellvertretend für alle Felder.
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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 20:23 #85991

Ja eben. Aber Rainer hat es oben so angegeben. Ich versteh's ja auch nicht. Das muss falsch sein.


Das muss fix falsch sein, aber zum Thema

Falls mein Beispiel falsch ist... kann jemand eine korrekte Beispielrechnung aufmachen mit Erklärung?


betreffend

Beispiel: Das Ziel sei x=5 Lichtsekunden entfernt und die Geschwindigkeit v=0,8c mit γ=1 (warum auch immer bei v>0). Daraus ergibt sich: τΔ=γ·x·Δv/c²=5 Ls·0,8/c= 4s


Richtig geht es so:



Je nach dem ob die Geschwindigkeit in deine Richtung oder von dir weg zeigt verschiebt sich die Gleichzeitigkeitsebene relativ zu dem 5 Lichtsekunden entfernten Beobacher um ±6.666... Sekunden, so wie im Rietdijk Putnam Argument
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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 20:25 #85992

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Richtig geht es so:

Wenn Du genau hinsiehst, wirst Du bemerken, dass dies genau meine Rechnung ist, angewendet auf Δv
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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 20:30 #85993

Wenn Du genau hinsiehst, wirst Du bemerken, dass dies genau meine Rechnung ist, angewendet auf Δv


Das habe ich mir nicht angesehen, ich habe nur gesehen dass Steinzeit Astronom 4 Sekunden rausbekam wo eigentlich 6.666... Sekunden rauskommen müssen, und da er sagt dass er seine Rechnung nach deinen Empfehlungen gerechnet hast musst ihm dann halt du zeigen was er dabei falsch gemacht hat.
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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 20:36 #85994

γ = 1 (warum auch immer bei v>0).

Weil der Zustand vor der Beschleunigung maßgeblich ist. Und beim (vor dem) Start ist v=0

Wir wollen uns doch von dem vorherigen Bezugssystem ins neue transponieren, klar?


Ja schon. Also doch nicht "beim" Start, sondern vorher. Das war zuerst eben nicht so klar. Nur γ = 1 bei v>0 kam mir dann natürlich komisch vor. Mein Fehler. Hab's jetzt korrigiert zu γ = 5/3.

An diese kontinuierlich ankommenden Signale hab' ich auch nicht gedacht... das wirft mir ein neues Licht auf die Sache... mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.
Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 20:38 #85995

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ich habe nur gesehen dass Steinzeit Astronom 4 Sekunden rausbekam wo eigentlich 6.666... Sekunden rauskommen müssen,

Der Unterschied liegt weiterhin in der Distanz.

Bei der Beschleunigung ist die Distanz vor der Beschleunigung einzusetzen, bei Deiner Formel jedoch die kontrahierte Distanz nach der Beschleunigung, also bei gleichmäßiger Bewegung.

Also nur dann die "gleiche" Formel, wenn man die richtigen Werte einsetzt, in diesem Fall γ=1
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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 20:46 #85996

Die Moral von der Geschichte ist jedenfalls dass es so etwas wie Gleichzeitigkeit eigentlich gar nicht wirklich gibt, denn es ist eine reine Definitionsfrage und in jedem Bezugssystem anders. Spätestens bei rotierenden Bezugssystemen wird klar dass das nur ein Konzept ist, da es dann mehrere und eigentlich sogar unendlich viele verschiedene Gleichzeitigkeitspunkte relativ zu ein und dem selben Objekt geben kann, oder wenn Gravitation ins Spiel kommt dass der ins schwarze Loch Gefallene eine Gleichzeitigkeitsverbindung zum externen Beobachter hat, aber der externe Beobachter nicht zum Hineingefallenen. Eigentlich gibt es nur kausale Verbindungen, aber die herkömmliche Vorstellung von Gleichzeitigkeit hält einer näheren Betrachtung nicht stand.

