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Harald Lesch • Entstehung des Lebens aus toter Materie | Kosmologie (7) 12 Okt 2019 20:34 #58892

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Schlussminute:
„Und manchmal habe ich den Eindruck, das Universum hat sich solche Figuren wie uns nur geschaffen, um mal wenigstens mit sich selber reden zu können.“

Man könnte sogar den Eindruck gewinnen, die Singularität hat sich selbst als Universum erschaffen und sich nur deshalb so fein abgestimmt, damit solche Figuren wie uns heranwachsen konnten, um wenigstens mal mit sich selbst sprechen zu können. Ja eh, mit wem sollte die Singularität denn sonst sprechen, es ist ja außer ihr sonst nichts da. Natürlich hätte sie auch mit dem Nichts sprechen können, eine Antwort hätte sie jedoch nie bekommen. Ist schon eher etwas öde.

Und auch wieder einmal ein Schlusssatz von ihm selber und nicht immer nur von irgendwelchen Typen, die vor hunderten Jahren gelebt haben (bevorzugt Goethe). Goethe war eine herausragende Person, von den Herausforderungen unserer Zeit hatte er jedoch nichts gewusst. Wie sollte er auch? Auf die heute lebenden kommt es an, nicht auf die längst verstorbenen.
Ohne etwas wäre nicht einmal nichts

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Letzte Änderung: von badhofer.

Harald Lesch • Entstehung des Lebens aus toter Materie | Kosmologie (7) 12 Okt 2019 21:13 #58893

Badhofer,

hinter der Singularität scheint ein Schalk zu stecken.

Wenn ich mich schon in meine Existenz werfe, dann möchte ich doch, dass im Laufe derselben Wesen entstehen, die über mich nachdenken können und hoffentlich versuchen, mir auf die Schliche zu kommen.

Die Singularität muss ziemliches Kopfzerbrechen erlebt haben, als sie sich die Frage stellte, wie mach ich das.

Und wie kam sie schließlich drauf, Energie, Materie und drei Wechselwirkungen zu benutzen und Energiedichte und Raunzeitgeometrie in ein sinnvolles Verhältnis zu setzen.

Naja, sie wollte Wesen erzeugen, die über sie nachdenken und schier daran verzweifeln, keine Erstursache zu finden.

Ganz schön fies, dieser Anfang von Allem.

Thomas

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Harald Lesch • Entstehung des Lebens aus toter Materie | Kosmologie (7) 13 Okt 2019 05:36 #58895

Thomas schrieb:
Na ja, sie wollte Wesen erzeugen, die über sie nachdenken und schier daran verzweifeln, keine Erstursache zu finden. Ganz schön fies, dieser Anfang von Allem.

Wirklich schon sehr fies, wenn man sich selbst zum Universum macht und sich von Anfang an so fein abstimmt, dass man dann auch als Wesen auftreten kann, um mit sich selbst darüber zu diskutieren, was den der Anfang allen Seins sein könnte und das nur deshalb mit sich selbst nicht ausdiskutieren kann, weil es gar nicht möglich ist, den Anfang allen Seins herauszufinden. Na ja, Singularität, jetzt hast du den Salat namens Universum da mit allem, was darin keucht und fleucht. Nichts von all dem, was da jetzt enthalten ist, kann wieder abhandenkommen, wo sollte es auch hinkommen?

Aber, was solls, es ist nun mal geschehen und wenn man schon seinen Urgrund nicht erfahren kann, dann sollte man sich wenigstens mit den ganzen Nebenprodukten zufriedengeben wie Liebe und Leidenschaft, Freud und Leid, dem Rauschen der Wälder, den blühenden Blumen und den bunten Blättern, den leuchtenden Farben, dem Morgentau und dem Abendrot, dem Lachen und dem Weinen und den ganzen spannenden Sachen mit allem, was komplementär dazu vorkommt. Man kann halt nicht alles haben, für alles gibt es eine Ausnahme, denn als Singularität ist man ja selbst die Ausnahme im Nichts und deshalb bleibt das Nichtwissen über seinen Urgrund für alle Zeiten die Ausnahme.
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Letzte Änderung: von badhofer.

