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Materie vs Antimaterie 06 Jun 2018 09:58 #34716

  • Sturmschild
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Bin neu hier und wollte mal auf diesen weg auch alle Naturwissenschaftlich interessierten grüßen.
Und gleich zum Einstieg auch mal mit einer Frage aufwarten.
Gleich nach dem Urknall gab es ja genau soviel Materie wie Antimaterie, die dann jeweils ihren Antipartner gefunden haben und zu Energie zerstrahlt sind und nur jedes 5 Millionste oder war es Miliardste Teil? fand ihren Antipartner nicht.
Dazu hätte ich 2 fragen, und hoffe sie hier zufriedenstellend beantwortet zu bekommen.
Frage 1: Wenn es zu Anfang jeweils zu gleichen Teilen Materie und Antimaterie gab, müsste es ja heute noch genau soviel Antimaterie geben wie Materie, schließlich haben sich ja ein Pärchen nicht gefunden. Also wenn das Materie Teilchen existiert, müsste auch das jeweilige Antimaterie Teilchen existieren. Müsste es da nicht ganze Galaxien aus Antimaterie geben, und gäbe es Möglichkeiten, diese nachzuweisen?
Frage 2: Da Energie aus dem Universum ja nicht verschwinden kann, wollte ich noch fragen, was aus der wahnsinnig vielen Energie geworden ist, die bei der Kollision der Materie und Antimaterie Teilchen zu Anfang entstanden sein müssten, da ja Energie = Materie ist, müsste da ja auch wieder, zumindest zum Teil auch Formen von Materie entstanden sein, nichts anderes wird ja schließlich auch im LHC gemacht, aus Energie werden Teilchen gewonnen. Das sind so jeweils meine Amateurhaften Fragen, und wollte wissen, ob diesbezüglich schon irgendwelche Überlegungen und Aussagen gab.
Grüße Sturmschild

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Materie vs Antimaterie 06 Jun 2018 10:08 #34718

Ist ganz einfach. Mit abnehmender Temperatur gabs Symmetriebrüche. Bei einem davon entstand Materie und Antimaterie. Das meiste zerstrahlte wieder zu Energie, bis auf die wenigen Teilchen, die wir heute beobachten. Währenddessen ging aber die Abkühlung weiter und es reichte nicht mehr zur Rekombination der freigewordenen Energie zu Materie/Antimaterie. Daher gibts keinen Grund, warum heute noch Antimaterie da draussen existieren soll.
Nachvollziehbare Mathematik ist notwendige Grundlage zur Beurteilung von physikalischen Modellen.

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Materie vs Antimaterie 06 Jun 2018 12:15 #34723

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Frage 1: Wenn es zu Anfang jeweils zu gleichen Teilen Materie und Antimaterie gab, müsste es ja heute noch genau soviel Antimaterie geben wie Materie, schließlich haben sich ja ein Pärchen nicht gefunden. Also wenn das Materie Teilchen existiert, müsste auch das jeweilige Antimaterie Teilchen existieren. Müsste es da nicht ganze Galaxien aus Antimaterie geben, und gäbe es Möglichkeiten, diese nachzuweisen?

Laut den bisherigen Vorstellungen hat es offensichtlich einen Überhang an "normaler Materie" gegeben, sonst wäre die gesamte Materie des Universums zerstrahlt worden.

...alle bisherigen Beobachtungen im Kosmos gehen nur mehr von „normaler“ Materie aus. Sie muss das Überbleibsel eines geringen Ungleichgewichts (Materie/Antimaterie) zu Beginn des Universums sein.

MfG
WL01

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Letzte Änderung: von wl01.

Materie vs Antimaterie 06 Jun 2018 12:24 #34725

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Hallo Michael...
Offensichtlich habe ich mich nicht verständlich genug ausgedrückt. Was hat zum Beispiel die Ausdehnung und Kälter werden des Raumes mit den verschwinden der Antimaterie zutun? Ausgehend davon das ursprünglich jedes Teilchen ein Antiteilchen besessen hat und am Ende nicht alle ihren Antipartner zum zerstrahlen gefunden haben, müsste doch heute genau soviel Antimaterie wie Materie da sein.?

Was ist aus der vielen Energie geworden, wenn nahezu alle Teile durch ihren Antipartner zerstrahlt worden sind? Zählt das mit zur Hintergrundstrahlung, die ja meines Wissens nur vom Urknall stammt?
Grüße Sturmschild

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Materie vs Antimaterie 06 Jun 2018 12:36 #34726

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...alle bisherigen Beobachtungen im Kosmos gehen nur mehr von „normaler“ Materie aus. Sie muss das Überbleibsel eines geringen Ungleichgewichts (Materie/Antimaterie) zu Beginn des Universums sein.