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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 20:49 #85997

Das $\gamma=\frac{1}{\sqrt{1-\beta^2}}$ sein soll steht nicht da; deshalb mein "formal mathematisch"
Aber du hast recht: β²=1/4 und γ²=4/3 erfüllen die Gleichung. Denn ein Virtel von vier Drittel ist ein Drittel plus drei Drittel ergibt wieder vier Drittel.
Es kam mir nur etwas komisch vor das γ auf einer Seite allein und auf der anderen mit β verziert das Selbe sein soll... Mein Fehler.

assume good faith

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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 20:52 #85998

Das $\gamma=\frac{1}{\sqrt{1-\beta^2}}$ sein soll steht nicht da


Das steht vielleicht nicht dabei, aber das ist der ganz normale Gammafaktor, den weiß man auswendig

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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 21:00 #86000

Das $\gamma=\frac{1}{\sqrt{1-\beta^2}}$ sein soll steht nicht da

Das steht vielleicht nicht dabei, aber das ist der ganz normale Gammafaktor, den weiß man auswendig

Bäh... deshalbb schreib ich doch FORMAL MATHEMATISCH... Das soll heisen: Physik mal völlig außen vor. Mir ging es einzig und allein um die Gleichung. Und das sollte auch einzig und allein mathematisch (d.h. ohne physikalische Annahmen) widerlegt werden. Ist das zu schwer zu verstehen? Ich mag Rechenfehler machen aber zu blöd das ich nicht weis wie γ hergeleitet wird sollte man mich nicht hinstellen. Das ist schon fast eine Beleidigung^^
assume good faith

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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 21:02 #86001

Das ist schon fast eine Beleidigung^^


Das hast du in den falschen Hals gekriegt, das war nur lustig gemeint, nicht beleidigend
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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 21:08 #86002

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Spätestens bei rotierenden Bezugssystemen

Da beziehen sich alle vernünftigen Teilnehmer bei globalen Fragen auf das Rotationszentrum für die Gleichzeitigkeit, aber lokal ist das natürlich für fast jeden gedachten Punkt anders.

Wie beim Kosmos, lokal gilt SRT bzw ART mit dem Beobachter und global gilt Kosmologie mit dem Weltalter.
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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 21:18 #86003

Also dass dein Avatar einem immer den Vogel zeigt ist nicht gerade nett, trotzdem besser als ein Stinkefinger.


Das ist kein Vogel sondern die Denkerpose.

Wie beim Kosmos, lokal gilt SRT bzw ART mit dem Beobachter und global gilt Kosmologie mit dem Weltalter.


Das ist für diese Zwecke zwar das eleganteste Koordinatensystem, aber alles worauf es letztlich ankommt ist ob und wie welches Signal bei wem ankommt. Nur die Eigenzeit des jeweiligen Beobachters zu einem bei ihm stattfindenden Ereignis ist invariant, während die Gleichzeitigkeit seines Ereignisses mit irgendwelchen anderswo stattfindenden Ereignissen nicht invariant und daher auch kein objektiver Wert ist.

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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 21:22 #86004

Die Moral von der Geschichte ist jedenfalls dass es so etwas wie Gleichzeitigkeit eigentlich gar nicht wirklich gibt. [...]
Eigentlich gibt es nur kausale Verbindungen, aber die herkömmliche Vorstellung von Gleichzeitigkeit hält einer näheren Betrachtung nicht stand.


Starker Tobak... Die spinnen, die Physiker ;)

Und alles nur wegen des Lichts. Vielleicht hatte Echnaton ja gar nicht so unrecht mit seinem Sonnengott .
Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 21:58 #86009

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alles worauf es letztlich ankommt ist ob und wie welches Signal bei wem ankommt.

In der Kosmologie ist das zwar für die Interpretation wichtig, aber das Ziel ist immer/meist, das Weltalter des Objektes zu datieren.
Dazu dient vor allem die Lichtweg-Entfernung (light travel time, proper distance) dT
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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 22:13 #86012

In der Kosmologie ist das zwar für die Interpretation wichtig, aber das Ziel ist immer/meist, das Weltalter des Objektes zu datieren.


Das ist da die Pekuliargeschwindigkeit der beobachteten Objekte relativ zur CMB so klein ist dass die Eigenzeit fast gleich der Koordinatenzeit ist auch am praktikabelsten, aber wenn man sich fragt wie alt die Neutrinos die seit dem Urknall fast mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs sind (wobei der Impuls invers proportional zum Skalenfaktor ist) heute sind ist deren Eigenzeit eine ganz andere als die der relativ zur CMB ruhenden Galaxien an denen sie gerade vorbeifliegen.