Harald Lesch • Entstehung des Lebens aus toter Materie | Kosmologie (7) 13 Okt 2019 09:03 #58896

  • Lulu
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Und auch wieder einmal ein Schlusssatz von ihm selber und nicht immer nur von irgendwelchen Typen, die vor hunderten Jahren gelebt haben (bevorzugt Goethe). Goethe war eine herausragende Person, von den Herausforderungen unserer Zeit hatte er jedoch nichts gewusst. Wie sollte er auch? Auf die heute lebenden kommt es an, nicht auf die längst verstorbenen.


Wer nicht von dreitausend Jahren
Sich weiß Rechenschaft zu geben,
Bleib im Dunkeln unerfahren,
Mag von Tag zu Tage leben.


Gruß,
Lulu
Wer mit hinreichendem Denkvermögen analysieren könnte, unter welchen Bedingungen die Erfahrung überhaupt möglich ist, der müsste zeigen können, dass aus den Bedingungen bereits alle allgemeinen Gesetze der Physik folgen. Die so herleitbare Physik wäre gerade die vermutete einheitliche Physik. (Carl Friedrich von Weizsäcker, 1967)

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Letzte Änderung: von Lulu.

Harald Lesch • Entstehung des Lebens aus toter Materie | Kosmologie (7) 13 Okt 2019 13:38 #58902

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Schüttelt das Universum den Kopf und meint: "Werde erst einmal erwachsen, bevor Du Dich auf diese Weise an mich wendest- bist noch lange nicht reif!"
Ich habe ein Gehirn von der Größe eines Planeten, aber ich muss Türen öffnen!

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Harald Lesch • Entstehung des Lebens aus toter Materie | Kosmologie (7) 13 Okt 2019 22:37 #58922

Lulu schrieb:
Johann Wolfgang von Goethe:
Wer nicht von dreitausend Jahren
Sich weiß Rechenschaft zu geben,
Bleib im Dunkeln unerfahren,
Mag von Tag zu Tage leben.

Vielen Dank für dieses Zitat von Goethe. Es spiegelt genau das wider, von was ich spreche. Der Zeitraum „dreitausend Jahre“ ist eine Floskel. Nicht einmal theoretisch kann man sich da etwas vorstellen im Bezug auf unser tägliches Leben und schon gar nicht praktisch. Stell dir vor, die Serie „Die Welt in 100 Jahren“ hätte geheißen: „Die Welt in 3000 Jahren“. Niemand hätte da eine Vorstellung gehabt, was in 3000 Jahren sein könnte. Darüber könnte man lediglich fantasieren, sich aber nichts vorstellen. Der Zeitraum von 100 Jahren ist da schon hart an der Grenze. Und auch die Sprache von Goethes Zitat ist schon lange nicht mehr zeitgemäß. Lediglich intellektuelle können dieses Zitat richtig deuten und alle jene, die sich für intellektuell halten könnten so tun, wie wenn sie es könnten. Der Rest kann das Zitat nicht richtig deuten, wahrscheinlich nicht einmal verstehen.

Zitat Harald Lesch aus einem Film (ungefähr wiedergegeben)
„Wir verhalten uns auf unserem Planeten wie eine wildgewordene Sau“.

Das ist ein zeitgemäßes Zitat in einer zeitgemäßen Sprache. Niemand braucht da nachdenken, was dieses Zitat bedeutet. Jeder erkennt das auf Anhieb. Und um so etwas zu sagen, braucht man niemanden aus der Vergangenheit. Die Leute aus der Vergangenheit hätten das auch gar nicht kapiert, was sich da heute abspielt. Wie hätten sie auch können, wenn nicht einmal wir es so richtig kapieren?
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Letzte Änderung: von badhofer.

