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Blasenvorhang könnte Hurrikanes verhindern 27 Feb 2021 09:10 #81202

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www.focus.de/wissen/natur/luftblasen-geg...hen_id_12461566.html

Ein norwegischer U-Boot-Offizier hat einen Ansatz entwickelt, der tatsächlich die Entstehung von Hurrikanen verhindern könnte. Mit Hilfe von Luftblasen plant seine Firma OceanTherm kaltes Wasser aus den Tiefen des Meeres mit dem warmen Oberflächenwasser zu vermischen. Die Idee ist einfach. In perforierte Rohre, die in die tiefen Wasserschichten hinabgelassen werden, wollen die Norweger Luft hineinpressen, die als eine Art Blasenvorhang an die Oberfläche steigt. Dabei wälzt der Luftstrom die Wassermassen um und kühlt so die oberen Schichten.


Klar hört es sich erstmal sehr verlockend an, durch die Klimaerwärmung vermehrt entstehende Hurrikane bei der Entstehung zu killen. Aber selbst wenn das funktionieren würde, was wäre der Preis:

- Welche lokale Umweltzerstörung lösen die reingepumpten Gasblasen auf?
- Was bedeutet das warme Oberflächenwasser für die Tiefsee?
- Was bedeutet das kühle Tiefenwasser an der Oberfläche? Haben wir dann statt Hurrikane noch mehr Wüsten?

Selbst wenn das funktionieren würde, fürchte ich, dass der Einsatz dieser Technik gravierende Folgen hat, die vielleicht in Summe schlimmer sind als die Hurrikane.

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Blasenvorhang könnte Hurrikanes verhindern 25 Mär 2021 07:48 #82322

Hallo Peter

Kann dir hier nur voll und ganz zustimmen! Wir Menschen sollten aufhören immer so sehr in die Natur einzugreifen.
Vor allem da solche Eingriffe bisher IMMER mit vorher unbekannten (weil nicht bedachten) negativen Folgen einher kamen.
Ja klar, Hurrikans sind scheisse aber leider gehören Naturkatastrophen zu unserer Erde. Es ist ihre Art sich zu wehren.

Gruß Eli

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Blasenvorhang könnte Hurrikanes verhindern 25 Mär 2021 08:18 #82323

Die Idee finde ich gut. Die Technik soll ja nur in begrenzten Gebieten zum Einsatz kommen, wo die Hurrycanes hauptsächlich entstehen.

Klar hört es sich erstmal sehr verlockend an, durch die Klimaerwärmung vermehrt entstehende Hurrikane bei der Entstehung zu killen. Aber selbst wenn das funktionieren würde, was wäre der Preis:

- Welche lokale Umweltzerstörung lösen die reingepumpten Gasblasen auf?
- Was bedeutet das warme Oberflächenwasser für die Tiefsee?
- Was bedeutet das kühle Tiefenwasser an der Oberfläche? Haben wir dann statt Hurrikane noch mehr Wüsten?

Das kann man ja alles in Versuchen herausfinden.

- Gasblasen im Wasser können zweifellos Schiffe versenken, weil ja die Dichte abnimmt. Das wurde in Experimenten bestätigt und es gibt Vermutungen, dass das z.B. im sog. Bermuda-Dreicheck mitunter passiert, wo statistisch auffällig viele Schiffe gesunken sind. Da kommt es eben auf die Menge der Gasblasen an.
- Das warme Oberflächenwasser musss wohl nicht zwingend in der Tiefseee landen, nur etwas tiefer halt, als es von selber kommen würde.
- Das kühle Tiefenwasser kann weiter oben keinen Schaden anrichten. Es muss ja nur gerade kühl genug sein, dass kein Hurrycane daraus entsteht, also "normale" Temperatur an der Oberfläche reicht.

Wir Menschen sollten aufhören immer so sehr in die Natur einzugreifen.

Naja, wir Menschen sind die Natur, oder jedenfalls ein inzwischen bedeutender Teil davon. Man könnte auch verlangen, dass die Tiere nicht so sehr in die Natur eingreifen sollen, z.B. die bösen Borkenkäfer, die unsere Monokulturen kaputt fressen, oder die bösen Raubtiere, die andere Arten dezimieren, oder auch die bösen Vulkane oder Hurrycanes, die immer wieder große Verwüstungen anrichten.

Nach der Gaia-Hypothese ist der ganze Planet quasi ein Lebewesen, und wir Menschen stehen nicht irgendwie außerhalb der Natur, sondern gehören eben dazu. Deshalb sollten wir allerdings mehr in Symbiose mit der restlichen Natur leben und nicht immer und überall wie Parasiten dagegen arbeiten, das stimmt. Sonst sägen wir quasi an dem Ast, auf dem wir sitzen, bis er abbricht... ein zeimlich törrichtes Verhalten für "intelligentes Leben", für das wir uns halten.

Der Natur insgesamt ist das aber ganz gleichgültig und sie wehrt sich auch nicht irgendwie gegen uns, sondern entwickelt sich einfach mit oder ohne Menschen nach den Gegebenheiten, die wir derzeit weitgehend mitgestalten. Das gescholtene Corona-Virus kann nichts dafür, dass wir es mit unseren Verkehrsmitteln gleich über den ganzen Planeten verteilt haben... eigentlich wollte es sich doch nur mal einen Markt im chinesischen Wuhan ansehen ;).
Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

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Letzte Änderung: von Steinzeit-Astronom.