[/quote]
Vielen Dank, das war mir nicht bekannt, dachte immer das zu jedem Teilchen auch ein Antiteilchen gegeben hatte, aber sie sich nicht alle gefunden haben. In den BeitragsVideos dazu war das nicht so ersichtlich, nur das es extrem knapp pro Materie ausgegangen ist.

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Letzte Änderung: von Sturmschild.

Materie vs Antimaterie 06 Jun 2018 12:45 #34727

Hallo Sturmschild,

du schriebst:
Ausgehend davon das ursprünglich jedes Teilchen ein Antiteilchen besessen hat und am Ende nicht alle ihren Antipartner zum zerstrahlen gefunden haben, müsste doch heute genau soviel Antimaterie wie Materie da sein.?

Was ist aus der vielen Energie geworden, wenn nahezu alle Teile durch ihren Antipartner zerstrahlt worden sind?


Oh..., das ist für mich ne tolle Frage!!!
Erst mal willkommen :) von mir, bin auch noch nicht lange hier und jetzt frag ich mich auch:

Wo sind die Antimaterieteilchen kurz nach dem Urknall hin, die ihren Partner nicht "gefunden" hatten ?

LG Sonni
Einszweidrei, im Sauseschritt ! Läuft die Zeit; wir laufen mit (Wilhelm Busch)
Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft blind (Albert Einstein)




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Letzte Änderung: von Sonni1967.

Materie vs Antimaterie 06 Jun 2018 13:20 #34728

  • Sturmschild
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Oh..., das ist für mich ne tolle Frage!!!

Erst mal willkommen :) von mir, bin auch noch nicht lange hier und jetzt frag ich mich auch:

Wo sind die Antimaterieteilchen hin, die ihren Partner nicht "gefunden" hatten ?

LG Sonni

Hallo Sonni, vielen Dank für die nette Begrüßung :)
Vermutlich ist das wie bei den Menschen auch, die keinen Partner zum "anStrahlen" finden. Treiben jetzt vermutlich Einsam und Traurig irgendwo im Raum umher. :)

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Materie vs Antimaterie 06 Jun 2018 13:46 #34731

Was ist aus der vielen Energie geworden, wenn nahezu alle Teile durch ihren Antipartner zerstrahlt worden sind?

Man betrachtet das Universum thermodynamisch insgesamt als abgeschlossenes (adiabates) System (die Fachwelt nimmt dazu ein ideales Gas an). Keine Energie geht rein, keine geht raus. Wenn es expandiert, muss es kälter werden. Die Energie bleibt erhalten. Was beim Urknall da war, ist jetzt auch noch da. Die viele Energie ist also in Summe noch da (Strahlung, Materie usw.). Nur die Energiedichte hat abgenommen, weil die Energie jetzt auf ein viel grösseres Volumen verteilt ist. Die einzelnen Prozesse, die bei der Expansion stattfinden, spielen bei dieser ganzheitlichen Betrachtung keine Rolle.
Nachvollziehbare Mathematik ist notwendige Grundlage zur Beurteilung von physikalischen Modellen.

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Materie vs Antimaterie 07 Jun 2018 01:16 #34793

  • Sturmschild
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@ Michael danke für die Erklärung, heißt das im Umkehrschluss dass das universum nur solange Expandieren kann, solange es noch kälter werden kann? Aber wiederspricht das nicht der Tatsache, dass das Universum immer schneller Expandiert? Es müsste doch dsnn bei zunehmender Kälte immer langsamer Expandieren um schließlich am ende bei 0 Kelvin also absolut 0 der Temperatur der Hintergrundstrahlung komplett zu stoppen? Die Temperatur der Hintergrundstrahlung liegt ja glaub ich irgendwo bei 3 Kelvin oder so, und wenn diese auf 0 Kelvin geht, hört die Expansion auf?
Dann kann man die Temperatur im Raum quasi als Überdruck bezeichnen, der für die Expansion sorgt?
Grüße Sturmschild

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Letzte Änderung: von Sturmschild.

Materie vs Antimaterie 07 Jun 2018 11:14 #34812

Sehr gute Fragen! Bei einem idealen Gas wäre das der Fall. Man sieht, das die kinetische Gastheorie nur bedingt auf das Universum anwendbar ist. Scheinbar hat aber der Raum selbst Eigenschaften, die vom idealen Gas abweichen. Weitere Symmetriebrüche bzw. Auskristallisationen/Kondensationen könnten neuen Energie für die Expansion liefern. Das ist Gegenstand der aktuellen Forschung.
Nachvollziehbare Mathematik ist notwendige Grundlage zur Beurteilung von physikalischen Modellen.

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