Harald Lesch • Entstehung des Lebens aus toter Materie | Kosmologie (7) 14 Okt 2019 14:42 #58949

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Aber haben wir es nicht selber in der Hand uns eine Zukunftsperspektive aufzubauen welche über mehrere hundert Jahre geht?
Ich muss mich immer wieder wundern wie machtlos wir gegenüber uns selber zu sein scheinen.
Und zum wiederholten Male:
Welches Ziel hat die Menschheit?
Oder hat sie gar keins?
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Harald Lesch • Entstehung des Lebens aus toter Materie | Kosmologie (7) 14 Okt 2019 16:32 #58956

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Marvins Fragen:

Welches Ziel hat die Menschheit? Oder hat sie gar keins?

könnte man noch ergänzen um die Überlegung: hat die Menschheit einen Auftrag ? und wenn ja, welchen ?
"Alles hängt mit allem zusammen"
(Alexander von Humboldt 1769 - 1859)

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Harald Lesch • Entstehung des Lebens aus toter Materie | Kosmologie (7) 14 Okt 2019 16:48 #58957

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Harald Lesch • Entstehung des Lebens aus toter Materie | Kosmologie (7) 09 Nov 2019 13:27 #60642

Philzer schrieb:
Ich (arme bemitleidenswerte Sau) musste bis 30 warten ehe ich einen Trabant fahren konnte

Die arme Sau (die niemand bemitleidet), die in der 3. Welt die Rohstoffe für unseren SUV herausbuddelt, wartet heute noch auf seinen ersten Trabanten. Also, es ist schon alles sehr relativ.
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Harald Lesch • Entstehung des Lebens aus toter Materie | Kosmologie (7) 14 Mär 2020 16:47 #66605

Hallo zusammen.
Ich weiß, ich bin spät dran, aber ich möchte trotzdem irgendwie meinen Senf zum Goethe-Zitat dazugeben.
Als ich die einzelnen Beiträge so der Reihe nach gelesen habe, ist mir zu allererst aufgefallen
(noch bevor ich mich mit meiner eigenen Meinung bezüglich der Bedeutung von Goethes Worten innerlich befasst hatte):
dass ich das Gefühl bekam, man sich widerspreche, weil man sich widersprechen MÖCHTE, oder weil man nicht objektiv flotierend zwischen den Fixationen "rutschen" kann, vielleicht nicht in der Lage ist (aus welchen Gründen auch immer), sich zurückzunehmen und seine Ansichten wenigstens zu hinterfragen.

Für mich (ganz subjektiv und ohne jede Fachkenntnis in Sachen Goethe oder Philosophie oder Psychologie oder sonstwas)
meinte unser aller Lieblingsdichter doch nicht die Zukunft, sondern eben die Vergangenheit!

"Wer nicht von dreitausend Jahren sich weiß Rechenschaft zu geben"
meint doch nicht, dass man Verantwortung für kommende Zeiten in diesem Rahmen übernehmen können soll/muss...
Vielmehr glaube ich, er wollte vermitteln, dass die Kenntnis des Werdens (des Menschen) so wichtig sei,
weil man mit ihrer Hilfe dann, im Dunkel der Zukunft, nicht unerfahren dasteht und von Tag zu Tag leben muss...
Die Verantwortung liegt in der Planung der Zukunft mithilfe der Erfahrung aus der Vergangenheit, nicht in ihrer Vorhersagbarkeit.

Was die Sprache angeht, stimmt's natürlich komplett, dass sich die Bedeutung dieser Worte für die große Masse nicht erschliesst!
Wie könnte man das denn in heutigem "Slang" allgemeinverständlich sagen?? :-)

z. Bsp.:
"Wer glaubt denn schon, dass unser ganzes Gemecker über die schlimmen Zustände in der Welt, nicht früher auch schon gemotzt worden ist?
Wenn Du wirklich was anpacken und ändern willst, kannst ja mal schauen wie die Zeiten die letzten dreitausend Jahre so waren.
Vielleicht lernst was draus und machst es besser!"

Ingo

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