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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 22:21 #86013

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aber wenn man sich fragt wie alt die Neutrinos die seit dem Urknall fast mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs sind heute sind ist deren Eigenzeit

Das ist zwar rechnerisch richtig, nur fragt man danach nicht, weil sie nicht altern (Oszillation wäre nur auf kürzere Distanzen aussagekräftig)
Bei Radioaktivität oder ähnlichen zeitabhängigen Prozessen wäre dies allerdings interessant. Und die Sternenwicklung und Galaxienbildung ist wieder mit geringen Pekuliargeschwindigkeiten verbunden.

Die Frage nach der Relativität der Zeit in der Kosmologie wird ja gelegentlich gestellt, aber es gibt wohl kein Beobachtungsobjekt, wo es abgesehen von der Rotverschiebung von Interesse wäre.
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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 22:24 #86014

Das ist zwar rechnerisch richtig, nur fragt man danach nicht, weil sie nicht altern


Damit kenne ich mich nicht aus, aber die stehen in dem Beispiel eh nur stellvertretend für irgendwelche Dinge die mit relativistischen Geschwindigkeiten unterwegs sind.

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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 22:25 #86015

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Das ist zwar rechnerisch richtig, nur fragt man danach nicht, weil sie nicht altern


Damit kenne ich mich nicht aus, aber die stehen in dem Beispiel eh nur stellvertretend für irgendwelche Dinge die mit relativistischen Geschwindigkeiten unterwegs sind.

Ja klar. Meteoriten mit Radioaktivität ... nur sind sie zu langsam ;)
Elementarteilchen haben keine Uhr nur Zerfallsbreiten bzw Halbwertszeiten. Aber die sind (meist/alle) viel zu kurz oder viel zu lang ;)

Kubanischer Meteorit "nicht radioaktiv"
Kubanische Wissenschafter warnten vor radioaktiver Strahlung, NHM-Experte widerspricht
Der Experte geht davon aus, dass die Information verbreitet wurde, damit Personen, die Meteoritenteile finden, diese abgeben und nicht behalten.
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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 22:36 #86017

Für mich bleiben Fragen offen.

Zum Einen würde ich gerne wissen was die Uhren jeweils vor und nach der Beschleunigung anzeigen, also wenn beide Uhren auf 0 gestellt werden. Und zum Anderen würde ich gerne wissen, wie das berechenbar bleibt, da ja die Reisedauer eine Rolle dabei spielt inwieweit die Uhren aus der jeweiligen Sicht differieren, der Bremsprozess aber lediglich von der Geschwindigkeit abhängt.

Folgendes Beispiel. 2 Raumschiffe entfernen sich von der Erde mit 0,7c. Das Eine Raumschiff ist 5 Jahre unterwegs, das andere 10. Das Raumschiff, daß nur 5 Jahre unterwegs ist, bremst ebenso wie das, das 10 Jahre unterwegs war ab.

Während des Bremsprozesses muss jedes Raumschiff die Zeitdifferenz die sich während des Fluges angehäuft hat, korrigieren. Die Uhr auf der Erde muss also in beiden Fällen dann die durch die SRT errechnete Zeitdilatation anzeigen.

Wie soll man sowas in einer Formel ausdrücken können, wenn die Reisedauer beim Bremsprozess keine Rolle spielt? Die Reisedauer aber sehr wohl eine Rolle spielt, bei dem was die Uhren jeweils anzeigen?

Ich verstehe den mathematischen Mechanismus dahinter nicht der diese Differenz wieder geraderückt.

Wenn man auf der einen Seite sagt, die Beschleunigung und der Bremsprozess sind dafür verantwortlich, daß die Zeiten am Ende wieder synchronisiert laufen. Es aber andererseits von der Reisedauer abhängt, um wieviel die Uhren auseinander gehen. Und zwar anders als erwartet, nicht der Zeitdilataion entsprechend, sondern entgegengesetzt.

Da die Uhr auf der Erde für Zwilling A langsamer läuft, müsste die Uhr auf der Erde nach 5 Jahren, sagen wir mal 3 Jahre anzeigen. Bei der Rückkehr muss aber die Uhr von Zwilling A weniger anzeigen, als die von Zwilling B. Sagen wir die Zeitdilatation beträgt 2 Jahre, dann muss die Uhr ja 7 Jahre anzeigen. Soweit noch verständlich. Denn wir haben ja noch die Beschleunigung und den Bremsprozess zur Verfügung in denen die Uhren auf die richtige Anzeige kommen können.

