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Was ist denn nun mit der Dunklen Energie und der Dunklen Materie 09 Mär 2021 08:44 #81825

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Verlinden sagt, wenn ich das richtig verstanden habe, dass das Wesen der Dunklen Materie nicht unbedingt auf Teilchen zurückgeführt werden muss, sondern eine Art Substanz sein könnte, die zwischen Materie und der Expansionsenergie vermittelt. Eine Art von Ausgleichssubstanz.

Man darf nicht vergessen, dass Verlinde ein Vertreter der Entropischen Gravitation ist.
Somit definiert er durch die Entropie die Dunkle Energie. Die Dunkle Materie ergibt sich aus dieser Kraft dann zwangsweise.
Vereinfachte Darstellung: Luftbläschen (=[Dunkle] Materie) in einer Flüssigkeit (=Dunkle Energie), also ähnlich einem Mineralwasser, in dem zusätzlich Flüssigkeit zugeführt wird. Der Anteil der Flüssigkeit (Entropie) steigt und damit auch der Abstand zwischen den Luftbläschen.
Wobei diese "Flüssigkeit" eben nicht zwangsweise Teilchen sind, sondern auch eine Substanz oder möglicherweise auch ein Feld. Und die Aussage "Vermittlung von Energie" würde sehr in Richtung Gravitation, also Masse und damit in Richtung Higgs-Feld gehen.

Nur würde das voraussetzen, dass diese Energie permanent weiter zugeführt wird. Gemäß der Kaluza-Klein-Theorie käme diese Energie dann aus der 5. Dimension der 5 Dimensionalen Stringtheorie.
MfG
WL01

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Was ist denn nun mit der Dunklen Energie und der Dunklen Materie 09 Mär 2021 23:00 #81853

Danke an UN und Claus für den Videolink,

Fand ich auch sehr interessant.

Verlinden sagt, wenn ich das richtig verstanden habe, dass das Wesen der Dunklen Materie nicht unbedingt auf Teilchen zurückgeführt werden muss, sondern eine Art Substanz sein könnte, die zwischen Materie und der Expansionsenergie vermittelt. Eine Art von Ausgleichssubstanz.

Interessanter Gedanke!

Dann aber müsste doch diese Ausgleichssubstanz für eine konstante Expansion sorgen und keine beschleunigte!?!

Sie wäre dann ja das Bindeglied zwischen gravitativ positiv wirkender Materie und gravitativ negativ wirkender Expansionsenergie.

Wäre die Expansion konstant, verdünnt sich also die Materie zusehends, müsste der Anteil der dunklen Materie zunehmen, um das Gleichgewicht zu wahren. ( wir setzen voraus, das Universum ist flach!)

Das geht aus den Beobachtungen nicht hervor.

Auch da zeigt sich, dass der Materieanteil und der DM - Anteil abnimmt und der DE - Anteil zunimmt.

Insofern ist es ratsam, abzuwarten, was verbesserte Beobachtungen liefern werden.

Thomas

Würde die Ausgleichssubstanz alle (auch dunkle) Materie bilden, würde Verklumpung aus der Umgebung etwas von ihr weg nehmen und so eine Raumverdünnung schaffen. Ungefähr so könnte das beschrieben werden:
Können Planckobjekte, mit einfacher Wechselwirkung bei Berührung, diskrete Erweiterungen der Standardphysik vereinfachen?

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Letzte Änderung: von Struktron.

Was ist denn nun mit der Dunklen Energie und der Dunklen Materie 15 Mär 2021 01:08 #81987

Claus,
ich glaub, da hast du ihn falsch verstanden. Er sagt nur, dass wir eine Annahme getroffen haben, nämlich dass das Universum in alle Richtungen homogen und isotrop sei, das kosmologische Prinzip also. Und dann sagt er, dass wir da nicht ganz sicher sein können, ob das wirklich so ist.
Aber das war eher eine Nebenbemerkung.

Viel wichtiger erschien mir diese Bemerkung zur Tauglichkeit der Supernova1A als Standardkerzen:

Er zitiert John Wheeler, in dem er sagt: ein Elektron in der Andromedagalaxie ist ein Elektron und gleicht einem Elektron hier bei uns, da Elektronen ununterscheidbar sind.
Übertragen auf SN 1A gilt dies nicht.
Denn der Mechanismus, nach dem SN1A explodieren sollten, hängt nur an der Chandrasekargrenze von 1,4 Sonnenmassen.
Und hier gibt es Hinweise, dass SN 1A auch schon drunter oder noch nicht beobachtet auch drüber explodieren können.
Das hängt unter anderem auch mit ihrem Gehalt an Metallen zusammen.

Diese Unsicherheit läge grob bei 30%. Wenn er recht hat, dann wäre die Expansionsmessung mithilfe der SN1A mit einem größeren Fehler behaftet, als die Nobelpreisträger damals angaben.

Meine Meinung: Dass SN 1A tatsächlich diese Präzision als Standardkerzen verdienen, muss weiter untersucht und verifiziert werden.
Erst wenn man sich ganz sicher ist, dass man hier keinen Fehler macht, würde ich sie als Standardkerzen tatsächlich akzeptieren.

Thomas


Es existieren je nach Zusammensetzung SN1A differierende Chandrasekargrenzen, nicht nur 1,4. Wirklich erstaunlich ist der Umstand das noch niemals ein Kandidat gefunden wurde der irgendeine Chandrasekargrenze erreicht hätte. Das ergibt sich aus der Rückrechnung der Trümmer, zudem kommt noch das gerade mal 5% der erwarteten Röntgenstrahlung emittiert wurden. Was die SN1A als Standardkerze und somit als Eichung betrifft ist tatsächlich große Skepsis angebracht.
Man kann jetzt natürlich hingehen und sich dem Problem sozusagen von oben nähern und entsprechenden Kandidaten z.B. eine Heliumschale verpassen, ob das zielführend ist bleibt abzuwarten.
Die Geschichte lehrt die Menschheit dass die Geschichte die Menschheit Nichts lehrt.

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