Blasenvorhang könnte Hurrikanes verhindern 25 Mär 2021 19:03 #82336

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Blasenvorhang könnte Hurrikanes verhindern 25 Mär 2021 22:33 #82337

Das ist gelinde gesagt blanker Unsinn.
Eine planetare Katastrophe mit ein paar Luftblasen bekämpfen zu wollen, ist so als ob eine Ameise versucht, einen LKW anzuschieben.

Thomas

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Blasenvorhang könnte Hurrikanes verhindern 26 Mär 2021 07:14 #82345

Eine planetare Katastrophe mit ein paar Luftblasen bekämpfen zu wollen, ist so als ob eine Ameise versucht, einen LKW anzuschieben.

Ein Sturm ist ein Sturm, keine planetare Katastrophe. Am Anfang ist es nur ein Stürmchen, und das will man eben abschwächen oder gar nicht erst entstehen lassen. Einen fertigen Hurrycane wird niemand mehr aufhalten, das ist klar.
Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

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Blasenvorhang könnte Hurrikanes verhindern 26 Mär 2021 07:49 #82346

Der Blasenvorhang reiht sich ein in eine Reihe sonderbarer Ideen, mit den Folgen des Klimawandels umzugehen. Ein weiteres Verschlimmbesserungsprojekt, allenfalls tauglich als Geschäftsmodell für Goldgräber.

Statt mit untauglichen, ja möglicherweise in Summe kontraproduktiven Mitteln an den Symptomen herumzudoktorn, muss die Menschheit das Übel mit aller Kraft an den Wurzeln anpacken und sich darauf fokussieren: die schnelle, massive und nachhaltige Senkung der Treibhausgasemissionen. Der bislang einzige Weg, um die Bilanz zu verbessern.
"Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen." (Bertolt Brecht 1898 - 1956, deutscher Dramatiker)
"Alle Modelle sind falsch, aber mit manchen kann man ganz gut rechnen" (frei nach George Box 1919-2013, britischer Statistiker)
"Vergeuden Sie Ihre Zeit nicht mit Erklärungen. Menschen hören immer nur das, was sie hören wollen" (Paulo Coelho, 1947 - , brasilianischer Schriftsteller)

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Letzte Änderung: von gaston.

Blasenvorhang könnte Hurrikanes verhindern 26 Mär 2021 08:26 #82347

Der Blasenvorhang reiht sich ein in eine Reihe sonderbarer Ideen, mit den Folgen des Klimawandels umzugehen. Ein weiteres Verschlimmbesserungsprojekt, allenfalls tauglich als Geschäftsmodell für Goldgräber.

Klar, bis die Technologie ausgereift und im Einsatz ist, wurde allein dadurch das Klima weiter angeheizt. Ohne finanzielle Anreize im hier und jetzt (Geschäftsmodell für Goldgräber) tut sich aber erfahrungsgemäß erst recht nichts. Im Übrigen geht es bei dem Blasenvorhang nicht um Klimawandel, sondern um Taifune und Hurrycanes. Die gab es schon vor einem menschengemachten Klimawandel. Dass sie jetzt vermutlich öfter auftreten wegen des Klimawandels, das hat mit dem Versuch sie abzuschwächen oder verhindern erst mal nichts zu tun.

Statt mit untauglichen, ja möglicherweise in Summe kontraproduktiven Mitteln an den Symptomen herumzudoktorn, muss die Menschheit das Übel mit aller Kraft an den Wurzeln anpacken und sich darauf fokussieren: die schnelle, massive und nachhaltige Senkung der Treibhausgasemissionen. Der bislang einzige Weg, um die Bilanz zu verbessern.

Ja, das wissen wir aber schon sehr lange. Das Wissen allein und das ständige Wiederholen dieser Weisheit hat uns aber in Summe nicht dazu gebracht auch entsprechend zu handeln. Das Problem ist, das alle an einem Strang ziehen müssten, und dass die Schwarmintelligenz der Menschheit leider eine Schwarmdummheit ist.

Auch das Herumdoktern an Symptomen ist besser als nichts. Bei der aktuellen Pandemie wissen wir, dass das Virus nicht ausgerottet werden kann, aber durch Impfungen und vernünftiges Verhalten können wir w'scheinlich künftig damit leben. So sehe ich das auch mit dem Klimawandel. Der ist nicht mehr aufzuhalten. Wenigstens abschwächen könnten wir ihn vielleicht noch durch "schnelle, massive und nachhaltige Senkung der Treibhausgasemissionen", aber das ist realistisch gesehen außer Sichtweite, obwohl es möglicherweise wirksame Ideen dazu gibt. Bleibt also nur das Herumdoktern an den Symptomen, wie bei einer Krankheit, die man halt nicht ausrotten kann (Aids z.B.). Sollen wir denn darauf auch noch verzichten, wenn wir schon die eigentliche Ursache nicht ganz abstellen können?
Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

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Letzte Änderung: von Steinzeit-Astronom.

Blasenvorhang könnte Hurrikanes verhindern 02 Apr 2021 23:00 #82558

www.focus.de/wissen/natur/luftblasen-geg...hen_id_12461566.html

Mit Hilfe von Luftblasen plant seine Firma OceanTherm kaltes Wasser aus den Tiefen des Meeres mit dem warmen Oberflächenwasser zu vermischen.


Klar hört es sich erstmal sehr verlockend an, durch die Klimaerwärmung vermehrt entstehende Hurrikane bei der Entstehung zu killen. Aber selbst wenn das funktionieren würde, was wäre der Preis:

Wollen die damit vieleicht gleich noch den Golfstrom abschalten um Norwegen ein antarktisches Klima zu bescheren?
assume good faith

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