Nun muss aber beim Raumschiff, das 10 Jahre unterwegs war, etwas sonderbares herauskommen. In exakt den selben Prozessen, müssen Beschleunigung und Bremsprozess jetzt nicht mehr je 2 Jahre ausgleichen, sondern 4 Jahre. Das funktioniert mathematisch nicht, wenn man die Reisedauer nicht mit berücksichtigt. Diese ist aber nunmal unabhängig von der Beschleunigung bzw. vom Bremsprozess.

Angenommen wird ein Fusionsbetriebener Antrieb. Oder ein Materie- Anti-Materie Antrieb.

Ich hoffe meine Frage ist klar geworden.

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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 22:50 #86020

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der Bremsprozess aber lediglich von der Geschwindigkeit abhängt.

Da hast Du die Entfernung vergessen, und dadurch kommt die Reisezeit automatisch ins Spiel, aber es ist eben so ganz einfach, man müßte natürlich jede Beschleunigung auf der Reise separat berücksichtigen jeweils mit der aktuellen Geschwindigkeit und Entfernung.

τΔ = Σ.(γi·Δvi·si)/c²

und jedesmal müßte man bei der Entfernung die jeweils verändert lorentzkontrahierte Entfernung einsetzen und bei γ den aktuellen Lorentzfaktor.
Statt γ·s kann man aber auch die von der Erde (bzw αC) aus berechnete Entfernung Δx einsetzen, das ist nämlich das Ziel des Faktors.
Δv sollte vor allem realistisch bleiben, sonst berechnest Du ein Tachyon.

Am einfachsten also den Fuß vom Gaspedal und mit konstanter Geschwindigkeit...

Und nicht vergessen, beim Bremsen ist Δv negativ, ebenso beim Rückflug, aber mit den Vorzeichen habe ich nicht wirklich aufgepasst bzw ist die "Differenz" ja auslegungsfähig.
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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 23:25 #86023

Die Distanz ist vollkommen egal für den Bremsprozess.

Es geht mir darum wann die "Resynchronisierung" abläuft. Ich meine den Moment in dem sich die Zeit auf der Erde von Nachgehen auf Vorgehen ändert.

Und das kann nur bei der Beschleunigung oder dem Bremsprozess vonstatten gehen.

Da bei t=0 beide Uhren dasselbe anzeigen und man nicht in die Vergangenheit reisen kann. Sollte die Uhr auf der Erde keinen negativen Wert aufweisen können. Ebensowenig die Uhr auf dem Raumschiff.

Beim Flug hingegen, ist sich die SRT sicher, daß die jeweils andere Uhr langsamer geht. Somit bliebe eigentlich nur der Bremsprozess über um diese Differenz wieder auszugleichen.

Nur ein und der selbe Prozess kann doch unmöglich verschiedene Ergebnisse haben bei gleichen Bedingungen.

Solange mir keiner erklären kann, wie das funktionieren soll, bleibt das für mich paradox.

Die Uhr auf der Erde geht langsamer, aber am Ende ging sie tatsächlich vor. Aus Sicht des Raumfahrers.

Um wieviel ging sie vor? Das ist von der Reisedauer abhängig.

Wann wird das geradegerückt? Beim Bremsprozess, um exakt den Wert, den es braucht, damit die Rechnung der Zeitdilatation aufgeht.

So ganz Rund ist das nicht.

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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 23:31 #86024

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Es geht mir darum wann die "Resynchronisierung" abläuft. Ich meine den Moment in dem sich die Zeit auf der Erde von Nachgehen auf Vorgehen ändert.

Das passiert genau beim Bremsen. Und dafür kommt es eben (auch) auf die Entfernung an. Am selben Ort ergibt es zB gar keine Veränderung. Am selben Ort zählt auch die tangentiale Beschleunigung in einem Seitenabstand. Insofern ist der "selbe" Ort nicht unmöglich sondern müßte korrekt mit am "gleichen" Ort bezeichnet werden. Aber im Gedankenexperiment geht auch der selbe Ort. Es geht nur um die Entfernung in Bewegungsrichtung und die kann am Anfang durchaus Null sein, abgesehen davon, dass von Null auf Hundert nicht real beschleunigt werden kann, das ist klar. Doch wäre es jemandem lieber gewesen, Integrale über den Lorentzfaktor zu berechnen? Allein die korrekte Definition der Beschleunigung wird da schon eine Doktorarbeit.

Wie ich schon sooft wiederholt habe, ergibt sich die Änderung von jünger auf älter aus der Interpretation gemäß der (ggf veränderten) Relativbewegung, und dies hängt hinsichtlich des Zahlenwertes von der Entfernung ab. Auf jeden Fall passiert es BEI der Geschwindigkeitsänderung. Vorher so und nachher anders.
τΔ=γ·s·Δv/c².
Alle drei Faktoren sind natürlich wichtig, also mittels γ auch die zuerst vorhandene Relativgeschwindigkeit v, dann die momentane Entfernung bis zur fraglichen Uhr, und dann die Änderung der Geschwindigkeit. Mit Teilbremsungen verändern sich eben auch s und γ, aber es geht auch einfacher mit
γ·s = D
von der Uhr aus gemessen.
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Zwillings-Paradoxon 09 Jun 2021 23:54 #86026

Du beschreibst immer die sich ergebende Zeitdilatation. Also den Unterschied im Alter der Zwillinge.

Aber nicht wie exakt die Diskrepanz wieder geradegerückt wird. Man sollte doch erwarten, daß die Uhr von Zwilling B auf der Erde schneller läuft. Dann wär ja alles in bester Ordnung. Denn das würde sich ja mit dem Ergebnis der Zeitdilatation decken können.

Aus Sicht der Reisenden allerdings sieht es aber eben so aus, als ob die Uhr langsamer vergeht. Und je länger sie unterwegs sind, desto mehr Unterschied ist doch auf der Uhr von Zwilling B aufgelaufen.

Wie meinst du das mit der Entfernung? In welcher Formel taucht das denn auf bei der Betrachtung der Uhren? Laut SRT geht die Uhr des jeweils anderen langsamer bei Bewegung. Da heißt es nicht, je langsamer, desto weiter weg.

Natürlich erhöht sich die Distanz bei der Bewegung. Aber das ist ja nicht die Ursache für irgendwas. Es ist nur ein Resultat von der Reisedauer bei 0,7c.

Während dieser Reisedauer, gingen die Uhren jeweils langsamer. Diese Zeitdifferenz gilt es doch auszugleichen, um am Ende eine mit der SRT konsistente Aussage über die Zeitdilatation treffen zu können.

Denn am Ende sind sich doch beide im selben IS einig, daß Zwilling A jünger ist.

Also ab welchem Zeitpunkt genau, bzw. wann exakt, ändert sich die Sicht von Zwilling A auf Zwilling B, daß seine Uhr gar nicht langsamer vergeht, sondern tatsächlich schneller?

Wenn es der Bremsprozess ist, dann frage ich mich, woher der Bremsprozess weiß, wieviel Zeit es geradezurücken hat.

Es muss doch eine Formel geben, die diesen Prozess abbilden können muss.

Und diese Formel kann nicht für unterschiedliche Reisedauern herhalten. Weil die Reisedauer beim Bremsprozess irrelevant ist.

Der Bremsprozess scheidet somit aus für eine konsistente Erklärung. Was könnte stattdessen herhalten?

Die Distanz kann es nicht sein, da sie nur für die Berechnung der Zeitdilatation wichtig ist, nicht aber für die unterschiedlichen Sichtweisen beim Gang der Uhren ist. Hier ist lediglich die Geschwindigkeit ausschlaggebend.

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Zwillings-Paradoxon 10 Jun 2021 04:04 #86031

Während dieser Reisedauer, gingen die Uhren jeweils langsamer. Diese Zeitdifferenz gilt es doch auszugleichen, um am Ende eine mit der SRT konsistente Aussage über die Zeitdilatation treffen zu können.

Die "Beschleunigung" verschiebt die Zeit des entfernten Ziels in die Zukunft, bei instantaner Beschleunigung eben sprunghaft.
τΔ=γ·s·Δv/c². wobei das s die Entfernung zum vorausberechneten Ziel nach ... Jahren Flugzeit darstellt.
Während der Reise (mit konstanter Geschwindigkeit) vergeht die Zeit am Ziel langsamer. Da ist der Ausgleich nach dem du suchst.

Anmerkung: weil sich das Δv in der Formel auf das Ruhesystem des Ziels bezieht (v=0) kann Δv auch beim Bremsen nicht negativ werden.
Reisen in die Vergangenheit sind so also nicht möglich.
assume good faith

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